Rheinpfalz Dank kreisrunder Anlage im Aufwind

Rund eine Million Euro hat Johannes Heger investiert, um die neue Produktionshalle an die Gießerei in Sembach anzubauen.
Rund eine Million Euro hat Johannes Heger investiert, um die neue Produktionshalle an die Gießerei in Sembach anzubauen.

Die Gießerei Heger Ferrit im Sembacher Gewerbepark wird um eine Produktionshalle erweitert. Der rund 50 Meter lange Arm an der kreisförmigen Anlage steht bereits, Mitte Oktober soll die Produktion darin aufgenommen werden.

Über einen Mangel an Arbeit kann sich Johannes Heger, geschäftsführender Gesellschafter der Gießerei, nicht beklagen. „Wir haben eine sehr gute Auftragslage in diesem Jahr“, berichtet der Firmenchef zufrieden. In Sembach stellt das Familienunternehmen hauptsächlich Naben sowie andere große Teile für Windkraftanlagen her, während im Enkenbacher Stammunternehmen kleinere Gussteile produziert werden. Die kreisförmige Anlage in Sembach hat Johannes Heger vor rund zehn Jahren als weltweites Novum ersonnen: In der Produktionsstätte fahren die schweren Gussteile für die einzelnen Arbeitsschritte auf Schienen durchs Werk, während sich in einer herkömmlichen Gießerei die Arbeiter zu den Teilen begeben müssen. Dass das Konzept Erfolg hat, beweisen die Zahlen: Mit 50 Mitarbeitern hatte Heger im September 2009 begonnen, mit dem neuen Produktionsgebäude wächst die Anzahl auf 150. „Die Stückzahl von über 1000 Naben werden wir in diesem Jahr erreichen“, ist der Firmenchef sicher. Die Investition von einer Million Euro für die neue Produktionshalle scheint also wohl begründet. „Wir haben inzwischen vier Kunden für Windkrafträder, on- sowie offshore“, berichtet er von den Anlagen, die auf dem Festland wie auf See Energie erzeugen. Dort sowie auch im norddeutschen Flachland sei Windkraft wesentlich effektiver als im Pfälzerwald, gibt Johannes Heger zu, dennoch plädiert er für mehr Akzeptanz von Windrädern. Nicht ohne Seitenblick auf die politische Diskussion um die Ausweisung einer möglichen Zone für Windkraft bei Neuhemsbach, welche von Windkraftgegnern verhindert wurde. „Wenn man fragt: ,Wollt ihr Braunkohle- oder Atomkraftwerke?‘, dann heißt es: ,Nein!‘“, sagt der Unternehmer, der für die Energieversorgung seiner Sembacher Gießerei ein eigenes Windrad errichtet hat. Doch die Haltung nach dem Sankt-Florians-Prinzip – Windkraft ja, aber nicht vor meiner Haustür – helfe nicht weiter, appelliert der Firmenchef. Er erhofft sich einen Schub durch die Elektro-Mobilität: „Wer ein E-Mobil nutzt, dem ist ja wohl klar, dass der Strom dafür aus erneuerbaren Energien kommen muss!“, setzt Heger auf die Vernunft. Um den Bedarf klarzumachen, hat er errechnet, dass das Gebiet der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn allein für die E-Mobilität – wenn darauf umgestellt wäre – sechs Windräder bräuchte.

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