Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Dahn: Wagenbauer tüfteln für den närrischen Umzug

Franz Meyer (links) und Peter Schödl bringen der Figur „Elwi“ des Dahner Karnevalvereins das Laufen bei.
Franz Meyer (links) und Peter Schödl bringen der Figur »Elwi« des Dahner Karnevalvereins das Laufen bei. Foto: Elig

Wenn am 23. Februar wieder die närrische Wagen-Kolonne durch Dahn rollen wird, dann wird es für „Elwi“eine besondere Premiere geben. Denn das Wahrzeichen des Dahner Karnevalvereins Elwetritsche KVE hat laufen gelernt – dank zweier engagierter Tüftler aus den Reihen des Vereins.

Noch lernt „Elwi“ laufen. Die vogelähnliche Fantasiefigur gibt es beim KVE in ganz Groß und in Miniaturformat. Die beiden KVE-Urgesteine Franz Meyer und Peter Schödl sind gewissermaßen die Schöpfer Elwis, die derzeit noch in der großen KVE-Halle auf der Dahner Reichenbach steht und auf ihren Einsatz beim Faschingsumzug wartet. Beide sind der echten Elwetritsche schon mehrmals in und um Dahn begegnet, wie sie unisono beteuern. Die beiden Rentner verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit mit dem Bau von Faschingswagen. Für sie ist quasi das ganze Jahr Fasching.

Viel technisches Wissen verpackt

Hinter der Miniatur-Elwi steckt jede Menge Fachwissen. Motor, Übersetzung, Fahrgestell, Antrieb, Aufbau und das alles so verpackt, dass man von den technischen Finessen beim Umzug nichts zu sehen bekommt: Das ist das kleine Wagenbauer-Einmaleins.

Für die beiden Konstrukteure gar kein Problem. Als gelernter Autoschlosser bringt der 72-jährige Schödl handwerkliches Fachwissen mit und für die Konstruktion und die Ideen ist Maschinenbauingenieur Meyer zuständig. „Ich habe Maschinen gebaut für viele Länder dieser Welt, da sollte Elwi auch laufen lernen“, stellt Meyer schmunzelnd fest. Die Initialzündung für das diesjährige KVE-Gefährt hatte allerdings Meyers Enkel, der seinem Opa ein Video unter der Rubrik „Wenn Rentner basteln“ zeigte. Darauf war ein nachgebauter Sulki zu sehen, der laufen konnte. Aus dem Sulki wurde Elwi und seither hauchen Schödl und Meyer der Figur Leben ein. Schraubzwingen, Stromprüfer, Hammer und Akkuschrauber gehören zum Schöpferinventar.

Die allermeisten Motivwagen, die bei den Umzügen zu sehen sein werden, sind so gut wie fertig und warten in der großen eigenen KVE-Halle auf ihren Einsatz.

Einsatz an allen Ecken

An einer großen Elwi-Figur ist der Zeh abgebrochen, den reparieren sie quasi im Vorbeigehen. Die beiden KVE-ler sind, ebenso wie viele andere KVE-Aktiven, besonders an den närrischen Tagen im Einsatz. Vom Zeltaufbau vor dem „schmutzigen Donnerstag“, der Einrichtung einer Strom- und Wasserversorgung, dem Aufstellen von Bänken und Tischen bis hin zur Einlasskontrolle reichen die Tätigkeiten, von denen man annehmen könnte, die 24 Stunden eines Tages reichen nicht aus. „Es gibt ja auch noch die Nacht“, stellt Schödl fest, der selbst beim Einlass immer den Handwerkerkoffer parat hat für den Fall der Fälle.

Wenn auch kein Gründungsmitglied, ist Schödl doch ein Mann der „zweiten KVE-Stunde“. Im zweiten Jahr des Bestehens wird Tochter Sonja KVE-Prinzessin und Papa Peter tritt in den Verein ein. Das Vereinsdomizil auf der Reichenbach hat er maßgeblich mitaufgebaut und den „Goldenen Löwen“, die seinerzeit höchste Auszeichnung badisch-pfälzischer Karnevalsvereine, hat er zugunsten einer Spende zum Aufbau des Vereinsheims im ersten Jahr abgelehnt. 2018 nahm der heute 73-jährige Dahner die Auszeichnung doch noch entgegen, gemeinsam mit seinem Sohn Thomas, der auch aktiver KVE-ler ist.

Ans Aufhören denkt keiner

Franz Meyer, 68 Jahre alt, ebenfalls Träger des „Goldenen Löwen“, führte den Verein acht Jahre lang als Vorsitzender. „Jeder Vorsitzende hat etwas gebaut, jetzt darf keiner mehr nachkommen“, merkt er lächelnd an. Ganz aktuell sind sie am Bühnenaufbau für die Prunksitzungen. Hier kommt der Bühnenwagen zum Einsatz, der von den beiden geschaffen wurde. Ans Aufhören denkt keiner der beiden KVE-Narren, denn nach dem Fasching ist ja bekanntlich vor dem Fasching.

Umzug und Prunksitzungen

Der Umzug in Dahn findet statt am Sonntag, 23. Februar, ab 14 Uhr.

Restkarten für die zweite Prunksitzung am Samstag, 1. Februar, Beginn 19.31 Uhr, im Haus des Gastes sind unter Telefon 0173/6419609 erhältlich oder an der Abendkasse. Am Sonntag, 2. Februar, findet die Kinder-Sitzung, ebenfalls im Haus des Gastes, statt. Beginn 14.11 Uhr.

Franz Meyer (links) und Peter Schödl lernen das KVE Opa Elwi mobil laufen.
Franz Meyer (links) und Peter Schödl lernen das KVE Opa Elwi mobil laufen. Foto: Elig
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