Rheinpfalz „Da passen keine 30 Liter rein“

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Waldfischbach-Burgalben. Der 30-Liter-Restmüllsack der Kreisverwaltung sorgt für Verdruss bei Bernhard Müller in Waldfischbach. „Da passen keine 30 Liter rein“, moniert Müller. „Die Kreisverwaltung hat das vor einiger Zeit getestet“, versichert jedoch die Pressestelle der Kreisverwaltung. Aber nicht, wenn der Sack noch zugemacht werden soll, wie Müller im Praxistest belegt.

Der Waldfischbacher ist beileibe kein Pedant, der immer alles genau nachmisst. Aber momentan braucht Bernhard Müller wegen eines Pflegefalls in der Familie sehr viel an Restmüllvolumen für die Inkontinenzwindeln. Und da fällt schnell auf, dass in den 30-Liter-Sack, wenn er noch ordnungsgemäß verschlossen wird, eben nie 30 Liter reinpassen. Höchstens 20 Liter hat Müller nutzen können, sofern er den Sack mit einer Schnur zubindet. „Die Kreisverwaltung lässt sich zehn Liter Luft bezahlen“, kritisiert er. Bei der Kreisverwaltung scheint Müller nicht der einzige zu sein, der sich über das Fassungsvermögen des grauen Restmüllsacks beschwert hat. Sonst hätte die Verwaltung nicht den Test mit Wasser gemacht und tatsächlich 30 Liter einfüllen können, wie Ulla Eder von der Pressestelle versichert. Allerdings blieben dann nur noch zehn Zentimeter Rand oben übrig – die reichen aber auch für Schnürkünstler nicht zum Zubinden. „Mit Klebeband geht das schon“, heißt es aus der Pressestelle. Dann bleibt aber immer noch in der Mitte eine Öffnung, wie der Praxistest der RHEINPFALZ ergeben hat. „Soll ich den Sack oben komplett mit Klebeband zukleben?“, fragt Müller und verweist auf die Unmengen an Klebeband, die er dann regelmäßig brauche. Die Alternative wäre, die offenen Säcke mit 30 Litern Windeln an den Straßenrand zu stellen – ohne Schnur und ohne Klebeband. Was dann mit dem Inhalt über die Nacht passieren könnte, will sich Müller gar nicht ausmalen: „Das können Sie mit inkontinentem Material nicht machen.“ Auf seine Beschwerde hin sei ihm nur mitgeteilt worden, dass die Säcke 30 Liter fassen – und damit fertig. Weitere Nachfragen seien nicht mehr beantwortet worden. „Die Reaktion der Kreisverwaltung ist nicht in Ordnung“, findet der Waldfischbacher. Die blauen Säcke, die eigentlich für Windeln vorgesehen sind, verwendet Müller nicht, da diese nicht praktikabel seien und ohnehin eine ähnliche Form haben. Zudem kostet der blaue 30-Liter-Windelsack drei Euro und der graue 30-Liter-Restmüllsack nur 1,90 Euro. Bei zehn Säcken pro Monat, die Müller wegen des Pflegefalls in der Familie benötige, ist das kein geringer Preisunterschied. Und bei einem Preis von 6,3 Cent pro Liter Restmüllsackvolumen wurmt es ihn gewaltig, dass sich der Kreis jeden Monat für zehn Säcke und je zehn Liter nicht nutzbares Volumen 6,30 Euro bezahlen lässt, ohne die entsprechende Leistung zu erbringen.

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