Am 26. und 27. September
Honig: Festival fürs süße Naturprodukt mit Herkunftssiegel
Es gibt ihn in zahlreichen Sorten – als milden Rapshonig, kräftig-herben Tannenhonig und goldfließenden Blütenhonig etwa. Und Honig gilt Süßschnäbeln als gesündere Alternative zum Haushaltszucker. Weil Bienen wichtig für die Natur und die Bestäubung vieler Nutzpflanzen sind, trägt die heimische Honigproduktion zudem zum Umweltschutz bei und stärkt die Landwirtschaft.
Ein Grund, warum heimischer Bienenhonig jetzt auch zum Verkaufssortiment der Tourist-Information Ludwigshafen gehört: Der Honig stammt von Bienen aus dem Ebertpark und aus Ruchheim, wo Bienen Nektar in einer vielfältigen Blühlandschaft sammeln. Den Geschmack dieses Blütenhonigs prägen vor allem Spitzahorn, Bergahorn, Robinie und Linde. Frühblüher sowie Blumen, Stauden und Sträucher und andere Baumarten ergänzen den Honig. Die Imkerei des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen (WBL) sei aus der Idee entstanden, ungenutzte Grünflächen ökologisch aufzuwerten und Lebensräume für Bienen zu schaffen, informieren die Mitarbeitenden der Tourist-Information.
Honig vereint dem Deutschen Imkerbund zufolge mehr als 180 naturbelassene Inhaltsstoffe, darunter Enzyme, die den Zucker im Honig umwandeln und eine antibakterielle Wirkung erzeugen. Milch mit Honig sei nicht von ungefähr ein bewährtes Hausmittel bei Husten, heißt es auf deutscherimkerbund.de. Die AOK berichtet von Hinweisen darauf, dass Honig die Absonderung von Schleim und akuten Husten bei Kindern reduzieren könne. „Für eine optimale Wirkung empfehlen Wissenschaftler Kindern ab einem Jahr eine Einzeldosis von 2,5 Millilitern, einzunehmen vor dem Zubettgehen“, informiert die Krankenkasse, die aber auch auf den hohen Zuckergehalt im Honig hinweist.
Gepanschte Billigprodukte
Doch Honig ist nicht gleich Honig, und die Imker sehen sich zunehmend mit gepanschter Konkurrenz zum Dumping-Preis konfrontiert. Dabei wird billiger Zuckersirup untergemischt. Der Imkerverband Rheinland-Pfalz mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße fordert deshalb gezielte Beprobungen von Importhonigen im rheinland-pfälzischen Einzelhandel, die Beauftragung eines geeigneten Labors „nach EU-Kontrollverordnung 2017/625, Artikel 37“ und die Ahndung von Verstößen bis hin zum Verkaufsverbot.
Woran aber können Verbraucherinnen und Verbraucher naturbelassene Alternativen erkennen? Die Marke „Echter Deutscher Honig“ des Deutschen Imkerbunds stehe beispielsweise seit 1925 „für höchste Qualität und Naturbelassenheit“, wie der Imkerbund auf seiner Webseite informiert. „Über 99 Prozent unserer Mitglieder sind Freizeitimkerinnen und -imker, die ihrem Hobby mit viel Herzblut nachgehen“ – und dabei freiwillig strengere Qualitätsrichtlinien berücksichtigen, als es die gesetzlichen Vorgaben erfordern. „Bei Sortenhonigen stellt eine aufwendige Pollenanalyse sicher, dass auch drin ist, was draufsteht. Dabei hat jeder Honig seinen ganz individuellen Geschmack“, betonen die Expertinnen und Experten.
Hinweise auf beste Qualität können auch Verbandsprämierungen geben. So ging im vergangenen Jahr die höchste Auszeichnung – „Gold Plus“ – an die Imkerin Anna Schwab aus Annweiler. Insgesamt wurden mehr als 30 Erzeugerinnen und Erzeuger aus der Region mit Kammerpreismünzen in Gold, Silber und Bronze geehrt. „Durch das Aufdecken gepanschter Honige haben wir eine Lawine in der Lebensmittelbranche ausgelöst“, erklärte der Landesvorsitzende des Imkerverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Hock, bei der Prämierung im November 2025. „Die Folge war, dass jetzt europaweit ein Umdenken stattfindet und bei Honigen aus der ganzen Welt die Angabe des Herkunftslandes auf dem Etikett stehen muss.“ Der Rheinland-Pfälzische Imkerverband und der Deutsche Berufsimkerverband haben Hocks Worten zufolge gemeinsam Kontrollen auf den Weg gebracht und so auf die Honigpanscherei aufmerksam gemacht.
Beitrag zum Naturschutz
Wer auf Bio setzt, wird auch beim Honig fündig. Die Zertifizierung hat laut Jochen Dörr vom Imkerverband Rheinland-Pfalz nicht nur den Honig selbst und seine Qualität als vielmehr auch Bienenhaltung und Produktionsweise im Blick. „Da Bienen sich nicht vorschreiben lassen, wo sie sammeln, konzentriert sich die Bio-Zertifizierung auf Faktoren, die der Imker direkt beeinflussen kann“, erklärt Dörr. Bienenstöcke beispielsweise müssen ihm zufolge für Bio-Honig aus Naturmaterialien bestehen, die Standorte der Stöcke unterliegen strengeren Richtlinien und das Beschneiden der Flügel der Bienenkönigin, um das natürliche Ausschwärmen zu verhindern, ist verboten.
Wer „Echten Deutschen Honig“ wählt, ob Bio oder nicht, unterstützt laut Imkerbund übrigens die Natur: „Honigbienen liefern einen kostbaren Beitrag zum Umweltschutz und zur Artenvielfalt“, informiert der Deutsche Imkerbund online auf deutscherimkerbund.de. „Die Bestäubungstätigkeit der Bienen brauchen wir regional, daher ist die Förderung deutschen Honigs wichtig.“ Dieser wird zudem stets im Mehrwegglas vermarktet. Es sei mit einer Rücklaufquote von nahezu 80 Prozent ressourcenschonend im Einsatz. „Die Förderung der Bienenhaltung unter Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landespflege“ ist denn auch erklärtes Ziel des rheinland-pfälzischen Imkerverbands mit seinen fast 50 örtlichen Imkervereinen, die große Mehrzahl davon aus der Pfalz.
Honig-Bienen-Land-Festival in Neustadt
Der Verband feiert im September eine Premiere in Neustadt: das erste Bienen-Genuss-Festival. Es vereint Wissen, Erlebnis und Geschmack rund um Honig und Bienen. Der rheinland-pfälzische Imkerverband will in einem bunten Programm mit interaktiven Formaten Einblicke geben in das Leben von Bienen und Wildbienen, Biodiversität und Bienengesundheit und in Herausforderungen zum Klimawandel und Umweltschutz sowie in traditionelle und moderne Imkerei. Gäste bekommen etwa Zubereitungstipps für Honig von einem Sternekoch in der Showküche. An einer Probiertheke können Honige verkostet werden. An Marktständen werden Spezialitäten regionaler Hersteller feilgeboten, die es ohne Bienen so nicht gäbe. Nicht zuletzt sind Schauschleudern von Honig und Drohnenzeichnen geplant, und in einer Mikroskopierecke können winzige Details von Waben erkundet werden.
„Das Festival stellt die Biene in den Kontext der regionalen Landwirtschaft – zwischen Weinbergen, Blühflächen und kulinarischer Kultur der Pfalz“, informiert der Verband. „Die Bienen und ihr Honig sind Vermittler zwischen Natur, Handwerk und Genuss. Vom Spitzenwein über aromatische alte Obstsorten bis zum Honigbier.“ Es werden noch Aussteller gesucht: Wer vor Ort dabei sein möchte, kann seine Vorschläge per E-Mail einsenden: buero@imkerverband-rlp.de.
Sa/So 26./27.9., 9-18 Uhr, Neustadt, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Breitenweg 71, Festivalinfos: www.imkerverband-rlp.de, Kontakt: Imkerverband Rheinland-Pfalz, Breitenweg 71, Neustadt, Telefon 06321 968837, E-Mail: info@imkerverband-rlp.de, www.imkerverband-rlp.de
Fruchtiger Fitmacher: Honigjoghurt mit Obst
Zutaten:
1 Banane, 250 g Erdbeeren, 1 Limette (Saft), 500 g Naturjoghurt (3,8 %), 2 EL Sanddornmark, ½ Tasse Weizenkleie, 4 EL Echter Deutscher Honig, nach Belieben Bourbon-Vanille (gerieben, Mühle), etwas frische Minze
Zubereitung: Erdbeeren gut waschen, davon etwa 150 g pürieren und etwa 100 g vierteln. Die Bananen schälen, der Länge nach halbieren und in Scheiben schneiden. Bananen- und Erdbeerstücke mit dem Joghurt vermengen, anschließend die pürierten Erdbeeren, Sanddornmark, Weizenkleie und Honig unterheben. Zum Schluss den Limettensaft dazugeben, unterrühren und das Ganze mit Bourbon-Vanille abschmecken. In Dessertschalen oder Gläser füllen und mit frischer Minze dekorieren.
Tipp: Wer es leichter mag, kann statt Naturjoghurt fettarme Dickmilch (1,5 %) verwenden. (Quelle: deutscherimkerbund.de/rezepte
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