Rheinpfalz D-Mark noch in vielen Köpfen

Am 1. Januar 2002 löste der Euro die Deutsche Mark und viele andere Währungen in Europa ab. Auch 15 Jahre nach dieser Umstellung hadern vor allem ältere Bürger noch mit dem neuen Geld. Wir haben uns umgehört, wie die Deutsche Mark noch heute in den Köpfen der Leute herumspukt und wie viel D-Mark noch heute bei den Banken zum Umtauschen abgegeben werden.
„Es ist zwischenzeitlich sehr ruhig geworden“, sagt der Vorstand der Volksbank Lauterecken, Joachim Wagner. Nur noch sporadisch kämen die Leute mit Mark zum Geldwechseln. „Das ist aber oft nur Kleingeld, das noch zufällig gefunden wurde“, erklärt er. Natürlich gebe es immer noch viele Menschen, die bis heute vergleichen und noch die „alten“ D-Mark-Preise im Hinterkopf hätten. Vor allem aber die jüngere Generation habe sich gut daran gewöhnt. „Die Umstellung auf das SEPA-Format bei Überweisungen vor knapp zwei Jahren hätte ich mir im Vergleich dazu stellenweise sogar schwieriger vorgestellt, aber auch diese lief weitgehend problemlos“, berichtet der Vorstand der Volksbank Lauterecken. Auch bei der Kreissparkasse in Kusel gebe es nach wie vor Kunden, die ab und zu ihre Scheine und Münzen der ehemaligen Währung abgeben möchten, erzählt Lena Daniel. „Das sind aber nur noch Kleinbeträge, die man beim Ausmisten noch findet.“ Dennoch sei im Jahr 2016 mehr umzuwechseln gewesen als üblich. „Das lag aber auch daran, dass wir einige wenige größere Einzahlungen an D-Mark hatten, welche das Gesamtbild etwas verzerrten“, fährt Daniel fort. Dass die Kunden noch in D-Mark umrechnen oder sich beschweren, bemerkten ihre Kollegen allerdings nur noch selten: „Dies war in den ersten fünf Jahren nach dem Wechsel extrem, mittlerweile aber kaum noch.“ Sabine Zimmermann von der Volksbank Glan-Münchweiler findet, dass sich der Euro mittlerweile etabliert habe. „15 Jahre sind ja auch eine lange Zeit.“ Ihre Kollegen zögen Vergleiche zwischen Euro und D-Mark nur noch zu Hilfe, wenn es für die Verdeutlichung einer ganz speziellen Sache von Nöten sei. So habe die Volksbank im Jahr 2016 etwa 1650 D-Mark, das heißt den Gegenwert von rund 850 Euro, zum Umtausch erhalten und eingeschickt. Auch Zimmermann betont, dass dies hauptsächlich Kleinbeträge seien, wenn jemand beispielsweise beim Aufräumen noch altes Geld gefunden habe. Trotz allem haben manche bis heute ihre Schwierigkeiten mit dem Euro, wie eine kleine RHEINPFALZ-Umfrage ergab. Jutta Vogelgesang zum Beispiel: Sie hat sich immer noch nicht wirklich an ihn gewöhnt. „Ich rechne immer noch um“, erzählt sie. „Ich komme aber auch aus der Generation, bei der dies normal ist.“ Vor allem das viele Münzgeld bereitet ihr manchmal Probleme: „Bei den Cent-Stücken zum Beispiel fällt die schnelle Unterscheidung oft schwer.“ Auch Edda Nothacker war mit der Deutschen Mark zufriedener: „Da hatte ich mehr von meinem Lohn“, findet sie. Trude Knapp wiederum hat sich mit der Zeit besser mit der neuen Währung zurechtgefunden. „Das vorhergehende Geld war besser, man hatte mehr“, sagt sie aber. Dennoch findet sie es gut, dass man für den Urlaub in Europa nun (fast) überall dieselbe Währung hat. |uck