Rheinpfalz Coronavirus: Lehrer nicht in Wachenheim infiziert

Sowohl die Grundschule als auch der Wachenheimer Zweig der Gesamtschule bleiben voraussichtlich eine Woche geschlossen.
Sowohl die Grundschule als auch der Wachenheimer Zweig der Gesamtschule bleiben voraussichtlich eine Woche geschlossen. Foto: Franck

Während der Wachenheimer Standort der Integrierten Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim wegen eines Coronafalls am Samstag für eine Woche geschlossen wurde, wird in Deidesheim nach einem Vertretungsplan unterrichtet. Trotz der neuen Corona-Fälle lasse sich in Wachenheim keine Krisenstimmung erkennen, sagte Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) am Sonntag.

Wie in der RHEINPFALZ am SONNTAG berichtet, waren am Samstag sowohl der IGS-Standort in Wachenheim als auch die Grundschule An der Wachtenburg wegen eines bestätigten Corona-Falls im Lehrerkollegium der Gesamtschule geschlossen worden. Ebenfalls am Samstag wurde die Erkrankung bei zwei Angehörigen der Frau bestätigt, die bereits positiv auf das neuartige Virus getestet worden war. Daraufhin hatte das Gesundheitsamt alle Kinder der Kita Pusteblume und das Personal unter häusliche Quarantäne gemäß Paragraf 30 gestellt. „Es ist reiner Zufall, dass der Lehrer fast ausschließlich in Wachenheim eingesetzt ist. Sein Fall steht mit den anderen Fällen bei uns in keinerlei Verbindung“, betonte Wachenheims Bürgermeister Bechtel.

Waldkindergarten bleibt offen

Anders als Grundschule, Hort und Kindertagesstätte bleibt der Waldkindergarten nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt offen. Man habe keine Verbindung zu der infizierten Frau und deren Kind gesehen, die eine Schließung nötig machen würde: „Am Ende weiß ich nicht, was richtig ist. Aber ich halte mich ganz klar an die Empfehlungen des Gesundheitsamts“, sagte Bechtel. Er habe am Samstag im Vorfeld der Entscheidung zahlreiche Gespräche geführt und in intensivem Kontakt mit Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) und Gesundheitsamtsleiterin Silke Basenach gestanden. Anders als die Kita, die voraussichtlich insgesamt zwei Wochen geschlossen ist, werden die Schulen vorerst nur für eine Woche zu bleiben. Dies sei „medizinisch begründet“, so Basenach.

Georg Dumont, Leiter der IGS, hat unterdessen eine Liste mit Personen erstellt, die intensiven Kontakt mit dem erkrankten Lehrer hatten. Zu den Kategorien I und II nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts, zählen 22 Personen, die in dieser Woche nicht unterrichten dürfen. „Ich selbst falle in Kategorie I mit höherem Infektionsrisiko, und mir geht es gut“, erzählte Dumont. Komplett freigestellt sind auch die 220 Schüler der Klassenstufen fünf und sechs, die in Wachenheim unterrichtet werden.

Für sie gilt, dass sie sich möglichst im häuslichen Umfeld aufhalten sollen, wie Silke Basenach erklärte. „Ziel ist es, die Infektionskette zu unterbrechen.“ Sobald Kinder aus Schule oder Kita Symptome wie Husten oder Fieber zeigten, sollte der Hausarzt aufgesucht und das Gesundheitsamt informiert werden. Am Sonntag waren die Mitarbeiter des Gesundheitsamts damit beschäftigt, zu ermitteln, wer direkten Kontakt zu den positiv Getesteten hatte und diese Menschen zu kontaktieren. Neue Corona-Fälle gab es bis zum Nachmittag im Bereich des Gesundheitsamts Neustadt nicht.

Kein Hansel-Fingerhut-Spiel

Das Hansel-Fingerhut-Spiel in Forst findet unterdessen in diesem Jahr nicht statt. Wegen des Coronavirus haben die Gemeinde Forst und der Verein für Brauchtum und Dorfverschönerung die traditionelle Veranstaltung abgesagt, die für Sonntag, 22. März, geplant war. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte am Sonntag der Forster Ortsbürgermeister Bernhard Klein (CDU). „Es tut uns sehr leid. Aber angesichts der Corona-Epidemie haben wir eine Verantwortung. Die Absage der Veranstaltung ist deshalb eine angemessene Reaktion, um einen Beitrag zu leisten, die Infektion einzudämmen“, begründete Klein. Denn es sei zu erwarten, dass die Anzahl der infizierten Menschen weiter ansteigen werde.

Wie Landrat Ihlenfeld sagte, müsste im Einzelfall entschieden werden, ob eine Veranstaltung wegen der Corona-Epidemie abgesagt werden muss: „Das Gesundheitsamt berät die Veranstalter, und am Ende muss nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts abgewogen werden.“

Telefonaktion

Silke Basenach, Leiterin des Gesundheitsamts Neustadt, sowie Hygieneinspektorin Sandra Pfeifer informieren am Dienstag, 10. März, am RHEINPFALZ-Lesertelefon über die aktuelle Situation rund um Erkrankungen mit dem Coronavirus im Landkreis Bad Dürkheim und in der Stadt Neustadt. Die Expertinnen beantworten zwischen 10 und 11.30 Uhr Leserfragen unter Telefon 06322 9452-40.

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