Kultur Südpfalz
Comedian Tedros „Teddy“ Teclebrhan kommt mit neuem Programm nach Karlsruhe
Tedros „Teddy“ Teclebrhan ist Comedian, Schauspieler, Entertainer und Musiker. Und er ist ein Schwabe aus Eritrea, eine ungewöhnliche Kombination. Ab Februar geht er mit seinem neuen Programm „Die Teddy Show“ auf Tour, die ihn am 5. April und noch mal am 17. Dezember in die Schwarzwaldhalle nach Karlsruhe führen wird.
Bevor Tedros „Teddy“ Teclebrhan auf große Tour geht, spielte er sich bei einer Clubtour in etwas kleineren Locations schon mal warm. Dabei testete er neue Gags darauf, ob sie beim Publikum ankommen oder ob er noch nachbessern muss – straffer ziehen, ergänzen oder auch mal ganz streichen. So richtig intim und „clubbig“ war es auf dieser durchweg ausverkauften Clubtour dann freilich doch nicht, dafür waren die Auftrittsorte schon wieder zu groß, denn Teddy Teclebrhan hat einfach sehr viele Fans.
Bald 40 Millionen Aufrufe verzeichnet mittlerweile sein Youtube-Video „Umfrage zum Integrationstest (was nicht gesendet wurde)“, das ihn 2011 fast schlagartig bekannt machte. Als afrikanischer Immigrant im Feinrippunterhemd, mit Glatze und auffällig blondiertem Schnauzbart beantwortete er da die Frage nach dem Namen der amtierenden Bundeskanzlerin mit „Angelo Merte“ und die nach ihrem Vorgänger unentschieden mit „Hitler, kann das sein?“. Als dieser Sechs-Minuten-Clip vor nunmehr neun Jahren hochgeladen wurde, führte er zuerst zu einer erhitzten Diskussion um die dokumentarische Authentizität dieser Umfrage, die doch Satire war, und begründete dann Teddys Popularität als Comedian.
Teddy hat viele Rollen drauf
Dieser fröhlich-unwissende Afrikaner Antoine, so zeigte sich bald, war nur eine von ganz verschiedenen Figuren, die Teclebrhan draufhat. Seine „Teddy Show: Ds passiert alles in dein Birne!“, die ab 2017 Arenen füllte, begann regelmäßig mit einem kurzen Filmeinspieler, in dem der Star seinem Psychiater erklärte, er höre Stimmen und sehe Menschen. Was Teddy da so wahrnahm „in sein Birne“, waren die verschiedenen Persönlichkeiten, die in ihm steckten, die unterschiedlichen Rollen, die er heute noch spielt.
Da ist der rastagelockte, italienische Caterer Guido, der sich eher zufällig auf die Bühne verirrt, schüchtern ein paar verlegene Tanzschritte vollführt und nur leidlich geistreiche Bemerkungen anzubringen vermag. Da ist der umso schillerndere, selbstverliebte und latent aggressive Percy, der nie stillhalten kann und eitel erklärt: „’S ischt so nervig, wenn man mal in der Modelbranche war, kriegt man die Moves nicht raus!“ Oder der spießbürgerliche, fremdenfeindliche Schwabe Ernst Riedler, der mit Hape Kerkelings Horst Schlämmer verwandt sein könnte. Es sind nicht vorneweg unsympathische, aber samt und sonders eingebildete und selbstbezogene Figuren, die Teddy auftreten lässt, dabei alle sehr gekonnt und mit viel Hingabe bis in die Details genau gezeichnet.
Ghettoslang und Schwäbisch
Teclebrhan, so viel ist gewiss, ist den Vorbildern nicht nur begegnet, sondern er hat sie studiert und verinnerlicht und legt nun sein großes schauspielerisches Können an den Tag, um sie zu verkörpern. Auf unterschiedliche Weise nuschelnd, lispelnd, bis zur Unverständlichkeit verkürzend, grammatikalisch sonderbar in einer letztlich unvergleichlichen Mischung aus Ghettoslang und Schwäbisch, hat jede seiner Figuren ihre charakteristische, immer eigenwillige Ausdrucksweise. Jede bewegt sich ganz anders und spiegelt überzeichnet einen Typus, den Teddys überwiegend junge Fans hochamüsiert wiedererkennen.
1983 in Eritreas Hauptstadt Asmara geboren und aufgewachsen in Mössingen am Fuß der Schwäbischen Alb, besuchte Teclebrhan in Stuttgart die Schauspielschule, um anschließend im Theater, in TV-Serien wie „Laible und Frisch“ oder im Musical „Hairspray“ aufzutreten. Er spielte eine Hauptrolle in der Kinokomödie „Halbe Brüder“, moderierte zuletzt an der Seite von Désirée Nosbusch die Verleihung des Deutschen Filmpreises und war als Erzieher im Drama „Systemsprenger“ zu sehen, das bei der Berlinale ausgezeichnet wurde und zumindest eine Zeitlang sogar Hoffnungen auf eine deutsche Oscar-Nominierung nährte. Seit ein paar Monaten hat der 36-Jährige mit „1:30“ eine eigene Fernsehshow auf Pro Sieben und erneut einen, diesmal musikalischen, Youtube-Hit als Antoine, mit Glatze, blondiertem Schnauzer und in einer glänzend roten Arbeitsagentur-Fanjacke: „Lohn isch da.“
Termin
„Teddy Show“, Sonntag, 5. April, 19 Uhr, Schwarzwaldhalle Karlsruhe. Tickets unter www. eventim.de