Rheinpfalz Bunker wieder im Dornröschenschlaf
Jetzt kann buchstäblich Gras über das 2010 mit großen Hoffnungen gestartete Projekt eines Hochsicherheitsrechenzentrums wachsen (die RHEINPFALZ berichtete). Der frühere Eingang zum Arius-Bunker im Fresstal beim Beckenhof ist endgültig mit Beton verschlossen worden und dick mit Erde zugeschüttet.
Im März war bekannt geworden, dass Unbekannte die provisorische Übererdung des Bunkereingangs aufgegraben und den Bunker mit Gewalt geöffnet hatten (wir berichteten am 15. März). Der Bunker lag wochenlang offen im Wald. Die Kreisverwaltung war in der Pflicht, die Anlage wieder zu sichern, hieß es damals von Seiten des Besitzers, des Mainzer Umweltministeriums. Das hat der Kreis inzwischen getan, wie Verwaltungssprecherin Ulla Eder auf Anfrage mitteilte. Der Bunker wurde wieder mit Beton verschlossen und über den Eingang viel Erdreich geschüttet, das entsprechend der Umgebung modelliert wurde. In wenigen Jahren wird kaum noch jemand genau sagen könne, wo der Eingang war. Auf eine Verplombung wie zuvor sei aus Kostengründen verzichtet worden, so Eder. Diese Vorgehensweise sei mit dem Land als Eigentümerin des Bunkers abgestimmt worden. Die Kosten von 8500 Euro trägt zu 20 Prozent das Land. Der Rest kommt aus der Kreiskasse. Probleme bereiten derzeit Armiereisen, die aus dem Erdreich vor dem Bunker aufragen und eine gewisse Verletzungsgefahr für Spaziergänger darstellen können. Diese Eisenstücke seien erst kürzlich aus dem Boden ausgewaschen worden, erläutert Eder. Der starke Regen habe das Erdreich zum Teil weggeschwemmt und die Eisen freigelegt. „Der Kreis kümmert sich bereits darum, dass diese Gefahrenstellen schnellstmöglich wieder beseitigt werden“, versicherte die Kreissprecherin. In dem früheren Arius-Bunker sollte im Kriegsfall das Nato-Hauptquartier Airnorth einziehen. Die riesigen unterirdischen Hallen wurden jedoch nie fertiggestellt, da sich der Feind in Form des Warschauer Paktes von alleine auflöste. Vor elf Jahren wurde der Bunker dann zubetoniert und übererdet. 2010 sorgte ein früherer Bundeswehroffizier für Furore mit dem Plan, den Bunker für ein Rechenzentrum mit besonderen Sicherheitsanforderungen umzubauen. Der Kreis ließ daraufhin, zum Teil auf eigene Kosten, den Bunker wieder öffnen. Aus dem Hochsicherheitsrechenzentrum mit Hunderten Arbeitsplätzen wurde aber nichts.