Rheinpfalz Bröckelt Schlossgraben weiter?

Deidesheim. Die Sperrung eines Teils des Deidesheimer Schlossgrabens könnte sich noch länger hinziehen. Denn für die obere Denkmalbehörde hat die Sanierung der beschädigten Mauer nicht höchste Priorität. Die Stadt will nun zumindest erreichen, dass wenigstens ein Teil der erwarteten Landeszuschüsse noch diese Jahr fließt.
Die Generaldirektion, das frühere Landesdenkmalamt, hat laut Deidesheims Bürgermeister Manfred Dörr mitgeteilt, dass die Sanierung in die Förderliste aufgenommen werde, aber nicht in der ersten Kategorie. „Das bedeutet, dass die Sanierung in diesem Jahr nicht maximal gefördert werden kann.“ Womöglich müsse das Vorhaben deshalb aufgeschoben werden, obwohl man gerne schnellstmöglich mit der Sanierung beginnen würde. Demnächst solle es einen Ortstermin mit Denkmalpfleger Georg Karn geben. Dabei gehe es auch um die Frage, ob der Landeszuschuss gesplittet werden könne. Wenn dies möglich sei und der Zuschuss auf zwei Jahre gestreckt werde könne, könnte man zumindest noch in diesem Jahr anfangen, so Dörr. Seit April 2013 ist der westliche Teil des Schlossgrabens gesperrt, weil es Schäden im Mauerwerk gibt. Dieses hat sich an mehreren Stellen in Richtung Graben gewölbt. Schuld daran ist vermutlich ungeordnet abfließendes Wasser. Zu sanieren ist nicht nur die Mauer selbst, sondern auch der Teil der Burggasse oberhalb der Schlossgrabenmauer. Möglicherweise müsse deren Sanierung aber auch noch aufgeschoben werden, sagt Dörr. „So lange der Graben gesperrt ist“, habe er keine Bedenken, dass das möglich sei. Allerdings könne es auch passieren, dass nach starkem Regen noch stärkerer Druck auf das beschädigte Mauerwerk ausgeübt werde. Der Schlossgraben ist als Park angelegt. Er gehört zu der Schlossanlage, die einst eine wehrhafte Anlage war und im 14. Jahrhundert mit der neuen Stadtbefestigung verbunden wurde. Im gesperrten Teil steht auch der Turm, der dem jeweiligen Turmschreiber als Residenz dient. Dörr informierte, dass diese Tradition möglicherweise organisatorisch auf neue Füße gestellt werden könne. So sei geplant, die bisherige Stiftung zur Förderung der Literatur in der Pfalz, die die Turmschreiberei finanziert, als Unterstiftung der Frank-Lyden-Stiftung fortzuführen. Dem müsse deren Kuratorium aber noch zustimmen. Zudem solle ein Beirat gebildet werden, der aus den Bewerbern den jeweiligen Turmschreiber auswählt. Literatur und die Frank-Lyden-Stiftung liegen nicht so weit auseinander: Die nach dem von Deidesheim in die USA ausgewanderten Franz-Josef Leidenheimer, später Frank Lyden, benannte Stiftung hat sich auch der Förderung von Aktivitäten in Wissenschaft, Literatur und Kunst verschrieben. (ff)