Rheinpfalz Bis zur Steckdose ist es weit

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Seit Februar wird kräftig gewerkelt am Umspannwerk der Pfalzwerke in Otterbach. Der Laie bekommt davon nur die Arbeiten an der Freiluftanlage mit. Was genau passiert, haben Peter Cziborr, Dirk Rentz und Susanne Becker jetzt im RHEINPFALZ-Gespräch erläutert.

Das rund 11.200 Quadratmeter große Areal in Otterbach befindet sich momentan im Umbau − oder, wie Peter Cziborr klarstellt: „Modernisierung ist der treffendere Begriff, da ja nichts Neues hinzukommt, sondern einfach nur die alten Bestandteile der Anlage durch neue ersetzt werden.“ Ein Umspannwerk an dieser Stelle gab es schon 1937, aber davon sind keine Pläne mehr vorhanden. 1981 wurde die heutige Anlage errichtet, die sich jetzt einer Modernisierung unterziehen muss. Hierfür ist Dirk Rentz zuständig: Der Projektleiter ist seit 2009 bei der Pfalzwerke Netz AG beschäftigt und kennt sich als studierter Elektroingenieur bestens mit der Materie aus: „Das Ende der Modernisierung habe ich für Juni 2016 in den Terminkalender eingetragen, danach muss ich erst wieder in 30 Jahren hier her.“ Das Umspannwerk dient als „Knotenanlage“ für den gesamten Raum Kaiserslautern. Insgesamt betreiben die Pfalzwerke 55 Umspannwerke in der Pfalz und dem Saar-Pfalz-Kreis. „Das Gebiet deckt rund 6000 Quadratkilometer ab und reicht von Ludwigshafen über Kandel in der Vorderpfalz bis nach Frankreich“, erläutert Pressereferentin Susanne Becker. Beim Besuch fällt auf, dass nur einige wenige Arbeiter am Werk sind. Elektromeister Cziborr erklärt: „Für die Anlageninstandhaltung sind zwei Teams zuständig, die alle 55 Umspannwerke abdecken.“ Die Gruppe um den Elektromeister, bestehend aus neun weiteren Personen, muss die Hälfte der Standorte bedienen: „Die neue Technik hat die Arbeit sehr erleichtert, da nun für längere Zeit nicht mehr gewartet werden muss.“ Im Fall einer Störung, beispielsweise durch einen Blitzeinschlag, regelt die Netzleitstelle in Mutterstadt die Angelegenheit blitzschnell. „Das Dutzend Mitarbeiter arbeitet hier 24/7, also rund um die Uhr im Schichtbetrieb“, erklärt Susanne Becker. Es stehen mehrere Leitungen zur Verfügung, auf die ausgewichen werden kann, wenn eine überlastet ist: „Der Verbraucher bekommt davon lediglich ein kurzes Flackern mit, da in Sekundenschnelle reagiert wird mittels modernster Computer.“ Eine weitere Besonderheit im Netz der Pfalzwerke ist das „unabhängige Kommunikationssystem im Erdseil über der Hochspannungsleitung durch Glasfaserkabel“, betont Cziborr. Will sagen: Die Pfalzwerke verfügen über ein eigenes Telefonnetz. „Die große neu errichtete Anlage nebenan gehört nicht zu den Pfalzwerken“, informiert Becker. Die Firma Amprion, deren Gelände direkt angrenzt, ist eine der vier großen Übertragungsnetzbetreiberinnen in der Bundesrepublik. In ihrem Otterbacher Umspannwerk wird der angelieferte Strom auf der 380-Kilovolt-Ebene durch einen Transformator auf die 110-Kilovolt-Ebene reduziert. Die Pfalzwerke Netz AG ist Abnehmerin des nebenan reduzierten Stroms. Ihre Aufgabe ist es, „jetzt die 110 auf 20 Kilovolt umzuwandeln“, erklärt Rentz. Dieser Strom wird nun in die einzelnen Ortschaften verteilt, wo er in Trafostationen nochmals auf 0,4 Kilovolt reduziert wird. „Das letzte Betriebsmittel auf dem Weg des Stroms ist nun die Steckdose“, erklärt der Elektromeister. Bei Arbeiten auf dem überraschend geräuschsarmen Gelände ist äußerste Vorsicht geboten, informiert Cziborr. Mit einem Spannungsprüfer im Gepäck lässt sich feststellen, ob auf der Leitung noch Strom fließt. Das Werkzeug sieht aber einem Spannungsprüfer aus dem Baumarkt in keinster Weise ähnlich.

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