Rheinpfalz Billiger und besser

Der Gemeindewald hat im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung in Rehweiler gestanden: Außer für die Stammholzvermarktung durch die „Kommunale Vermarktungsorganisation Pfalz“ zeigten sich die Gemeindevertreter auch offen für den Beitritt in einen Forstzweckverband.
Im Landkreis sollen nach Vorstellung des Forstamtes Zweckverbände gegründet werden, die über die Verbandsgemeindegrenzen hinaus gehen sollen. Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel betonte, dass die Gemeinden, die über einen Zweckverband ihren Forst bewirtschaften lassen möchten, auch weiterhin Eigentümer ihres Waldes bleiben werden. Als großen Vorteil wertete sie, dass das Forstamt nur noch einen Wirtschaftsplan je Zweckverband erstellen müsse. Nicht die Gemeinden, sondern der gewählte Vorstand des Zweckverbandes würden über diese Pläne befinden. Vorteile ergäben sich auch bei der Holzernte. Hier könne man besser auf schwankende Marktpreise reagieren, sprich man müsse nicht zwingend jährlich Holz einschlagen lassen. Außerdem entfalle die teils aufwendige Aufnahme des Holzes in den weit verstreuten, oft sehr kleinen Wäldern. Den zusätzlichen Aufwand berechneten die Holzaufkäufer bisher pro Festmeter Stammholz mit 3,50 Euro. Die Einnahmen sowie Ausgaben werden über einen Verteilerschlüssel aufgeteilt. Laut Kleinhempel hat das Forstamt bereits eine Satzung erarbeitet, die derzeit der Kreisverwaltung zur Genehmigung vorliege. Die Idee, die Waldbewirtschaftung statt in leistungsstarken, großräumigen Zweckverbänden zusammenzufassen, wurde bereits bei der Überarbeitung des Landeswaldgesetztes im Jahr 2000 geboren. Damals sollten sich die Körperschaften zu Solidargemeinschaften zusammenschließen. Voraussetzung für den Beitritt zu einem Zweckverband ist eine Neuauflage des Forsteinrichtungswerks. Im Vorfeld der Wertermittlung, die noch in diesem Jahr erfolgen soll, stellte Forstamtsmitarbeiter Georg Bauer die Notwendigkeit und den Zweck eines für zehn Jahre gültigen Forsteinrichtungswerks vor. Der Forstbeamte betonte, er wolle, bevor er eine Wertermittlung durchführt, die Wünsche des Rates kennenlernen. Primär beanstandeten die Gemeindevertreter die Ertragssituation, die mit wenigen Ausnahmen defizitär sei. Weiter monierte das Gros des Rates die Struktur des Gemeindewaldes mit überwiegend großen Buchenbeständen und wenigen Nadelhölzern. Im nächsten Jahr wird es in Rheinland-Pfalz fünf kommunale Holzvermarktungsgesellschaften geben. Die „Kommunale Vermarktungsorganisation Pfalz“ wird ihren Sitz in Maikammer haben. Mitglieder der Gesellschaft werden die Verbandsgemeinden sein. Wie Forstamtsleiterin Kleinhempel weiter mitteilte, werde das Land über einen Zeitraum von sieben Jahren die fünf Gesellschaften mit einer Anschubfinanzierung von bis zu 500.000 Euro jährlich unterstützen. Bisher bekam der Landesforst für die Organisation der Holzvermarktung aus dem kommunalen Finanzausgleich jährlich 2,5 Millionen Euro. Die Vermarktungsgesellschaft wird ihre Arbeit im Januar 2019 aufnehmen. Bis zum 1. Juni 2019 kann Stammholz, das in diesem Jahr eingeschlagen wurde beziehungsweise noch wird, durch den Landesforst vermarktet werden. Ein Fragezeichen setzte sie hinter die Konkurrenzsituation, denn: „Holzmarkt ist Weltmarkt, der letztlich auch die Preise bestimmt“. Nicht betroffen von der Neuregelung sei jedoch, wie Kleinhempel betonte, das Brennholz. Das werde weiterhin vom Revierförster bereitgestellt und in Eigenverantwortung der Gemeinde verkauft. Die Entscheidung, wie man zu dem Ansinnen der Ortsgemeinde Krottelbach steht, das Forstrevier Glan-Münchweiler verlassen zu wollen, vertagte der Rat. Krottelbach habe bisher das formale Verfahren nicht eingeleitet, so die Begründung. Ohne Gegenstimme übertrug der Rat die Benennung eines Datenschutzbeauftragten an die Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Beteiligen will sich Rehweiler auch an dem für den 29. September 2019 geplanten Familientag, der auf dem Glan-Blies-Weg zwischen Waldmohr und Gimsbach stattfinden soll. Der Tag solle das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der neuen Verbandsgemeinde stärken und werde vom Landkreis unterstützt, informierte die Verwaltung die Ratsmitglieder.