Rheinpfalz Bier und Regen fließen
„Hallo Sabine, hast du schönes Wetter dabei?“, ruft Michael Schwarz einer Besucherin des Waldheimatfestes am späten Samstagnachmittag fragend zu. Sie hat es nicht. Trotzdem, das siebte Fest im Wald, gegenüber dem Forsthaus Falkenstein, hat seine treuen Besucher, auch wenn es regnet und am Abend kühl ist. So resümiert der Vorsitzende des Heimatvereins, Klaus Gütermann: „Natürlich hätte es besser sein können. Aber nach den Regentagen sind wir noch zufrieden.“
Im schicken Holzstand auf dem Festgelände liegt, steht und hängt alles trocken und regensicher, was für das Waldheimatfest wirbt: passend zum Wetter mit Emblemen verzierte Regenschirme, schwarze Poloshirts, Schneppekappen, Weizengläser und Porzellankrüge mit Logo. Schwarz hat wieder mit viel Aufwand einen Jahreskalender für 2018 hergestellt. Schwerpunkte: alte Schulfotos, Pfarrer der Pfarrei über 133 Jahre, Bilder von Fasnachtsumzügen und Naturaufnahmen von der Umgebung. Der Kalender kostet 8,50 Euro – „awwer die meischde gewwen zehn Euro“, sagt Schwarz schlitzohrig. „Und wenn ich nur 8,50 Euro bezahle?“ Seine prompte Antwort: „Dann reißen mer äfach e paar Monat raus.“ Schwarz hat auch einen dicken Ordner voller alter Schulfotos dabei. Teils mit den Namen der Abc-Schützen und Entlassschüler, teils noch unvollständig. „Wer mir helfen will, dass alles komplett wird, möge sich bitte melden.“ Die Stimmung zum etwas verspäteten Fassanstich ist gedämpft. „Es ist das verflixte siebte Jahr. Ihr wisst schon, was ich meine“, sagt Vereinsvorsitzender Klaus Gütermann skeptisch. An Absage sei zwar gedacht worden, doch laut ausgesprochen habe es niemand. „Ich hatte die ganze Woche Bauchweh wegen des gemeldeten Wetters“, gibt er zu. Der für den Samstagabend engagierten Band wurde abgesagt. Den Fassanschlag unter der anwesenden kommunalpolitischen Prominenz – „man merkt, es stehen Wahlen an“ – vollzieht Werner Becker, wie auch schon die sechs Male zuvor. Es ist sein letzter Fassanstich bei diesem Fest als Verbandsbürgermeister. Zu den anwesenden Nachfolgebewerbern meint er launig: „Möge der Beste gewinnen.“ Peu á peu füllen sich dann in den Abendstunden doch noch die Bänke. Viele sagen zum Vorstand: „Wir sind bei diesem Wetter nur gekommen, weil ihr euch doch so viel Arbeit gemacht habt.“ Am Sonntag dann ein ganz anderes Bild: Sonnenstrahlen kommen zwischen den grünen Laubkronen hindurch. Die Musikkapelle aus Trippstadt spielt zünftig auf. Der Frühschoppen ist schon recht gut, das Mittagessen gut und der Nachmittag dann doch noch sehr gut besucht. Gütermanns Fazit: „Ich kann den Leuten nicht genug danken. Wir hatten im Schichtbetrieb rund 60 Personen im Einsatz. Das heißt, einige waren mehrmals dran. Wir sind nämlich nur ein kleiner aktiver Kreis.“ Weil die Feststätte mitten im Wald liegt, muss alles mühsam herbei- und weggeschafft werden. Trotz des insgesamt guten Besuchs am Sonntag: „Alles in allem war es doch ein wesentlich schlechterer Umsatz als in den Jahren zuvor“, bilanziert Gütermann. Wer sich ein Werbepräsent des Heimatvereines ansehen oder eines kaufen möchte, kann dies in „Angelas Backshop“ in der Waldfischbacher Straße 11 tun. Bei Michael Schwarz sind die Jahreskalender 2018 ebenfalls zu haben. Und, auf diese Feststellung legt der Heimatverein besonderen Wert: „Alles erwirtschaftete Geld wird im Dorf investiert.“