Rheinpfalz Bienen fliegen direkt der Ernte entgegen

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RODALBEN. Arnold Dilger widmet sich in seiner Freizeit seit mehr als 30 Jahren der Bienenzucht. Der Hobby-Imker hat dabei vor ein paar Jahren das Kerzenziehen als weiteres Betätigungsgebiet entdeckt. Wie zuletzt beim Weihnachtsmarkt in Rodalben lässt er sich bei der Arbeit auch gerne zusehen.

„Denn Werbung tut not“, sagt er aus Erfahrung und bedauert die rückläufige Nachfrage. Bienenwachskerzen seien relativ teuer, nennt er einen möglichen Grund. Und versichert: „Sie riechen auf natürliche Weise nach Honig. Sie anzuzünden und brennen zu lassen ist gesundheitlich völlig unbedenklich.“ Während Bienenwachskerzen aus dem Handel oftmals nur zu 50 Prozent Bienenwachs enthielten und sich ansonsten aus einem Verschnitt, unter anderem Paraffin, zusammensetzten, seien die eigenen Bienenwachskerzen gänzlich unbelastet. Sie bestünden zu 100 Prozent aus reinem Wachs. Dilger betreibt sein Hobby seit 1984. „Ich habe klein angefangen mit sechs Völkern“, erzählt er. 40.000 bis 50.000 Bienen bilden in der Sommerzeit ein Volk, im Winter verringert sich die Zahl auf 8000 bis 10.000 Bienen. Mittlerweile kümmert sich Dilger um 24 Völker. Wenn der Hausmeister an der Berufsbildenden Schule in Rodalben Anfang des nächsten Jahres in Rente geht, strebt er eine weitere Ausdehnung an. Aktuell und bis ins Frühjahr stehen Dilgers Bienenhäuser, im Fachjargon heißen sie „Beute“, in der Nähe des Wahlbacherhofs bei Contwig und auf dem Grünbühl in der Gemarkung Rodalben. Auf diese Areale mit Obstwiesen beziehungsweise vielen Wildsträuchern geht die Gewinnung von Blütenhonig („Sommertracht“) zurück. Um andere Sorten zu gewinnen, bringt Dilger die Bienenstücke zu den Akazien nach Bierbach (Saarland), zu den Rapsfeldern bei Contwig oder zu den Edelkastanien nach Schwanheim. „Hier fliegen die Bienen aus, direkt der Ernte entgegen“, so Dilger. Für die Herstellung von Bienenwachskerzen wird bebrütetes Wachs gefiltert und gereinigt. Im Wasserbad wird es bis auf 60 Grad erhitzt. Der Docht wird zurechtgeschnitten („Je dicker der Docht ist, desto dicker wird die Kerze“) und in das erhitzte Wachs getaucht. Ist das Wachs erkaltet, folgt das nächste Eintauchen. Dies wiederholt der Imker, abhängig von der Größe der Kerze, bis zu 400-mal. Um Figurenkerzen herzustellen, bedarf es Silikonformen. Der Docht wird eingeklemmt und die Kerze steht „sozusagen auf dem Kopf“, wenn Wachs eingefüllt wird. So entstehen Engel oder Nikoläuse als Teelichter. „Die Arbeit macht Spaß, und sie bringt Anerkennung“, sagt Dilger. Anerkennung spiegelt sich wider in den Stammkunden, die hauptsächlich aus der Region kommen, doch auch Besucher aus Passau kaufen jedes Jahr ihre Honigkerzen beim Rodalber Imker. Er selbst verschickt Produkte aus seiner Hobbytätigkeit nach Schwäbisch- Hall oder nach Braunschweig. Anerkennung findet Dilger auch, wenn er Schüler der Mozartschule um Lehrer Uwe Heisel bei deren Bienenzucht, die sie seit Jahren betreiben, unterstützt oder in den Kitas zeigt, wie Honig geschleudert wird. Finanzielle Ziele stehen im Hintergrund, darauf kommt es Dilger nicht in erster Linie an. Für ihn erlangt ein anderer Aspekt größere Bedeutung: „Es gefällt mir, altes Brauchtum zu pflegen und dazu beizutragen, es zu bewahren.“

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