Rheinpfalz Besuchermagnete schwächeln

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Mainz. Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat jetzt eine Analyse der „Besuchermagnete“ in Rheinland-Pfalz vorgelegt. Burgen, Schlösser, Kirchen und andere historische Bauwerke sind demnach besonders attraktive Anziehungspunkte im Land: Sie verzeichneten im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Besucher. Auf Platz zwei liegen Erlebnisbäder und Thermen mit 0,9 Millionen Besucher. Allerdings: In der Pfalz haben solche Besuchermagnete etwas an Anziehungskraft verloren.

Für die Erhebung haben die Statistiker insgesamt 140 besucherstarke Freizeit- und Kultureinrichtungen ausgewählt, die eine überörtliche Bedeutung haben. Dort wurden 2015 rund 4,1 Millionen Gäste gezählt, das waren vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. Hintergrund der Analyse, die das Landesamt in seinem aktuellen Monatsheft veröffentlicht hat: Während es für den Übernachtungstourismus in Rheinland-Pfalz seit langem verlässliche Zahlen gibt, fehlen ähnlich detaillierte Informationen für den Tagestourismus. Diese Lücke versucht das Statistische Landesamt seit geraumer Zeit mit einer eigenen Befragung zu den Besuchermagneten zu schließen. Der Blick in die einzelnen Tourismusregionen zeigt: Die Attraktionen in der Pfalz verzeichnen insgesamt rückläufige Besucherzahlen: 2015 betrug das Minus gegenüber dem Vorjahr sechs Prozent. Aktuell sieht es noch schlechter aus: Im ersten Halbjahr 2016 lag das Minus bei den pfälzischen Besuchermagneten gegenüber dem Vergleichszeitraum bei 11,5 Prozent. Das ist die schlechteste Entwicklung aller sechs rheinland-pfälzischen Tourismusregionen; im Landesdurchschnitt beträgt der Rückgang fünf Prozent. Als Ursachen werden dafür laut Landesamt „das Wetter, Umbau- und Renovierungsarbeiten, aber auch Änderungen im Angebot genannt“. Was waren 2015 in Rheinland-Pfalz die Attraktionen, die gegen den Trend Zuwächse verzeichnen konnten? Dazu zählen Freizeit- und Erlebniseinrichtungen samt Indoorspielplätzen (plus 12 Prozent) sowie Stadtführungen (plus 4,1 Prozent). Deutlich rückläufig war der Zuspruch dagegen bei Museen und Ausstellungen (minus 13 Prozent auf rund 455.000 Besucher) sowie Freilichtmuseen und Schau-Bergwerken (minus 11 Prozent auf 179.300 Besucher). Die Besuchermagnete in der Pfalz verzeichnen teils unterschiedliche Entwicklungen. Das Hambacher Schloss registrierte beispielsweise für die Dauerausstellung und seine Veranstaltungen seit 2013 leicht rückläufige Zahlen – von 160.000 auf rund 150.000 Besucher in 2015. Aktuell liege man jedoch über den Vergleichswerten des Vorjahres, sagte gestern Schlossmanagerin Ulrike Dittrich. Im Speyerer Dom lösten in dieser Saison 22.000 Besucher ein Ticket für Kaisersaal und Aussichtsplattform – das sind weniger als 2015 (29.000) und 2014 (24.000). Einen Rückgang verzeichnete auch der Rosengarten in Zweibrücken: 2015 waren es 106.200 Gäste, rund 118.000 kamen im Jubiläumsjahr 2014 zum 100. Geburtstag der Parkanlage. Der Gesamtumsatz im rheinland-pfälzischen Tourismus wird auf 7,2 Milliarden Euro geschätzt. Ein lukrativer Markt also. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) will das Urlaubsland deshalb noch besser vermarkten: „Um im Wettbewerb der Reiseziele gut aufgestellt zu sein, brauchen wir noch mehr Investitionen und einen gemeinsamen Marktauftritt mit starken und modernen Botschaften.“ Zu den neuen Besuchermagneten zählt die längste Hängeseilbrücke Deutschlands, die vor einem Jahr zwischen den Hunsrücker Ortschaften Mörsdorf und Sosberg eröffnet worden war. Eine Web-Kamera hat schon mehr als 370.000 Touristen auf der 360 Meter langen Brücke namens „Geierlay“ gezählt. In einer Umfrage der Zentrale für Tourismus unter gut 40.000 Besuchern aus dem Ausland zur Ermittlung der 100 beliebtesten deutschen Reiseziele ist die Brücke in diesem Jahr auf Platz 85 gelandet – noch vor dem Hambacher Schloss (Platz 87) und dem Münchner Hofbräuhaus (89). Auf Platz 12 kam das Moseltal, der Speyerer Dom steht in diesem Ranking auf Rang 32. Info www.geierlay.de |ros

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