Berghausen / Speyer „Berghäuser Bernhardszyklus“ für Pfarrei Pax Christi
Vorstand und Kuratorium der Elisabeth Mack Usselmann und Dr. Michael Mack-Gedächtnisstiftung laden gemeinsam mit der Dompfarrei Pax Christi zur Übergabe des „Berghäuser Bernhardszyklus“ der Künstlerin Elisabeth Mack-Usselmann (1927 bis 2020) ein. Die Übergabe ist am Mittwoch, 7. Mai, um 18 Uhr in der katholischen Friedenskirche St. Bernhard am Hirschgraben in Speyer.
Der Festakt beginnt um 18 Uhr mit einem Friedensgottesdienst, zelebriert von Dompfarrer Matthias Bender. Um 19 Uhr erfolgt dann die Übergabe des „Berghäuser Bernhardszyklus“ an den neuen Besitzer, die Dompfarrei Pax Christi. Aushändigen wird das Kunstwerk Winfried Sommer, Vorstandsvorsitzender der Gedächtnisstiftung. Über Einzelheiten zum Zyklus informiert die Kuratorin der Stiftung, Mareile F. Martin.
Aus dem Nachlass
Nach Begrüßung und Vorstellung des Kunstwerkes findet ab 19.30 Uhr ein Empfang der Dompfarrei Pax Christi im Außenbereich der Kirche statt. Parallel dazu bietet Pastoralreferent Markus Lamm Interessenten eine sachkundige Führung durch die Kirche mit Friedenskapelle und Kapitelsfriedhof an.
Der „Berghäuser Bernhardszyklus“ ist Teil des künstlerischen Nachlasses von Elisabeth Mack Usselmann. Sie war Meisterschülerin von Erich Heckel, einem wichtigen Vertreter der bekannten expressionistischen Künstlergruppe „Die Brücke“. In Auftrag gegeben wurde der fünfteilige Lithografie-Bilderzyklus 1992 von der Volkshochschule des Landkreises Ludwigshafen und der Gemeinde Römerberg-Berghausen, dem Wohnort von Usselmann.
Bernhard von Clairvaux im Bild
Insgesamt wurde das Fünferkonvolut in einer Auflage von 20 Exemplaren gedruckt. Zehn davon sind koloriert. Davon befinden sich sieben in Privatbesitz, ein weiteres Konvolut gehört der Kirchengemeinde St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim und ein Exemplar der Elisabeth Mack Usselmann und Dr. Michael Mack-Gedächtnisstiftung. Die letzte Mappe mit kolorierten Darstellungen geht nun in den Besitz der Dompfarrei Pax Christi über. Die zehn nicht kolorierten Exemplare verbleiben im Bestand der Stiftung.
Was macht den „Berghäuser Bernhardszyklus“ so interessant? Man schrieb das Jahr 1146, als der 1174 Heilig gesprochene Bernhard von Clairvaux (um 1090 bis 1153), der mit seinen Predigten in ganz Europa einen Sturm der Begeisterung für die Kreuzzüge entfachte, dies auch im Dom zu Speyer tat und den deutschen König Konrad III. nach anfänglichem Zögern von der Teilnahme am zweiten Kreuzzug (1147 bis 1149) überzeugte.
Eigene Formensprache
Um seine Anreise von Basel nach Speyer, wo er auch am Weiler Berghausen vorbeikam, und um die Dompredigt ranken sich mehrere Legenden, die Mack-Usselmann in der ihr eigenen Formensprache illustrativ in Bildern festgehalten hat. Dazu schrieb die Künstlerin anlässlich der Vorstellung im Jahr 1992: „Die einzelnen Bildtafeln widerspiegeln die geistige Haltung des Heiligen, seiner Askese und Unbedingtheit der Gottessuche, in der alles Ablenkende keinen Platz hatte. Die einzelnen Bildthemen offenbaren die Vielschichtigkeit des Heiligen Abtes von Clairvaux und bringen den Rigorismus seiner Glaubensforderung zum Ausdruck“.
Am Dienstag hatte die Mack-Stiftung den Bachmann-Preisträger Tiljan Sila zu Gast bei einer Lesung im Historischen Ratssaal, bei der der vielfach ausgezeichnete Autor aus seinen Büchern „Der Tag, an dem meine Mutter verrückt wurde“ und „Radio Sarajovo“ las.