Rheinpfalz
Bekannter Läufer Rudi Speer mit 66 Jahren verstorben
Die regionale Laufszene trauert um ein überaus populäres Mitglied. Am vergangenen Samstag ist Rudi Speer nach schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren verstorben.
Rudi Speer war ein gerngesehener Dauergast bei Laufsportveranstaltungen der Region, und es dürfte keine im Westrich gegeben haben, bei der er nicht wenigstens einmal am Start war. Beim Kuseler Team-Duathlon etwa war er bis zu seiner Erkrankung immer als Aktiver dabei – meist gemeinsam mit Ehepartnerin Marita Berg. Zuletzt wohnhaft in Meisenheim gehörte er viele Jahre zur Laufgruppe des TV Offenbach-Hundheim, wo er zudem den Weihnachtsmarktlauf des Vereins als charmant plaudernder Moderator unterstützte. Rudi Speer war für die Gewerbeaufsicht in Idar-Oberstein tätig und seit Februar vergangenen Jahres im Ruhestand.
Marathon in fantastischer Zeit
Seine Liebe zum Marathonsport entwickelte sich Ende der 1980er Jahre, als der in Kolbing bei Erding geborene Sportfreund in München erstmals die 42 Kilometer absolvierte. In seinen besten Tagen brauchte er für diese stattliche Distanz weniger als drei Stunden – eine für einen Breitensportler fantastische Zeit. Der Marathon brachte ihn schließlich auch in die entlegensten Ecken dieser Welt. Seine Teilnahmeliste an internationalen Laufveranstaltungen liest sich wie ein Streifzug durch den Weltatlas. Speer lief an traditionellen Orten wie Boston, Tokio, New York oder London. Er schnürte die Schuhe in den Schweizer Bergen, auf Helgoland, aber auch in Kasachstan oder Surinam. Speer lief an den Viktoriafällen in Simbabwe, in der algerischen Sahara und in der Mongolei.
Temperatur und Wetter spielten bei seinen sportlichen Erkundungen, die stets auch mit kulturellem Interesse verbunden waren, keine Rolle. So beendete er in Sibirien bei zweistelligen Minusgraden auf dem zugefrorenen Baikalsee einen Marathon ebenso wie in der Antarktis, als eine Vielzahl von Pinguinen ihm und seinen Mitstreitern erstaunte Blicke zuwarfen. Am Ende seines läuferischen Lebenswerks standen für den vitalen Weltenbummler nicht weniger als 267 Marathons auf allen Kontinenten zu Buche, die er in knapp 30 Jahren unter die Sohlen nahm.
Auch als Autor tätig
Rudi Speer nur auf seine sportlichen Errungenschaften zu reduzieren, wäre unvollständig. In den 1990er Jahren machte er als Autor der „Speerspitzen“ von sich reden. Dabei versammelte er ebenso geistreiche wie humorvolle Briefe, die er an Unternehmen und Institutionen schickte und die in der Regel mit ebenso amüsanten Antworten reagierten. Auch die RHEINPFALZ erhielt damals kreative Zeilen mit dem Absender Rudi Speer und veröffentlichte ihre Antwort seinerzeit an Faschingsdienstag auf der Titelseite der „Westricher Rundschau“.