Rheinpfalz Ball oder Bagger auf dem Grabstein

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Kusel. Bei Petra und Lothar Allmang steht ein Jubiläum ins Haus: 125 Jahre alt ist ihr Betrieb in diesem Jahr geworden. Der Steinmetz und Bildhauermeister aus St. Julian stellt Grabmäler und Grabsteine aller Art her und eröffnet heute eine weitere Filiale in Kusel.

Vor 125 Jahren gründete Urgroßvater Jakob Allmang in St. Julian den Betrieb. „Das war allerdings eher ein Nebenerwerb, er war eigentlich Landwirt“, erzählt Lothar Allmang. 1991 hat er den Betrieb von Vater Günter übernommen. Mittlerweile gibt es eine weitere Filiale in Altenglan und ab heute die in Kusel. Zusammen mit drei Mitarbeitern macht er aus Granit oder Naturstein kleine Kunstwerke für Gräber. „Der Trend geht immer mehr zu Urnenbestattungen. Vor allem Doppelgräber müssen wir kaum noch ausstatten“, sagt das Ehepaar Allmang. Das sei vor allem aus Kostengründen so, doch auch die Grabpflege möchten viele Kunden sich nicht mehr zumuten. Im Verkaufsraum stehen etliche Modelle zur Auswahl, es gibt Kataloge mit Beispielen. Aus Granit werden dann verschiedene Formen geschnitten, Stelen (anstatt eines Grabsteins) und Platten zusammengestellt. Dekorationen sind zum Beispiel Vögel aus Bronze, Vasen aus Granit oder Herzen. Erlaubt ist, was gefällt – solange die örtliche Friedhofsordnung eingehalten wird. „Das ist natürlich von Generation zu Generation unterschiedlich. Ältere Kunden mögen es oft lieber schlicht, jüngere Kunden ausgefallenere, moderne Varianten“, erklärt Lothar Allmang. Die von Ort zu Ort unterschiedliche Friedhofsordnung mache es allerdings für den Betrieb schwer, das Lager so zu bestücken, dass für jedes Maß und jeden Wunsch etwas verfügbar sei. Der Trend gehe mittlerweile zu verschiedenen Varianten: „Zum einen legen wir viele Gräber mit Kieselsteinen aus, das ist für die Kunden kostengünstiger. Zum anderen geht der Trend zu gelederten Graniten, nicht zu polierten.“ Gelederter Granit sei nicht ganz glatt und bleibe deshalb sauberer. „Wir sind aber auch schon mit Kunden in Steinbrüche gefahren und haben uns gemeinsam Natursteine angeschaut. Das sind Unikate, die müssen sich Angehörige selbst aussuchen“, erzählt Petra Allmang, die Büro und Verkauf leitet. Zum Thema „besondere Wünsche“ erzählt ihr Mann: „Wir haben schon persönliche Unterschriften auf die Grabsteine gestrahlt. Zuletzt habe ich einem verstorbenen Mann eine Messerschmitt auf den Grabstein gestrahlt, weil er dieses Flugzeug früher geflogen ist.“ Auch Berufsornamente oder Zeichen, die für Hobbys stehen, seien an der Tagesordnung. Bienen, Fußbälle, Autos oder sogar Bagger – den Wünschen seien keine Grenzen gesetzt. Dann komme es darauf an, wo er sein Material bestellen muss: Aus China und Indien könne dies zwölf Wochen dauern. „Danach sind wir in drei bis fünf Tagen mit unserer Arbeit fertig.“ Außerdem räumt Lothar Allmang auf Anfrage auch abgelaufene Gräber und entsorgt die Steine. „Es gibt sogar Kunden, die bereits zu Lebzeiten ein Grab ausgesucht haben, das dann bei uns gelagert wird“, sagt der Steinmetz. Dieses Angebot werde vor allem dann genutzt, wenn entweder keine Angehörigen in der Nähe sind, die sich darum kümmern könnten, oder gar keine Angehörigen mehr da seien. Der Firmeninhaber könnte übrigens Auszubildende bei sich aufnehmen, den Meistertitel als Steinmetz und Steinbildhauer hat er. „Allerdings müssen die Azubis auch an Sandstein und anderen Materialien arbeiten, und da wir fast ausschließlich Grabmäler machen, wäre es eher ungünstig, die Azubis aufzunehmen“, erklärt er. Aber mit seinen Mitarbeitern läuft das Geschäft und das Ehepaar Allmang freut sich nun auf eine weitere Filiale in Kusel. (uck) Info Heute von 9 bis 14 Uhr können Interessierte einen Blick in die neue Filiale am großen Kreisel in Kusel werfen.

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