Rheinpfalz Bahnhof als Flaggschiff

Zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt umgebaut: der seit damals S-Bahn-taugliche Bahnhof.
Zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt umgebaut: der seit damals S-Bahn-taugliche Bahnhof.

«Speyer.» Jahrelang hatte sich die Stadt erfolglos um Infrastrukturverbesserungen am Bahnhof bemüht. Die Bahn sei dafür kaum ansprechbar, hieß es. Das hat sich geändert, seit Ulrich Demmer im Juli 2018 der zuständige Manager ist. Er ist zwar für 155 Bahnhöfe in der Pfalz zuständig, sieht Speyer aber als „Flaggschiff“. Die Stadt-Vorhaben ergänzt er um eigene Pläne.

Die Stadt hatte im Dezember im Bauausschuss über ihre Pläne informiert. Momentan bereite sie Förderanträge für einen „Mobilitätspunkt mit Lade- und Abstell-Infrastruktur“ vor, sagt auf Anfrage Verwaltungssprecher Matthias Nowack. Dasselbe gelte für die im bisherigen Imbiss-Pavillon vorgesehene barrierefreie Toilette. „Wir haben viele Themen besprochen“, so Ulrich Demmer, der seine DB Station & Service AG und die Stadt bei der Verbesserung der Infrastruktur am Bahnhof an einem Strang ziehen sieht. Erste sichtbare Resultate werde es 2019 geben, insgesamt sei das Projekt auf mehrere Jahre angelegt. Sobald die Stadt alles geklärt habe, könne sie ihre neue Ladestation für E-Bike-Akkus an der Nordseite des Bahnhofs aufstellen, sagt Demmer. Die Bahn habe dort die Anfahrt für die Ver- und Entsorgung umgestaltet. Damit sei Platz geschaffen und „hoffentlich auch das unsägliche Problem mit illegalem Müll gelöst“. In diesem Jahr solle die Taubenabwehr an Gleis 2/3 analog zu Gleis 1 verbessert werden – das sei eine Maßnahme, für die die Bahn ebenso alleine zahle wie für die geplante Aufwertung der Wartehalle. Die Sitzmöglichkeiten dort sind laut Demmer „zu karg und zu knapp“. Ein großer Wunsch der Stadt ist ein zusätzlicher Zugang zu Gleis 1 südlich des Bahnhofsgebäudes. „Das ist eine Herausforderung“, so Demmer. Zum einen stehe dort ein Funkmast, zum anderen käme ein solcher Weg, den die Bahn als „Nacht-Zugang“ begrüßen würde, sehr nah an die Gleise. „Ich gehe davon aus, dass wir es hinkriegen, auch wenn es etwas länger dauern wird“, sagt der Bahnhofsmanager. Zu der barrierefreien WC-Anlage sei im Februar der nächste Termin mit der Stadt geplant. Die Bahn überlasse den Pavillon gerne als Mietobjekt, zumal dessen wechselnde gastronomische Angebote „nicht das geleistet haben, was wir uns vorgestellt haben“. Der Umbau wäre Sache der Stadt, die aber auf Zuschüsse hoffen könne. Wenn die neue Toilettenanlage käme, würde die Bahn die bisherige an Gleis 1 – eine der drei Kabinen ist rollstuhlgerecht – schließen und eine neue Nutzung für die „gute Fläche“ suchen, so Demmer. Die bisherige WC-Anlage sei „in die Jahre gekommen“, ihre Komplettsanierung würde rund 100.000 Euro kosten. 8000 Aussteiger und Kunden im Bahnhof gibt es laut Demmer jeden Tag, das belege seine Bedeutung. Allerdings habe die DB Station & Service kein eigenes Personal vor Ort. Dass es deshalb zuletzt immer wieder Ärger über defekte Aufzüge gegeben hatte, sei unvermeidbar, sagt Demmer. Deren Ausfälle seien aber nicht auffällig hoch. Als „Option“ im gemeinsamen Konzept mit der Stadt führt Demmer einen Lagerraum für hochwertige Fahrräder am Süd-Ende des Bahnhofsgebäudes an. „Dafür wäre jedoch ein externer Betreiber nötig, das könnte auch ein interessantes soziales Projekt werden.“

Nördlich des Bahnhofsgebäudes: mehr Platz für Radler.
Nördlich des Bahnhofsgebäudes: mehr Platz für Radler.
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