Rheinpfalz Bahn AG will nicht nachbessern

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Frankenthal. Der von der Bahn AG gefährlich schmal ausgebaute Bahnsteig 2 am Hauptbahnhof sollte endlich verbreitert werden. Das fordert die Freie Wählergruppe (FWG). Die Stadtverwaltung sucht nach eigenen Angaben weiterhin das Gespräch mit der Bahn. Das Unternehmen sehe jedoch „keinen Handlungsbedarf“.

Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf den S-Bahn-Betrieb hatte die Deutsche Bahn AG (DB) 2014 den Mittelbahnsteig am Hauptbahnhof auf der Ostseite schmaler ausgebaut als geplant: Bahnsteig 2 ist nur 2,88 Meter breit. Ursprünglich waren 3,60 Meter vorgesehen (wir berichteten). Die Stadt Frankenthal als Mitfinanzier war erst im Nachhinein über diese Abweichung informiert worden. Begründet wurde sie von der Bahn damit, dass es in diesem Bereich Kabelkanäle im Untergrund gebe, die man nicht überbauen könne. Versuche der Stadt, in Gesprächen mit der Bahn eine Nachbesserung zu erreichen, führten bis jetzt nicht zum Erfolg. Im August 2015 warf der damalige Bürgermeister und heutige Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) der Bahn vor, mit überzogenen Kostenschätzungen zu operieren. Der Aufwand für eine nachträgliche Verbreiterung des Bahnsteigs 2 auf einer Länge von 210 Metern sei von ihr mit 900.000 Euro veranschlagt worden. Tatsächlich sei dies deutlich günstiger zu erreichen. Massive Zweifel an den Darstellungen der Bahn meldet nun zusammen mit der FWG ein Branchenfachmann an: Hans-Werner Baumann, Geschäftsführer der Eisenbahnbe-triebsleistungen (EBL) GmbH in Frankenthal. Der 65-Jährige ist Bauingenieur, hat nach eigenen Angaben ein Gleisbauunternehmen geleitet, war bei einem Bahnverkehrsunternehmen tätig und hat sich dann mit zwei Kollegen selbstständig gemacht. „Wir machen zurzeit vor allem Beratung“, sagt er über sein Unternehmen. Auch wenn die Breite des Frankenthaler Bahnsteigs 2 gerade noch „an der Grenze dessen liegt, was zulässig ist“, sei das Gedränge dort im Berufsverkehr ziemlich gefährlich, erklärt Baumann bei einem Ortstermin mit der RHEINPFALZ und FWG-Fraktionsmitglied Carl Hezel. „An den Gleisen 1 und 2 dürfen Personenzüge mit Tempo 160 durchfahren, Güterzüge mit 120.“ Nicht nachvollziehbar ist für Baumann der Verweis der Bahn auf angebliche Kabelkanäle, die zur Umplanung gezwungen hätten. Abdeckungen von Schächten seien zwar auf dem Bahnsteig nahe an Gleis 2 zu sehen, aber eben gerade nicht in der Mitte zwischen den Bahnsteigen 2 und 3. Und in diese Richtung, zum niedrigeren Bahnsteig 3 hin, müsste Bahnsteig 2 verbreitert werden, um die Situation zu verbessern. Ein Konzept, wie das – in Nachtarbeit, ohne wesentliche Störungen des Bahnbetriebs – zu erreichen wäre, hat Baumann der Stadt Mitte Februar zugeleitet. Die geschätzten Nettokosten beziffert er auf 133.500 Euro. Mit Blick auf die Debatte darüber, wer bei Nachbesserungen was bezahlen müsste, hat Baumann eine klare Meinung. „Die Stadt hat bisher nicht die zugesicherte Leistung bekommen“, sagt er. Und stellt mit Blick auf die Bahn fest: „Wer die genehmigte Planung missachtet, ist in der Haftung.“ Der Bereich Planen und Bauen der Stadtverwaltung weist auf Nachfrage darauf hin, dass man der Bahn AG bereits im September 2015 einen konkreten Vorschlag zur Verbreiterung des Bahnsteigs 2 vorgelegt habe. Baumanns Konzept gehe in die gleiche Richtung; man sei dankbar, dass er zudem wertvolles Hintergrundwissen eingebracht habe. Sein Konzept habe man der Bahn Anfang März 2016 übergeben. Diese Variante sei nun „aktuell von der DB AG schriftlich bewertet“ worden. Demnach sei es zurzeit doch nicht sicher, ob Kabel verlegt werden müssten. In dem Bahn-Schreiben werde ausgeführt, „dass die DB Station & Service AG keinen Handlungsbedarf sieht, an der im Zuge des S-Bahn-Vorhabens hergestellten, richtlinienkonformen Anlage bautechnische Veränderungen vorzunehmen“.

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