Rheinpfalz
B270: Tempo 70 bei Steinalben wegen Lärmschutzes
An der Abfahrt Steinalben auf der B270 von Kaiserslautern kommend gilt Tempo 70 als Höchstgeschwindigkeit. Eine Tatsache, die vor einigen Wochen zahlreiche Autofahrer überraschte. Als sie Steinalben schneller als mit den erlaubten 70 Stundenkilometern passierten, blitzte es. Möglicherweise heißt es in Zukunft auch aus Fahrtrichtung Pirmasens kommend: Achtung Kontrolle, hier gilt Tempo 70.
Noch ist es allerdings nicht so weit, noch darf die Abfahrt, die aus dieser Fahrtrichtung eine lange Abbiegespur ausweist, mit 100 Stundenkilometern passiert werden. Das könnte sich ändern. Als die Polizei beispielsweise Mitte Oktober die Geschwindigkeit in der dortigen Tempo-70-Zone kontrollierte, war mehr als ein Viertel der Autofahrer zu schnell. Darauf kündigte die Polizei weitere Kontrollen an. Hintergrund für die diskutierte Geschwindigkeitsbegrenzung in der Gegenrichtung ist aber nicht in erster Linie die Verkehrssicherheit, sondern der Lärmaktionsplan, den die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben erstellen muss. Der ist einer Umgebungsrichtlinie der Europäischen Union geschuldet, die durch das Bundesimmissionsschutzgesetz in deutsches Recht umgesetzt wurde. Die EU verfolgt damit das Ziel, schädliche Lärmbelästigungen zu verhindern, zu mindern oder diesen vorzubeugen. Dabei stehen vor allem Landes-, Kreis- und Bundesstraßen wie die B270 im Fokus.
Drei Varianten liegen auf dem Tisch
Im Oktober hatte sich, wie berichtet, der Verbandsgemeinderat Waldfischbach-Burgalben mit dem Lärmaktionsplan befasst. Dem Plan geht eine sogenannte Lärmkartierung voraus, die ein Ingenieurbüro erstellt. Betrachtet werden Straßen, auf denen täglich mindestens 8200 Fahrzeuge unterwegs sind. Dazu gehört auch die B270. Nach den vorgegebenen Richtlinien – subjektiv empfinden das sicher viele Anwohner viel befahrener Straßen ganz anders – sind nur wenige Einwohner der Verbandsgemeinde von Straßenlärm in einer Lautstärke betroffen, die krank machen kann. Zu den Betroffenen zählen beispielsweise Bewohner der Häuser in Steinalben, die in der Nähe der Brücke der B270, also unweit des Abfahrtbereiches nach Steinalben leben.
Vorschläge der Gemeinde, wie das Lärmproblem gelöst werden könnte, waren in der jüngsten Ratssitzung gefragt. Drei Ansätze, die so bereits im Verbandsgemeinderat besprochen wurden, diskutierte der Rat: Dämpfer für die Dehnungsfugen ins Brückenbauwerk einbauen, den vorhandenen Asphalt durch Flüsterasphalt ersetzen und die Geschwindigkeit, mit der an Steinalben vorbeigefahren werden darf, auf Tempo 70 reduzieren. Die Gemeinde hat allerdings nur ein Vorschlagsrecht. Was – wenn überhaupt – umgesetzt wird, entscheidet der Straßenbaulastträger, in diesem Fall der Landesbetrieb Mobilität, der sich um die klassifizierten Straßen kümmert.
Tempomesstafel ausleihen
Das Thema Verkehr beschäftigte den Rat auch mit Blick auf das innerörtliche Geschehen. Um zu erfahren, wie schnell tatsächlich gefahren wird – zum Beispiel im innerörtlichen Einfahrtsbereich von der B270 kommend –, gibt es Überlegungen, sich von einer der Nachbargemeinden, die eine Geschwindigkeitsmessanlage besitzen, ein solches Gerät auszuleihen und einzusetzen.