Rheinpfalz Bürger fordern ihre Gaststätte zurück

Die Bürger im Kaiserslauterer Stadtteil Erlenbach setzen sich vehement dafür ein, dass die einzig verbliebene Gaststätte im Ort wieder geöffnet werden kann. Jetzt haben fast 1200 Erlenbacher die Forderung nach einer Wiederherstellung der „Husarenschänke“ in der Theo-Barth-Halle unterzeichnet. Die Liste wurde gestern an Baudezernent Peter Kiefer übergeben.
Der Wunsch der Erlenbacher nach einer Wiederherrichtung der Gaststätte ist zu einem Politikum geworden. Die Gaststätte war im Zuge der Sanierung der Theo-Barth-Halle geschlossen worden. Der Stadtvorstand hatte zunächst die Wiederherstellung der früheren „Husarenschänke“ abgelehnt. Die Verantwortlichen im Rathaus hatten dies damit begründet, dass für die Einrichtung 525.000 Euro aufgewendet werden müssten. Eine Anfang Oktober vom Beigeordneten und Baudezernenten Peter Kiefer (FWG) im Erlenbacher Ortsbeirat präsentierte neue Kalkulation bezifferte die Kosten für die Wiederherrichtung der Gastronomieräume auf 372.000 Euro. Die politischen Gruppierungen in Erlenbach zweifeln an, dass so hohe Kosten anfallen müssen. Eine von der CDU präsentierte Kostenaufstellung eines Sachverständigen kam auf nur 168.000 Euro. Im Doppelhaushalt 2019/2020 der Stadt, der am Montag verabschiedet worden ist, sind auf Antrag der CDU-Fraktion 150.000 Euro für die Wiederherrichtung der Gaststätte veranschlagt. Die von der CDU, der SPD und der FDP gestartete Unterschriftenaktion für den Erhalt der Gaststätte in der Theo-Barth-Halle in Erlenbach ist mit einem großen Erfolg geendet. Das hat der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Erlenbach, Karl-Heinz Dippold, nun am Dienstagabend mitgeteilt. 1196 Bürger hätten bis dato die Initiative unterstützt, erklärte Dippold. Es habe darüber hinaus zahlreiche Telefonate und Gespräche mit Bürgern, die auch weiterhin ihre Unterstützung angeboten hätten, gegeben. Damit hätten sich mehr als die Hälfte aller Erlenbacher Einwohner an dieser Aktion beteiligt. In den letzten 20 Jahren seien bei keiner Wahl in Erlenbach überhaupt mehr Wähler gezählt worden, berichtete der CDU-Ortsverbandsvorsitzende. Die Unterschriften, so kündigte Dippold an, sollten im Rathaus an den Beigeordneten und Baudezernenten Peter Kiefer (FWG) übergeben werden. Für den 16. Januar sei zudem ein Gespräch bei Kiefer geplant, in dem es um die Möglichkeiten zum Erhalt der Gaststätte gehen solle. Bereits am 8. November war eine Informationsveranstaltung, die von den im Ortsbeirat vertretenen Parteien CDU, SPD und FDP initiiert worden war, auf große Resonanz gestoßen. Mehr als 100 Bürger waren dazu gekommen. Die Veranstaltung war zugleich der Auftakt zu der Unterschriftenaktion. Der CDU-Kreisvorstand hatte sich am Samstag vor Ort über den Zustand der Räume der früheren „Husarenschänke“ informiert. Dippold verschaffte den Stadtratsmitgliedern Elisabeth Heid und Michael Littig sowie den Kreisvorstandsmitgliedern Dieter Hehl und Ralf Vester einen Einblick in das Gebäude.