Rheinpfalz Auto-Fans strahlen um die Wette

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Der Blitz ist allgegenwärtig: Funkelt vorn am Kühlergrill der ungezählten blitzeblank polierten Karossen, prangt sogar auf einem olivgrünen Barett, das einer der Liebhaber trägt. Opel ist Trumpf im Schatten des Opel-Werks. Alljährlich im April rollen auf einem Opel-Parkplatz wahre Schmuckstücke an. So auch am Sonntag, als sich einige hundert Automobilfreunde zum Kadett-C-Treffen eingefunden hatten. Übrigens zum 28. Mal.

Der eine ist stolz auf sein grasgrünes Coupé von 1978 – das muss genügen. Der andere kriegt gar nicht genug davon, hat sich sogar daheim eine Art Tiefgarage gebaut, in der zehn „Kadetten“ schlummern, nebst Porsche, Karman, einem Golf sogar. Die Zahl der Sammlerstücke, die einer besitzt, hat allerdings gar nichts zu sagen. Und gibt auch nicht den Ausschlag dafür, dass Coupé-Fahrer Andreas Blum „nur“ Stellvertreter, Thomas Scheid hingegen Vorsitzender des Kadett-C-Clubs Kaiserslautern ist. Scheid ist der selbsterklärte „Verrückte“, der echte Autos fast wie andere Miniaturmodelle sammelt. Und Blum, in Glan-Münchweiler zu Hause, gehört wie der im saarländischen Reitscheid (Gemeinde Freisen) lebende Scheid zu den Gründungsvätern des Kaiserslauterer Clubs. Elf Aufrechte sind es, die sich seit fast drei Jahrzehnten die Erhaltung der „Kadettchen“ der Baureihe C auf die Fahne geschrieben haben. „Wir waren mal mehr, viel mehr“, schaut Blum zurück. Knapp über 40 Mitstreiter zählte der Verein in den 1990er Jahren. „Aber wie das so ist. Manche verlieren den Spaß daran, irgendwann geht die Familie vor...“ Letzterer Grund hatte auch ihn bewogen, seinen C-Kadett aus dem Jahr 1978 eine Weile ruhen zu lassen. 1983 hatte er ihn angeschafft – als Alltagsfahrzeug gedacht. Dann war das Gefährt zwölf Jahre außer Dienst. Nach den Garagen-Jahren hatte Blum das Auto liebevoll neu aufgebaut. „Kein Kabel war mehr drin“, sagt der stolze Besitzer mit Blick auf die vierrädrige Rarität. Die Coupés in solch tadellosem Zustand seien in der Tat ziemlich selten. Ebenso gesucht bei Liebhabern sei der „Aero“, eine luftige Variante mit einem Faltdach, der sommers zumindest eine Art des Fahrens „oben ohne“ ermöglicht hatte. Limousinen, Caravan und letztlich der City: fünf Varianten, in denen der C-Kadett einst zu kriegen war, wie Blum erläutert. Am Sonntag waren selbstredend von jeder Sorte angerollt, gesteuert von echten Opel-Liebhabern, angeknattert aus allen Himmelsrichtungen. „Es war sogar mal einer aus Norwegen da. Der ist bis hierher gefahren. Wir haben ihn geehrt – und ihm als Zusatz-Geschenk noch einen Reservekanister mit heim gegeben. Voll natürlich“, sagt Blum mit einem Lachen. Tausende von Kilometern Anreise, die hat keiner der annähernd 300 motorisierten Teilnehmer auf sich genommen. Aber Stammgäste reisen doch bis heute alljährlich von weither an. Mit Freunden aus der Schweiz und aus den Niederlanden saßen die Club-Mitglieder am Vorabend des Treffens schon zusammen. Benzingespräche in einer Gaststätte waren angesagt – genau die richtige Einstimmung auf das Treffen. Bei dem „Kadetten“-Stelldichein stand am Sonntag Fachsimpelei ebenfalls ganz im Vordergrund. Man hat sich viel zu erzählen unter Gleichgesinnten. Fachkundige Blicke richteten sich unter nicht wenige Motorhauben, gerne standen die Besitzer Rede und Antwort. Andere wiederum nutzten die Gelegenheit, sich Ersatzteile zu beschaffen, die bei dem Treffen gehandelt wurden. „Die sind richtig teuer geworden“, sagt Blum zum Thema Teile. Er selbst kennt die Problematik als „altgedienter“ Oldtimer-Fan natürlich nur zu genau. Es sei schon schwer genug, die 13-Zoll-Reifen zu bekommen, die unter den Kotflügeln seines C-Coupé gerade mal Platz haben. Ein Lied davon singen kann auch Thomas Scheid, obwohl der gerne kaum gebrauchte Karossen kauft. Zusammengefunden hat das Vorstandsduo gemeinsam mit weiteren drei bis heute aktiven Club-Mitstreitern übrigens auf dem Nürburgring. Dorthin waren einige Kadett-Fahrer gemeinsam aufgebrochen – die Idee kam auf, selbst mal ein Treffen auf die Räder zu stellen. Gesagt getan. Mit der Organisation der Premiere ging die Vereinsgründung einher. Das war 1986 – genau drei Jahre, nachdem Blum seinen Opel erworben hatte. Nicht ahnend, dass daraus eine ewige Liebe werden sollte. (cha)

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