Rheinpfalz „Auswirkungen noch deutlich positiver“

Rund 80 Mal rückte die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Winnweiler in diesem Jahr bereits aus. Darunter waren größere Einsätze, wi
Rund 80 Mal rückte die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Winnweiler in diesem Jahr bereits aus. Darunter waren größere Einsätze, wie Ende Mai in der Winnweilerer Bischoff-Brauerei, als Ammoniak austrat.

Seit fast einem halben Jahr ist Christian Füllert nun Wehrleiter der Verbandsgemeinde Winnweiler – und damit auch der erste hauptamtliche Leiter einer Feuerwehr im Donnersbergkreis. An Arbeit mangelt es dem 40-Jährigen nicht. Das ist auch Bürgermeister Rudolf Jacob nicht entgangen: „Vom zeitlichen Aufwand ist es noch einmal deutlich mehr, als ich gedacht habe.“ Trotzdem ist Füllert froh über seinen Wechsel von der Berufsfeuerwehr Wiesbaden in seinen Heimatort: „Es macht Spaß.“

Rudolf Jacob

, Bürgermeister der Orts- und Verbandsgemeinde, war von Beginn an ein Unterstützer der Idee, einen hauptamtlichen Wehrleiter einzustellen. „Mittlerweile habe ich bemerkt, dass die Auswirkungen noch positiver sind, als ich es vermutet habe“, sagt er. Füllert selbst bezeichnet seine Aufgaben als noch herausfordernder und interessanter, als er das erwartet habe. „Es gibt viele Gebiete, die vorher unbearbeitet geblieben sind. Wenn man das richtig angehen will, kostet es viel Zeit und Aufwand“, sagt Füllert. Da sei zum Beispiel die Thematik Alarm- und Ausrückeordnung. Hier gehe es um die Frage, welche Feuerwehreinheit oder andere Rettungsorganisation alarmiert wird, um schnellst- und bestmögliche Hilfe in jedem Ort der VG zu erreichen. In Füllerts Büro hängen an seiner Pinnwand zahlreiche Blätter dazu. „Das sind alleine drei bis vier Wochen Arbeitszeit. So etwas erfordert auch Abstimmungsgespräche mit den umliegenden Wehrleitern und der Rettungsleitstelle in Kaiserslautern“, sagt der 40-Jährige. Dann gebe es eine große Nachfrage von Firmen, aber auch von Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Verbandsgemeinde, was vorbeugenden Brandschutz betrifft. Und mit Sicherheitskonzepten für Veranstaltungen beschäftigt sich der Winnweilerer auch – übrigens nicht nur in der heimischen VG. „Wir haben mit Blick auf Überlastungen in der Kreisverwaltung angeboten, dass Christian Füllert gegen Kostenersatz Sicherheitskonzepte für größere Veranstaltungen bearbeitet“, berichtet Jacob. Rund 50 Stunden seien da bereits zusammengekommen. Einige Zeit nehme auch die Öffentlichkeitsarbeit in Anspruch. „50, in der Spitze 60 Stunden kommen in der Woche insgesamt an Arbeit schon mal zusammen.“ Füllert führt Tagebuch. Auch ein Wunsch von Jacob. „Er soll am Ende des Jahres im Verbandsgemeinderat seinen Zeitaufwand dokumentieren. Es gab ja auch kritische Stimmen, als es darum ging, ob wir einen hauptamtlichen Wehrleiter brauchen.“ Jedoch sei nicht jede Tätigkeit in der Feuerwehr in Winnweiler hauptamtlich. „Was Herr Füllert abends und an Wochenenden an Einsätzen und Übungen macht, macht er als ehrenamtlicher Wehrführer in Winnweiler“, so Jacob. Das ist auch dem 40-Jährigen wichtig: „Wir haben uns darauf verständigt, dass Einsätze ehrenamtlich sind. Die anderen machen das ja auch ehrenamtlich.“ Über deren Unterstützung freut sich der Wehrleiter sehr: „Ohne die Ehrenamtlichen läuft hier nichts.“ Deswegen ist es Füllert auch umgekehrt wichtig, diesen so gut es geht zu helfen, sich mit Wehrführern auszutauschen, Fortbildungen anzubieten. „Das Know-how der Wehrleute war auch schon in der Vergangenheit sehr hoch.“ Selbst die Wehrführer, die anfangs skeptisch gewesen seien, was einen hauptamtlichen Wehrleiter betrifft, seien nun überzeugt von diesem Modell, sagt Jacob – und schiebt nach: „Weil viele Dinge schneller gehen.“ Auch andere Kommunen sind auf das Winnweilerer Modell aufmerksam geworden. Da rufen Bürgermeister bei Rudolf Jacob an, Wehrleiter bei Christian Füllert und erkundigen sich. Die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeuges und vor allem Mitgliedergewinnung in schwächer besetzten Ortswehren sind Themen, die der zweifache Vater in nächster Zeit auf der Agenda hat. Auch Einsätze werden ihn weiter beschäftigen. Rund 80 hatte die Feuerwehr der VG Winnweiler in diesem Jahr bereits. Ähnliche Zahlen wie 2016. „Da waren es mehr Unwettereinsätze. Dieses Jahr hatten wir schon einige brisante Geschichten, wie den Gefahrstoffaustritt in der Bischoff-Brauerei, den Brand vor einer Woche, Verkehrsunfälle oder Waldbrände.“ An Arbeit, davon sind Füllert und Jacob überzeugt, werde es dem hauptamtlichen Wehrleiter in Winnweiler auch künftig nicht fehlen.

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