Rheinpfalz Ausgezeichnet wohnen

Architekt Lothar Burger und Bauherrin Silke Sommer im neuen Treppenhaus. Im Hintergrund ist freigelegtes Fachwerk zu sehen.
Architekt Lothar Burger und Bauherrin Silke Sommer im neuen Treppenhaus. Im Hintergrund ist freigelegtes Fachwerk zu sehen.

„Der Umbau erfolgte mit Respekt vor der Geschichte des Hauses“: Mit dem Bauherrenpreis, den sie alle vier Jahre verleiht, würdigt die Architektenkammer des Saarlandes (AKS) Silke und Rolf Sommer für die Sanierung ihres alten Bauernhauses in Homburg-Einöd. Der Preis zeichnet Bauherren aus, die sich um die Baukultur verdient gemacht haben – in enger Zusammenarbeit mit ihrem Architekten. Auch dieser ist ein Einöder: Seit Beginn 1997 ist Lothar Burger als Planer mit im Boot.

„Statt neuen Wohnraum auf der grünen Wiese oder nach Abriss alter Bausubstanz zu schaffen, entschieden sich die Bauherren, das alte landwirtschaftliche Gehöft in der Dorfmitte an einer für das Ortsbild wichtigen Stelle zu erhalten und zu modernisieren“, lobt die Jury. Sieben Bauherren haben den Preis erhalten. Lothar Burger, der sein Büro in Einöd ebenfalls in einem Bauernhaus betreibt, reichte mit dem Ehepaar Sommer deren Projekt zur Begutachtung bei der Architektenkammer ein. Betritt man das Anwesen in der Webenheimer Straße durch die Hoftür, fällt der Blick auf den Innenhof mit Ziehbrunnen und Bruchsteinmauern. „Hier stand früher ein verfallener Schuppen“, erzählt Burger: „Wir haben ihn abgerissen und den großen Hof freigelegt. Mit den Steinen des alten Gebäudes haben wir die Mauern aufgebaut.“ Dem Budget für die umfassende Sanierung kam es zupass, dass die Bauherren ihr Haus nicht erst hatten kaufen müssen. „Wir sind hier im Elternhaus meines Vaters. Meine Oma hat hier zeitlebens gewohnt“, erzählt Silke Sommer. 1997 wurde zunächst das Wohn- und Haupthaus des Anwesens aus dem frühen 19. Jahrhundert modernisiert, das Dach saniert und das alte Erscheinungsbild der Fassaden wiederhergestellt. „Wir haben immer großen Wert darauf gelegt, viel Originales zu erhalten“, betont Silke Sommer, die als Bankkauffrau arbeitet. Ehemann Rolf ist selbstständiger Handelsvertreter. „Der alte Wohntrakt hatte zwar viele Zimmer; die waren aber eher klein und schmal“, berichtet Silke Sommer, dass 1997 beschlossen wurde, das Gebäude durch einen kleinen Anbau zu erweitern, das Schlafzimmer nach hinten zu verlegen: Dort offenbart sich heute ein großzügiger Panoramablick in den urigen Innenhof. „Schon damals erhielten wir aus einem saarländischen Dorferneuerungsprogramm Fördergelder für stilgerechte Sanierung“, sagt Burger. Der zweite – und ganz dicke – Brocken sollte 2016 und 2017 folgen. Die alte Scheune kam an die Reihe. Der Wohnbereich wurde großzügig erweitert – mit freigelegten Eichenbalken und Fachwerk-Konstruktionen, mit Fußbodenheizung, neuen Bädern. „Den Ausbau mussten wir hinbekommen, während die Bauherren schon im Haus wohnten“, berichtet der Architekt von Provisorien wie Staubschutzwänden, Planen zum Abschotten und von Baulärm. Bei aller Liebe zum Detail haben die Sommers den Weitblick nicht verloren. Architekt Burger: „Die alte Treppe im Haus ist steil und schmal. Ich habe meine Auftraggeber stets daran erinnert, dass wir alle nicht jünger werden.“ Also wurden eine zweite, breitere Treppe und eine Dusche eingebaut, die auch einem Rollstuhl Platz bietet. Im Obergeschoss wurde ein Gästezimmer mit Bad eingerichtet, in dem eines Tages eine Pflegekraft einziehen könnte – und in einer Zwischenwand verbirgt sich ein Schacht, in dem die Sommers bei Bedarf einen Aufzug nachrüsten können. Der Umbau ist geschafft. „Jetzt müssen wir noch sehen, wo wir die Metallplakette mit dem Architektenpreis am Haus anbringen können“, suchen Silke und Rolf Sommer derzeit noch ein Plätzchen für die Ehrentafel.

Bei der Errichtung der Mauern im Innenhof sind Bruchsteine eines abgerissenen Schuppens wiederverwendet worden.
Bei der Errichtung der Mauern im Innenhof sind Bruchsteine eines abgerissenen Schuppens wiederverwendet worden.
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