Rheinpfalz Aus unverschlossenen Autos bedient

Wegen Diebstählen aus unverschlossenen Autos in der Verbandsgemeinde Rodalben musste sich ein in Trennung lebendes Ehepaar, er 34, sie 25 Jahre alt, am Montag vor dem Amtsgericht Pirmasens verantworten. Das Verfahren wurde ausgesetzt, weil weitere Zeugen gehört und weitere Verfahren angeschlossen werden sollen.
Das Ehepaar, das zur Tatzeit noch nicht verheiratet war und derzeit in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben wohnt, soll im Juli 2017 aus drei unverschlossenen Fahrzeugen zwei Navigationsgeräte, 1500 Euro beziehungsweise 565 Euro Bargeld, Scheckkarten, Ausweise, Medikamente, eine Kühltasche mit Lebensmitteln und weitere Sachen gestohlen haben, so die Anklage. Sie schwiegen zu den Vorwürfen. Eine 36- und eine 35-jährige Zeugin berichteten, wie sie eine böse Überraschung erlebten, als sie im vergangenen Sommer gemeinsam in den Italienurlaub starten wollten. Die 35-Jährige hatten ihr Auto bereits am Abend vor der Abfahrt gepackt. Auch ihre Handtasche mit 1500 Euro Bargeld, Ausweisen, Armbanduhr, Arzneimitteln und Zeitschriften hatte die 36-Jährige bereits darin verstaut. Doch die Autobesitzerin vergaß, ihr Fahrzeug abzuschließen. Als sie vier Stunden später, gegen 3 Uhr früh, losfahren wollten, fehlten die Kühltasche mit Bio-Lebensmitteln und die Handtasche. Die 36-Jährige erinnerte sich, dass ihr ein Pärchen aufgefallen war, das „vorbeilief und komisch guckte“, als sie das Auto belud. Aus dem Urlaub zurück, hörte sich die 35-Jährige in der Nachbarschaft um und entdeckte in einem Mülleimer ihre Gegenstände und auch jene der 36-Jährigen. Ihre Bio-Sachen gebe es nur in einem bestimmten Laden in Pirmasens, deshalb sei sie sicher gewesen, dass es ihre waren, sagte sie vor Gericht. Sie informierten die Polizei, die die Sachen sicherstellte und bei einer Hausdurchsuchung weitere fand – außer Bargeld, Scheckkarte und Geldbeutel. „Es war mein Fehler, die Handtasche ins Auto zu stellen“, sagte die 36-Jährige. Zwei sichergestellte Navigationsgeräte im Wert von 130 Euro und 800 Euro konnte die Polizei ihren Eigentümern aufgrund der „Nach-Hause-Button“ und der Zieleingaben zuordnen. Dem 34-jährigen Angeklagten legte die Staatsanwaltschaft außerdem zur Last, im April aus einem Bekleidungsgeschäft in Pirmasens 19 T-Shirts entwendet zu haben. Diese Tat stritt der Mann aber entschieden ab. Er sei mit zwei oder drei T-Shirts in der Hand zu seinem zwei Meter entfernt stehenden Kollegen gelaufen und habe ihn gefragt: „Gefällt dir das?“ Da sei schon ein aggressiver Typ von 1,90 Metern gekommen und habe ihn beschuldigt, stehlen zu wollen. Er sei so erschrocken, dass er die Ware hingeschmissen habe und gegangen sei. Er habe Geld gehabt und unter Bewährung gestanden, „da wäre es dumm, wenn ich so etwas machen würde“, war seine Begründung. Derzeit mache er eine Alkohol- und Drogen-Therapie und wolle die Schuldnerberatung aufsuchen. „Ich kiffe wie ein Schlot und saufe Alkohol wie ein Loch“, sagte er. Die 25-jährige Angeklagte soll laut Anklage zudem im Oktober und November viermal mit dem Zug schwarzgefahren sein. Der Schaden betrug jeweils 4,90 Euro. Die Frau schwieg zu diesen Vorwürfen, ebenso zu ihren persönlichen Verhältnissen.