Rheinpfalz Auf Wildwest-Szenen folgt keine Strafe

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Dramatische Szenen spielten sich im September 2017 auf einem Parkplatz in der VG Hauenstein ab. Im Spiel waren ein Auto, ein sogenannter Pyro-Defender zur Abwehr von Wildschweinen und ein Walking- Stock. Beide Kontrahenten beriefen sich auf Notwehr. Beide kommen auch ohne Strafen davon: Das Amtsgericht hat jetzt das zweite Verfahren in dieser Sache eingestellt.

Der 31-jährige Angeklagte aus der Vorderpfalz erzählte vor dem Amtsgericht, wie er mit dem Jeep auf den Parkplatz fuhr, um seine Hündin auf ihrer Lieblingswiese laufen zu lassen. Er sei langsam gefahren. Links sei ein Ehepaar gelaufen. Plötzlich sei der Mann vors Auto gesprungen, habe auf die Motorhaube geschlagen, ihn am Aussteigen gehindert. Als er dann aussteigen konnte und sich den Schaden anschauen wollte, habe der Mann einen Pyro-Defender aus der Tasche gezogen und ihm ins Gesicht geschossen. Es habe einen Feuerblitz gegeben. Von der Hitze habe er Schmerzen im Gesicht gefühlt und kurzzeitig nichts mehr gesehen und gehört. Es habe einen zweiten Schuss gegeben. Um den Mann auf Abstand zu halten, habe er einen Nordic-Walking- Stock aus dem Auto geholt. Der Mann sei in sein Auto eingestiegen, habe den Schlüssel abgezogen und seiner Frau zugeworfen. Die Ablenkung habe er genutzt, um dem Mann die Waffe aus der Hand zu schlagen, aber dessen Finger getroffen. Er sei zu der Frau gerannt, um seinen Schlüssel zurückzuholen. Mit dem Mann habe es ein Handgemenge gegeben, und er sei in ein Gebüsch gefallen. Der Kontrahent habe ihn in den Würgegriff genommen und rückwärts fallen lassen. Seinen Ausweis habe er ihm als Pfand geben müssen, um den Autoschlüssel wiederzubekommen. Zum Schluss habe sich der Mann als Polizeibeamter zu erkennen gegeben. Seine uniformierten Kollegen kamen, die er herbeitelefoniert hatte. „Es war sehr dramatisch für mich“, so der 31-Jährige. „Ich hätte erblinden können“. Er habe noch immer Vertrauens- und Schlafprobleme sowie Ohrgeräusche. Sein Kontrahent erzählte die Geschichte anders: Der Autofahrer sei „mit Tunnelblick“ zügig auf ihn und seine Frau zugefahren. Als er gerufen habe, sei er mit geballten Fäusten ausgestiegen und habe ihn beschimpft. Er habe ein Notsignal in die Luft geschossen. Das sei Pyro-Technik mit Blitz und Knall, mit der man Wildschweine in die Flucht schlage. Der Fahrer habe gesagt: „Schieß ruhig“. Da habe er noch mal in die Luft geschossen und die Pistole in die Hosentasche gesteckt. Dann habe sein Gegner einen Stock geholt und mehrmals auf ihn eingeschlagen. Als der Fremde zu seiner Frau ging, habe er ihn ins Gebüsch gezerrt und zu Boden gebracht. Weil der 31-Jährige ihm seine Personalien nicht geben wollte, habe er den Schlüssel abgezogen und seiner Frau gegeben. Er habe Schürfwunden erlitten, die Brille sei zerbrochen. Der Fahrer habe ein „sprunghaftes Verhalten“ gezeigt, sei „aggressiv gewesen, wie ich es noch nicht erlebt habe“, zudem habe er Alkoholgeruch wahrgenommen, so der 59-Jährige. Ein Radfahrer war auf das Geschehen aufmerksam geworden. Er berichtete: Der Fahrer sei nicht direkt ausgestiegen. Es habe vielmehr ein immer lauteres Wortgefecht gegeben. Der Fahrer sei „mit weit ausgebreiteten Armen ausgestiegen“. Der Fußgänger habe mit der „Schreckschusspistole schräg nach vorn Richtung der Person geschossen“. Nach kurzem Wortgefecht sei ein weiterer Schuss gefallen. Der Fahrer habe einen Stock geholt und damit gedroht. Ob dies vor oder nach dem zweiten Schuss geschah, darüber machte der Zeuge widersprüchliche Angaben. Der Fußgänger habe auch mal im Auto gesessen. Das Geschehen habe sich auf die andere Straßenseite verlagert, er daher nicht mehr gesehen, so der Zeuge. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft stellte das Amtsgericht das Strafverfahren gegen den 31-Jährigen ein. Ein Verfahren gegen den 59-Jährigen war bereits zuvor eingestellt worden.

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