Rheinpfalz Auf der Suche nach dem Beruf fürs Leben
«Mannheim.» Egal ob Aushilfe im Holiday Park oder internationaler Studienabschluss, Ausbildungsplatz, Arbeitsplatz oder Wiedereinstieg in den Beruf – die Messe „Jobs for Future“ hat alle Fragen rund um den Beruf beantwortet. Mehr als 39.000 Besucher waren an den drei Messe-Tagen in der Maimarkthalle zu Gast.
Karriereberaterin Bianca Erbs vom Polizeipräsidium Mannheim hatte eine wichtige Botschaft für die jungen Besucher: „Wer ohne konkrete Vorstellungen hierherkommt, der geht auch mit leeren Händen wieder.“ Zumindest eine grobe Orientierung war wichtig, damit das übergroße Angebot von 334 Ausstellern mit entsprechend vielen Informationen nicht einfach nur überforderte. Philipp und Torsten Wörns aus Mannheim nahmen den Kampf mit der Menge an Informationen auf. „Ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung es gehen soll“, verriet der 15-jährige Philipp. Sein Vater half bei der Orientierung: „Wir waren auch schon auf der Berufsmesse in Ludwigshafen, und Philipp hat ein Tagespraktikum als Chemikant bei der BASF und ein Wochenpraktikum als Koch gemacht“, zählte der Vater auf. Ein weiteres Praktikum in einem Pflegedienst stehe noch aus. „Ich finde, er soll sich einen möglichst großen Überblick verschaffen, ehe er sich entscheidet“, erläuterte der Papa. Die erste Station von Vater und Sohn stand aber so eigentlich gar nicht auf der Liste. Bei Sax + Klee gab es Erstinformationen. „Ich könnte mir schon etwas Technisches vorstellen“, sagte Philipp im Gespräch mit Personalberaterin Andrea Weindel und ließ sich die Vorzüge des Berufs als Vermessungstechniker schildern. Torsten Wörns ist zwar selbst Unternehmer, sein Sohn solle sich aber zunächst einmal anderswo bewähren. Der eigene Betrieb sei außerdem „nur ein Kleinunternehmen“. „Wir dürften zwar auch ausbilden, aber bei Philipp möchte ich das nicht“, sagte Vater Wörns. Zumal die Ausbildung im Verbund der BASF für Kleinstunternehmen nicht nur Vorteile habe: „Die meisten Auszubildenden wollen im Anschluss lieber in ein Großunternehmen wechseln.“ Dann lieber gleich dorthin. Essity, besser bekannt unter den Vorgängernamen SCA, sucht angehende Fachleute für die Herstellung von Hygienepapier. Patrick Straßburger und Jan Maier versuchten, Philipp Wörns die Ausbildung im Werk auf dem Waldhof schmackhaft zu machen. „Wir bleiben maximal zwei Stunden. Dann ist der Kopf sowieso voll“, sagte Vater Torsten, der hoffte, dass die Fülle an Informationen dann von seinem die Realschule besuchenden Sohn gut verarbeitet wird. Doch nicht nur die Besucher hatten es auf der größten Messe rund um Aus- und Weiterbildung in der Region schwer: „Es ist für Kleinunternehmen gar nicht so einfach, Aufmerksamkeit zu bekommen“, erzählte Personalsachbearbeiter Richard Lutz von der Gottlieb Duttenhöfer GmbH aus Haßloch. Immerhin: „Wenn Gespräche erst einmal zustande gekommen sind, dann haben sie auch eine gute Qualität.“ Die wirklich interessierten Besucher sind nach den Erfahrungen der Aussteller an den Nachmittagen da, wenn die Schulklassen wieder weg sind. „Die kommen vor allem aus Haupt- und Realschulen. Gymnasien geben für die Messe nur selten frei“, so die Beobachtung von Claudia Bruns, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit. Deshalb kämen vor allem die Gymnasiasten ab Freitagnachmittag. Insgesamt kamen diesmal aber fast 3000 Besucher weniger zur Messe „Jobs for Future“ als im Vorjahr. „Es gibt mittlerweile sehr viele Berufsmessen“, nannte Bruns einen möglichen Grund dafür und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Besucher auf all diese Veranstaltungen verteilen. „Denn gerade am Übergang von Schule zu Beruf ist Information unendlich wichtig“, sagte sie. Informationen, wie sie auch Torsten und Philipp Wörns sammelten.