Rheinpfalz
Auf den Spuren der Vorfahren in Steinbach
Weitgereiste Gäste hatte am Sonntag das Jüdische Museum in Steinbach. Peter Straus, seine Ehefrau Lili Byers und Tochter Hannah Byers-Straus aus San Francisco wandelten auf den Spuren ihrer Vorfahren.
Der Kontakt war über den Vorsitzenden des Heimatvereins, Josef Wintringer, zustande gekommen, der Leslie Koelsch, die Cousine von Peter Straus, seit etwa fünf Jahren kennt. Wintringer und sein Stellvertreter Stefan Weisbrodt zeigten ihren Gästen das Geburtshaus von Sigmund Loeb. Er ist der Großvater mütterlicherseits von Peter Straus. Loeb wurde im Jahre 1883 geboren, starb während des Ersten Weltkrieges und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Steinbach beerdigt. Seine Nachfahren besuchten nun auch die Grabstätte. Sie legten nach einem alten jüdischen Brauch einen Stein auf das Grab, um damit anzudeuten, dass der Verstorbene nicht vergessen ist.
Weitere Stationen waren die ehemalige Synagoge, das jüdische Denkmal und das Museum, wo sich die Familie über das einstige jüdische Leben in Steinbach informieren konnte. Angehörige von Sigmund Loeb waren in den 1930er Jahren in die USA ausgewandert.
Die Gäste verbringen einige Tage in der Pfalz. Höhepunkt war der Besuch Zweibrückens anlässlich eines Jubiläums. Vor zehn Jahren wurde in der Rosenstadt von dem Künstler Gunter Demnig ein Stolperstein verlegt zur Erinnerung an ein Opfer des Nationalsozialismus.
Wie Wintringer berichtete, besuchen immer wieder Gäste aus Übersee Steinbach, wo einst ein Drittel der Bürger jüdischen Glaubens war. Am Mittwoch, 14. August, wird ein Reisebus mit 20 Besuchern aus Maryland erwartet.