Landau
Atelier-Salon ruft Projekt von Künstlerresidenzen ins Leben und sucht Mitstreiter
Die ideenreichen Frauen wollen Künstlerinnen und Künstler aus ganz Europa einladen, in der Südpfalz Residenzen zu beziehen. Also für einen Monat abseits vom Alltag, in schöner Gegend neue Impulse zu erleben und kreativ tätig zu werden. Wie das gehen soll? Die beiden Frauen, die selbst künstlerisch tätig sind, hoffen auf die Unterstützung der Südpfälzer. „Die Verbindung zwischen Kunst und Kultur und der Bevölkerung ist uns sehr wichtig. Gemeinsam kann man Großes bewirken,“ sagt Mueller.
Schon einmal hat diese Verbindung hervorragend funktioniert, als Volni und Mueller im Hinterhaus in der Fortstraße das Croissant-Archiv aufgebaut haben und auf eine große Resonanz gestoßen sind. Seit 2022 füllen sie hier die ehemaligen Werkstatt der Malerfamilie Croissant mit künstlerischem Leben. Und diesmal? Die beiden Frauen hoffen darauf, dass Menschen aus Landau und Umgebung, die ein offenes Herz für die Kunst haben, Räume für das Residenzen-Projekt zur Verfügung stellen. Das Projekt wird von der Stadt Landau gefördert; Förderanträge bei der Kulturstiftung sind eingereicht.
Fünf Gastkünstler sollen einen Monat lang in der Region leben und arbeiten
Insgesamt fünf Gastkünstlerinnen und -künstler, so die Idee, sollen in diesem Jahr im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ausgewählt werden. Sie können aus verschiedenen Bereichen kommen – Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Neue Medien, Musik, Tanz, Film, Literatur. Ursula Mueller hat keinen Zweifel, dass das Interesse groß sein wird, „den Ort zu wechseln, neue Perspektiven, neue Menschen kennenzulernen, das eigene Netzwerk zu erweitern“. Zwei Residenzplätze für die Kreativen stehen schon zur Verfügung, in Edenkoben und in Hördt. Jetzt werden weitere Gastgeber gesucht, die Wohn- und Arbeitsplätze für das Projekt anbieten können. Eine Aufwandsentschädigung kann vereinbart werden.
„Gesucht werden unkonventionelle inspirierende Orte für einen begrenzten Zeitraum von einem Monat“, heißt es in dem Konzept. Das können Ferienwohnungen sein, leerstehende Zimmer, Dachböden, Gartenhäuser, ehemalige Werkstätten, Ateliers, Scheunen oder andere besondere Orte. „Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten eigenständig und verantwortungsvoll und bringen im Gegenzug kulturelle Lebendigkeit und neue Perspektiven in die Region.“
Gruppenausstellung zum Abschluss
Die Gäste in den Residenzen sollen nicht allein gelassen werden, das ist Volni und Mueller wichtig. Im September, so die Planung, beginnt das interaktive Projekt, bei dem ein Thema vorgegeben wird, mit einem Empfang im Atelier-Salon. Erste Kontakte können an diesem Tag geknüpft werden. Den fünf Teilnehmenden wird je eine ehrenamtliche Bezugsperson zur Seite gestellt, die bei Fragen und Anliegen hilft. In den vier Wochen soll es regelmäßige Treffen zum interdisziplinären Austausch und zur Vernetzung geben. Außerdem sind sogenannte Exkursionen in umliegende Kultureinrichtungen geplant, an denen sich Bürger beteiligen können.
Wenn es gewollt wird, besucht das Team des Atelier-Salons die Gastkünstler in ihren Ateliers, um Foto- und Filmaufnahmen der Arbeit zu machen und Interviews zu führen. Das Projekt soll am landesweiten „Tag der offenen Ateliers“ enden, an dem auch die zeitweisen Ateliers der Gäste ihre Türen öffnen. Gleichzeitig wird zum Finale eine Gruppenausstellung im Atelier-Salon präsentiert, in der alle fünf Residenzkünstler ihre Werke ausstellen und die Filmaufnahmen aus den Ateliers gezeigt werden.
Projekt könnte zu Kunstfestival wachsen
Volni und Mueller wünschen sich, dass sich möglichst viele Menschen vielfältig an dem interaktiven kulturellen Austausch beteiligen. Nicht nur die Landauer Kunstszene und die örtlichen Galerien sind zur Kooperation eingeladen. Jeder Impuls sei willkommen, und sei es nur ein Kuchen, der zu einem Treffen gebacken wird. Die Initiatorinnen freuen sich über Geld- oder Sachspenden, zum Beispiel Farben, Papier, Leinwände, Ton. Vor allem aber warten sie auf gute Ideen, die das Projekt noch größer und schöner machen.
Denn was 2026 geplant ist, das sei doch nur ein „kleiner Anfang“, meint Mueller. Wenn das Projekt ein Erfolg wird, könne in kommenden Jahren eine große Sache daraus werden: „Ein Kunstfestival in Landau, für das die ganze Stadt sich öffnet.“
Info
Wer Räume zur Verfügung stellen oder sich auf andere Art an dem Projekt beteiligen will, kann sich per E-Mail an kontakt@atelier-salon.de, unter Telefon 01520 2332288 und vor Ort melden. Geöffnet ist der Atelier-Salon samstags von 10 bis 15 Uhr.