Rheinpfalz Arzt als Betriebswirt

Neustadt. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) betreut von Neustadt aus 3000 Kunden in der Pfalz. Und das wird so bleiben. Die Genossenschaftsbank, bei der nur Vertreter von akademischen Heilberufen und ihre Angehörigen Kunden werden können, möchte innerhalb der Stadt umziehen.
Von 1977 bis 1993 war die Neustadter Filiale der Apobank Mieter im Gebäude der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in der Maximilianstraße. In die direkte Nachbarschaft könnte es zurückgehen. Künftig soll sie Ankermieter für ein Bürogebäude werden. Filialdirektor Jochen Gradolph (35) sagt, dass der Standort Neustadt nie zur Disposition gestanden habe. „Nicht nur wegen der Nähe zur KV fühlen wir uns in Neustadt sehr wohl“, erklärt der Chef der zwölf Mitarbeiter, die 3000 Kunden in der Pfalz betreuen, darunter 1600 niedergelassene Ärzte und Apotheker sowie 1400 angestellte Vertreter von Heilberufen und deren Angehörige. Von Neustadt aus betreut die Apobank ein Anlagevermögen von 170 Millionen Euro und ein Kreditvolumen von 210 Millionen Euro, Tendenz steigend. Ein Beratungsbüro in Kaiserslautern, das aber nicht immer besetzt ist, gehört auch zu der Filiale. Die Apobank hat eine Universalbank-Lizenz, profitiert von einem Spezialwissen in der Medizin- und Pharmaziebranche. „Es haben viele Großbanken versucht, uns diese Ausnahmestellung streitig zu machen – vergeblich“, sagt Gradolph. Das Geschäftsprinzip beruhe darauf, die Kunden betriebswirtschaftlich zu beraten, was zu einer sehr geringen Kreditausfallquote führe. „Ein guter Arzt ist noch lange kein guter Kaufmann. Wir wissen , was ein Mediziner, der sich selbstständig machen will, investieren muss“, erklärt Gradolph. Vor diesem Hintergrund seien Existenzgründungen ohne Sicherheiten möglich. Gehe die Kalkulation nicht auf, könne der Kunde auf eine Art Insolvenzversicherung zurückgreifen. Gradolph räumt ein, dass es nicht mehr so leicht wie früher sei, eine Praxis zu eröffnen. Die Apobank sehe ihre Aufgabe auch darin, die medizinische Versorgung auf dem Land zu gewährleisten. „Betriebswirtschaftlich ist eine Praxis in einem 1500-Einwohner-Ort lukrativer, als sich als 120. Zahnarzt in der Mannheimer Innenstadt niederzulassen.“ |wkr