Rheinpfalz Arbeiten an der Willkommenskultur

Alma Herzinger arbeitet sozusagen an der Willkommenskultur ihrer Gemeinde. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Flächen am Eingangsportal in der Burgalber Hauptstraße so herzurichten, wie es sich für ein ordentliches Dorf gehört: aufgeräumt und mit Pflanzen geschmückt.
„Ich habe vorher gar nicht groß irgendwo nachgefragt, ob ich das darf, sondern einfach angefangen“, sagt die 79-Jährige lachend. Schon im Frühjahr hatte sie auf die Fläche hinter dem eingefassten Beet, in dem das Portal mit der Aufschrift „Willkommen in Waldfischbach-Burgalben“ und dem Hinweis auf die Partnergemeinde Carentan steht, Rosen und Lavendel gesetzt. Und jetzt bereitet sie das Wiesenstück davor für die Bepflanzung vor. „Jeden Tag ein bisschen, so geht es Stück für Stück voran“, erklärt sie. Zweieinhalb bis drei Stunden sind es aber schon, die sich die fleißige Frau am noch einigermaßen kühlen Morgen in der vergangenen heißen Woche abrackert, um ihr Dorf etwas zu verschönern – „weil die Gemeinde ja so wenig Geld hat“. Zahlt sie die Pflanzen etwa auch noch aus eigener Tasche? „Das brauche ich nicht, denn ich ziehe die Ableger ja selbst“, verweist sie auf die Buchsbäume, den Lavendel und die Rosen im eigenen Garten ein paar Meter weiter in der Alleestraße. „Ich stecke die Ableger einfach in den Boden. Wenn sie anwachsen, ist es gut, wenn nicht, kommen eben wieder neue rein.“ Was sie allerdings sehr ärgert, sind die ekligen Hinterlassenschaften der Hunde, die hier jeden Tag Gassi geführt werden. Bei der vorbereitenden Grundreinigung der Wiesenfläche, die sie urbar machen will, habe sie sage und schreibe 24 Hundehaufen entfernen müssen. „Und heute morgen waren schon wieder zwei neue da“, sagt sie traurig. Früher hatte sie selbst Schäferhunde, aber ihr Mann sei immer ein Stück rausgefahren, um sie laufen zu lassen. Auch im Bruchwiesenpark, wo viele Kinder spielen, sei das ein großes Problem, berichtet sie. Viele Hundebesitzer kümmern sich im wahrsten Sinne des Wortes einen Dreck darum, was ihre Vierbeiner hinterlassen. „Ich danke dem Herrgott, dass ich das hier noch alles so machen kann“, freut sich Alma Herzinger – und auch darüber, dass sie mit ihrem – fast unbemerkten – Einsatz eine sinnvolle Beschäftigung gefunden hat. (ow)