Rheinpfalz Anzahl der Verletzten dramatisch gestiegen

Die Zahl der gemeldeten Unfälle im Bereich der Polizeiinspektion Waldfischbach-Burgalben (900) ist zwar 2014 nicht mehr weiter angestiegen, doch sind dabei mehr als doppelt so viele Menschen schwer verletzt worden wie noch im Jahr zuvor: 29. Davon waren 17 Motorradfahrer, von denen fünf bei Johanniskreuz und drei auf der B 270 verunglückten. Raserei und Selbstüberschätzung sind laut Polizei die häufigsten Ursachen der schweren Unfälle – vor allem, aber nicht nur bei Motorradfahrern. Im besonderen Fokus bei der Überwachung soll die B 270 bleiben.
Die Statistik legte der Leiter der Inspektion, Andreas Kohler, vor. An den 26 Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten waren 16-mal Motorräder und 15-mal Pkw beteiligt. Jeder neunte Unfall, der bei der Polizei gemeldet wurde, war ein Unfall mit Verletzten – neben den 29 Schwerverletzten kamen dabei weitere 108 Personen weniger schlimm zu Schaden. Insgesamt gab es also 137 Verletzte auf den Straßen, 46 oder ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Kohler führt das besonders zurück auf mehr schwere Unfälle außerhalb der Ortschaften und darauf, dass mit unangepasster Geschwindigkeit gefahren wird. Dazu kommen doppelt so viele Fälle (18) wie zuvor, in denen die Vorfahrt missachtet wurde. Die typischen innerörtlichen Unfälle, die beim Rückwärtsfahren, Abbiegen oder Wenden passieren, führen nicht öfter als früher zu Unfällen mit Schwerverletzten. Wie im Jahr zuvor gab es 2014 einen Unfalltoten: Ein 44-Jähriger starb auf der L 466 zwischen Reifenberg und Maßweiler. Die meisten Unfälle (64) ereigneten sich auf der B 270 zwischen Pirmasens und Schopp – was überrascht, da die Polizei genau dieses Strecke zum besonderen Objekt ihrer Geschwindigkeitsüberwachung gemacht hat und dies auch so beibehalten will. Obwohl auch des Öfteren auf wenig unfallträchtiger freier Strecke geblitzt wird, überwacht die Polizei laut Kohler schwerpunktmäßig die gefährlichen Einmündungen Burgalben und Steinalben und die eigentlich übersichtliche Geiselberger Kreuzung (K 31). Mit 54 Unfällen auf Platz zwei der Statistik ist der letztjährige Spitzenreiter (74) gelandet, die L 499 zwischen Johanniskreuz und Waldfischbach, wo besonders häufig Wildunfälle geschehen. Zurückgegangen ist die Zahl, weil die Strecke durch die Wiedereröffnung der K 31 (Geiselberg-B 270) entlastet wurde. Platz drei in der Tabelle belegt die L 477 zwischen Biebermühle und Rieschweiler-Mühlbach. Hier gab’s zwar weniger Wildwechsel, dafür aber mehr Unfälle in Thaleischweiler (22 statt neun im Jahr zuvor) und wegen hoher Geschwindigkeiten. 44 Unfälle und damit 20 mehr als im Jahr zuvor geschahen auf der A 62, und zwar über die gesamte Strecke zwischen Höheischweiler und Weselberg. Ursachen sind mehr Wildunfälle und unangepasste Geschwindigkeit. Mit 43 Unfällen belastet – doppelte so viele wie 2013 – war die L 473 von Wallhalben über die Sickingerhöhe nach Steinalben. Gründe: mehr Wild- und Vorfahrtsunfälle, zu hohes Tempo mit Abkommen von der Fahrbahn. Im Wallhalber Tal, auf der kurvigen L 475, sind 22 Unfälle passiert. Gleich sechsmal kamen Fahrzeuge von der Fahrbahn ab – letztlich also wegen unangepasster Geschwindigkeit. Hohe Unfallzahlen gab es auch auf der K 32 Waldfischbach-Leimen (21), auf der B 48 (19) und auf der L 496 Merzalben-Einmündung B 48 (33), was zum Gutteil auf rasende Motorradfahrer zurückzuführen ist. Dass die Zahl der Unfälle auf der L 498 Burgalben-Merzalben im vorvergangenen Jahr 48 betrug und im vergangene Jahr auf 16 zurückging, erklärt Kohler vor allem mit dem Rückgang der Wildunfälle um 18 auf nur noch fünf. Als Risikogruppen hat Kohler neben den Motorradfahrern die über 65-Jährigen, aber besonders die jungen Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren ausgemacht. Wenn sie an Unfällen beteiligt waren (139), verursachten sie diese auch meistens – in 71 Prozent der Fälle. Fünf junge Leute wurden dabei schwer, 25 leicht verletzt. Auch hier gelten unangepasste Geschwindigkeit und Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug als Hauptursachen. „Neben Vorbeugungsarbeit und Geschwindigkeitskontrollen kann aus unserer Sicht nur ein spezielles Sicherheitstraining für junge Fahrer zu einem erhöhten Risikobewusstsein und besserer Handlungskompetenz führen“, folgert Kohler. Die Senioren waren im vergangenen Jahr zwar an mehr Unfällen (101) beteiligt als 2013 (95), aber die Zahl der über 65-Jährigen Fahrer dürfte auch insgesamt angestiegen sein. Zudem liefen 80 Prozent ihrer Unfälle nur mit Blechschäden und damit noch relativ glimpflich ab. „Geistige und körperliche Mängel, die in der öffentlichen Diskussion zuweilen den Senioren als Ursache zugeschrieben werden, gab es nur in zwei Fällen“, stellt Kohler fest. Ein großes Problem sind nach wie vor Kollisionen von Fahrzeugen und Wild. 364 Fälle nahm die Polizei auf, das sind 40 Prozent aller bekanntgewordenen Schadensereignisse auf den Straßen im vergangenen Jahr. (ow)