Kultur Südpfalz Anschlag auf den Frieden

So sieht das zerstörte Kunstwerk von Karlheinz Zwick derzeit aus. Das Hauptteil des Kunstwerks wurde nicht beschädigt.
So sieht das zerstörte Kunstwerk von Karlheinz Zwick derzeit aus. Das Hauptteil des Kunstwerks wurde nicht beschädigt.

Die zerstörte Skulptur „En Memoire“ in einem Gebäudedurchgang auf dem ehemaligen Gartenschaugelände wird vom Künstler Karlheinz Zwick restauriert. Das ist mit einigem Aufwand verbunden. Das Kunstwerk erinnert an alle Soldaten, die von Landau aus in den Tod geschickt wurden.

Unbekannte zerstören Kunstwerk

Das Kunstwerk „Frieden“ des Gräfenhausener Künstlers Karlheinz Zwick auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in Landau wurde von unbekannten Tätern zerstört (die RHEINPFALZ berichtete). Das Werk, das an die militärische Geschichte des früheren Kasernenareals Estienne & Foch gemahnen soll, soll wieder rekonstruiert werden.

Skulptur war als Mahnmal gedacht 

Die zweiteilige Erinnerungsskulptur „En Memoire“ - der Titel sei eine Reminiszenz an die in dieser Kaserne zuletzt stationierten französischen Soldaten, so der Künstler - erinnere an alle Soldaten, die von dieser Kaserne aus in den Tod geschickt wurden. Sie besteht aus einer Tafel (unser Bild) und einem Schriftzug in Bodennähe. Die Arbeit ist ein Geschenk des Lions Clubs Landau an die Stadt und ihre Bürger. Im Unterschied zu den anderen während der Gartenschau vor zwei Jahren gezeigten Kunstwerken im Südpark sollte und soll die Skulptur „En Memoire“ als Mahnmal dauerhaft dort bleiben.

Rekonstruktion beginnt im September

Das Wort „Frieden“ in plastischen Buchstaben gestaltet ist Teil der Arbeit. Wie Karlheinz Zwick berichtet, waren die beiden ersten Buchstaben F und R noch in der Wand verankert. Die Buchstaben I, E, D, E und N waren aus ihrer Verankerung gerissen worden. Vier Buchstaben wurden auf dem Gelände gefunden, das N wird noch gesucht. Die Rekonstruktion wird im September beginnen, sagt Zwick, vielleicht tauche der fehlende Buchstabe noch auf. Für die Rekonstruktion hat Zwick alle vorhandenen Buchstaben übergeben bekommen.

Herstellung der Buchstaben sehr aufwendig

Wie der renommierte und mit vielen Arbeiten im öffentlichen Raum weit über die Region hinaus vertretene Künstler sagt, erfordert die Herstellung eines Buchstabens einigen Aufwand. Der fehlende Buchstabe müsse neu gelasert und in Feinarbeit zusammengefügt werden. Die beiden anderen Teile müssten ebenfalls wieder zusammengeschweißt und zusammen dann neu montiert werden.

"Respektlos gegenüber der vielen Toten"

Gefragt, was er über den Vandalismus denke, sagt Zwick: „Zuerst empfinde ich diesen als respektlos den vielen toten jungen Menschen gegenüber, an die diese Skulptur erinnern soll. Zum Zweiten irritiert mich diese mutwillige, brutale Zerstörungswut, einer dumm-dreisten Untat, der aber auch bezeichnenderweise das Wort Frieden zum Opfer fiel.“

Mehr zum Thema
x