Eisenberg Am rande: Ein X für ein K

Dass es Zeitgenossen gibt, die anderen ein X für ein U vormachen, um diese über den Tisch zu ziehen und/oder sie übers Ohr zu hauen, ist bekannt. Dass eine Behörde ein X für ein K vormachen will, ist wohl neu im Programm. Da erhielt doch vor einigen Tagen ein bisher unbescholtener Halter eines im Donnersbergkreis zugelassenen Kleinwagens Post von der Bußgeldstelle der Stadt Köln. Mit Erstaunen erfuhr dieser Halter, dass er zu einem genau angegebenen Termin in der Stadt des rheinischen Frohsinns das 30er Tempolimit um sieben Kilometer pro Stunde überschritten habe. Zahlschein über 15 Euro anbei. Doch offensichtlich waren bei der ausstellenden Behörde entweder die Nachwirkungen der letzten närrischen Zeit oder die Vorfreude auf die neue Narrenkampagne Grundlage dieses Schreibens. Denn das beigefügte Beweisfoto zeigt eindeutig: Auf dem Nummernschild ist statt des angegebenen Kennbuchstabens K nach KIB ein X zu sehen. Und jetzt das Sahnehäubchen rheinischer Oberflächlichkeit: Die vier Ringe auf dem Pkw deuten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf eine Automarke aus Ingolstadt, die aber auch gar nichts mit dem aus Rüsselsheim stammenden angegebenen Kleinwagen des Halters zu tun haben will. Auf die deutliche schriftliche Antwort, die der Fahrzeughalter mit „aller Freundlichkeit“ der Bußgeldstelle hat zukommen lassen, wartet er noch gespannt. Gnädigerweise hat er der Bußgeldstelle für seine belehrende Aufklärung der Angelegenheit keine Gebühren in Rechnung gestellt.