Rheinpfalz Am Fünf-Prozent-Ball bleiben

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Rund 450 Mitarbeiter des Autozulieferers Johnson Controls sind am Mittwoch dem Aufruf der IG Metall gefolgt: Sie legten für eine Stunde die Arbeit nieder, um im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie den Forderungen der Gewerkschaft nach fünf Prozent mehr Lohn und Ausbildungsvergütung Nachdruck zu verleihen.

„Wenn sich die Arbeitgeber den Forderungen nicht annähern, dann sind Ganztagesstreiks – auch hier in Rockenhausen – nicht ausgeschlossen.“ Das sagte Rainer Ackner, langjähriger Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Johnson Controls, am Mittwoch der RHEINPFALZ nach dem Streik im Rockenhausener Werk. Die Arbeitgeber haben bislang Einkommensverbesserungen ab April in zwei Stufen geboten, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf 2,1 Prozent summieren. Außerdem soll es eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent des Jahresgehalts geben. Dieses Angebot sei „eine Frechheit, ein Freifahrtschein für die Profite zulasten der Beschäftigten und der Konjunktur“. Das werde man sich nicht gefallen lassen und die Arbeitgeber weiterhin mit Warnstreiks unter Druck setzen, sagte Ackner, der das Amt des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden just an Werner Maurer übergeben hat. Maurer bezeichnete die vorgeschlagene Tariferhöhung von – auf ein Jahr gerechnet – gerade mal einem Prozent „als Erniedrigung aller, die für ihr Geld hart arbeiten und Leistung bringen müssen“. Ein Mitarbeiter der Entgeltstufe „E2“ bekäme demzufolge monatlich 23,74 Euro brutto mehr als bislang. „Wo bitte werden die Preissteigerungen für Krankenkassenzuschläge und Mieten abgebildet? Woher soll das Geld kommen, das wir für die Rentenvorsorge bräuchten, um den Rentenabsenkungen entgegenzuwirken?“, fragte Maurer. Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserslautern, Alexander Ulrich, bemängelte unter anderem die von den Arbeitgebern gewollte Laufzeit von 24 Monaten. Insgesamt sei das Angebot keine ernstzunehmende Verhandlungsgrundlage. „Es ist alter Wein in neuen Schläuchen, Magerkost in Zeiten guter Profite“, sagte Ulrich. IG-Metall-Jugendsekretär Philipp Nerger hatte die Notwendigkeit bekräftigt, auch die Ausbildungsvergütungen zu erhöhen, Kurt Kaiser, Vorsitzender des Vertrauenskörpers bei Johnson Controls, die Streikenden begrüßt und verabschiedet. Unter diesen waren auch Vertreter der Firmen Opel und GKN Kaiserslautern sowie Huissel aus Enkenbach-Alsenborn. Für Letztere gelte der Tarifvertrag bisher nicht. Die Bindung auch für solche Betriebe zu erreichen, sei ebenfalls Bestandteil der Verhandlungen, so Ackner. Die Stimmung der Johnson-Controls-Mitarbeiter sei gewohnt kämpferisch. (kra)

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