Rheinpfalz Alltagslotsen für Flüchtlinge

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Mit einer Informationsveranstaltung im Dr.-Lederer-Haus, zu der VG-Bürgermeister Werner Becker eingeladen hatte, begab sich die Verbandsgemeinde am Donnerstag auf die Suche nach ehrenamtlichen „Alltagslotsen“ für Flüchtlinge. Eine Handvoll Besucher hatte Becker erwartet, aber immerhin 30 waren gekommen, offensichtlich bereit sich einzubringen.

Laut Becker leben aktuell 114 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde. Bis zum Jahresende könnten rund 80 hinzu kommen. Die Flüchtlinge stammten aus Albanien und dem Kosovo, Eritrea, Somalia, Mazedonien und Serbien, natürlich auch aus Syrien. Zwar stelle die Verwaltung Wohnungen zur Verfügung, sorge für die Ausstattung der Räume und nehme Auszahlungen vor, es sei jedoch unmöglich, sich „um jeden einzelnen zu kümmern“. Diese Fürsorge könne nur das Ehrenamt leisten. „Die Leute ziehen in die Wohnung ein, von da an fehlt der Kontakt und sie sind sich selbst überlassen“, erklärte Michaela Littig-Merkle (VG- Verwaltung). Bis dahin, so Tim Buchheit, habe die VG von der Erstaufnahme-Einrichtung in Trier die „Verteilungsverfügung“ bekommen, Wohnraum gesucht und eingerichtet. Einfach, zum Beispiel mit Stahlrohrbettgestell und Matratze. „Spenden von Tisch und Stühlen oder Geschirr sind immer willkommen“, ergänzte Littig- Merkle. Für Kleiderspenden ständen keine Räume zur Verfügung. Über ihre Erfahrungen bei der Flüchtlingsbetreuung in Waldfischbach-Burgalben, unter anderem im „Café International“, berichtete Gudrun Blatt. Die Flüchtlinge kämen oftmals nur mit Plastiktüten an. Sie brauchten Hilfe beim Einkaufen, weil sie „die Waren in den Märkten nicht kennen“. Sie müssten mit Kleidung versorgt werden, seien auf Hilfe beim „Übersetzen von Papieren“ angewiesen und auf Beratung beim Arztbesuch oder bei der Berufswahl, auf Begleitung beim Kindergarten- oder Schulbesuch, auf das Kennenlernen kultureller Unterschiede und auf Unterstützung beim Spracherwerb. Erfahrungsgemäß zeigten sich „schon bei der ersten Begegnung Sympathien“. Idealerweise entwickelten sich daraus gemeinsame Unternehmungen. Auch Sport öffne Türen, Gleiches gelte für gemeinsames Kochen und Essen. „So viel Engagement muss gar nicht sein“, meinte Timo Arnold, ein Besuch in der Woche bewirke auch schon Hilfreiches. Der Bedarf an Deutschunterricht und an Alltagsbegleitung sei „enorm“. Arnold bot ehrenamtlich Tätigen seine Unterstützung als Ratgeber an. Dabei verwies er auch auf die neue Fortbildung „Fit für Flüchtlinge“, die mit der Caritas anlaufe. Dabei gehe es etwa um rechtliche Hintergründe und interkulturelle Kompetenz. Die Versammelten verständigten sich darauf, erst „Ansprechpartner“ zu finden. Zettel mit Daten der Interessenten wurden ausgefüllt, damit sich die VG-Verwaltung mit ihnen in Verbindung setzen kann. Als Termin für die erste Begegnung mit den Flüchtlingen nannte Becker Dienstag, 20. Oktober, 16.30 Uhr im Dr.-Lederer-Haus. Vorher besuchten die Flüchtlinge einen Sprachkurs. (ns)

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