Rheinpfalz Alles aus Stahl ruckzuck blitzblank
Von außen lässt das Grundstück in der Robert-Bosch-Straße im Industriezentrum Westrich bei Ramstein-Miesenbach nicht viel erahnen. Im Inneren der rund 200 Quadratmeter großen Werkshalle aber warten ein paar große Metallbecken auf weiteres Futter: „In diesen Anlagen reinigen wir so ziemlich alles, was mit Metall oder anderen festen Stoffen zu tun hat“, berichtet Doris Baqué.
Und das tut die Ultraschallreinigung Südwest GmbH bereits seit Monaten, obwohl die Einweihung erst kürzlich stattfand. Mit Partner Michele Pugliese hat sich Doris Baqué, geborene Lindenerin und gelernte Bauzeichnerin, noch einmal an die Gründung eines Unternehmens gemacht. Mit jenseits der 50 stürzen sich die Westpfälzerin und ihr badischer Mitgesellschafter mit italienischen Wurzeln in ein finanzielles Abenteuer: Von rund einer halben Million Euro an Investitionen spricht Pugliese. Wichtigste Dienstleistung ist die professionelle Reinigung von industriellen Produkten. „Das geht von der verölten Schraube zu Motoren, von Backblechen einer Großbäckerei über verschweißte Edelstahl-Konstruktionen, die sich an Schweißnähten verfärben“, zählt Pugliese auf. Die Teile werden in Stahlwannen gepackt, mit Waschflüssigkeit umgeben, von Ultraschall-Wellen bombardiert. „Man kann sich das als Mischung aus chemischen und mechanischen Vorgängen vorstellen“, erklärt der Elektromeister. Am Ende stehen nicht nur blitzsaubere Gegenstände. Auch die Umwelt wird laut der Unternehmer nicht sonderlich belastet: „Für die festen Stoffe und das Fett haben unsere Geräte Abscheider eingebaut“, erläutert Pugliese. „Und das Abwasser können wir samt Waschmittel der Kläranlage anvertrauen.“ Damit nicht genug. Ein Geschäftsfeld ist die sogenannte Passivierung. „Darunter versteht man die Behandlung von Metallen, damit sie an ihrer Oberfläche auch bei starker Belastung nicht korrodieren“, so Baqué. Nicht nur mancher Metallbauer flucht darüber, wenn Edelstahl irgendwann doch Rost angesetzt hat. „Diesen Prozess der Oxidation können wir durch unsere Spezialbehandlung unterbinden“, erklärt die Geschäftsführerin. Warum haben sich die beiden in Ramstein-Miesenbach niedergelassen? „Vor allem, weil wir im Umkreis von rund 150 Kilometern keinen potenziellen Konkurrenten entdeckt haben“, antwortet Pugliese. Auch hätten die Verkehrsanbindung, viele metallverarbeitende Unternehmen und viele Handwerker als potenzielle Kunden eine Rolle gespielt. „Dazu kam, dass die Grundstückspreise vergleichsweise günstig sind“, so Philip Pongratz, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern, hinzu. Mehrere Monate lang haben die Förderer ihre „Existenzgründer“ betreut und auf finanzielle Beihilfen aufmerksam gemacht. „Am Ende hat es in Ramstein am besten gepasst“, so Pongratz. Für Autobesitzer der Region haben sich Baqué und Pugliese ein Bonbon für ausgedacht: Sie reinigen Aluminium-Felgen per Ultraschall zum Einstiegspreis von fünf Euro pro Rad.