Rheinpfalz Alles auf Maß

Eine Massivholztreppe liegt im Zuschnitt – nach 30 Jahren macht es beiden Tischlern immer noch Spaß: Firmeninhaber Horst Andreas
Eine Massivholztreppe liegt im Zuschnitt – nach 30 Jahren macht es beiden Tischlern immer noch Spaß: Firmeninhaber Horst Andreas (rechts) und Geselle Helmut Breitsch.

1956 in Trulben geboren, kam Horst Andreas 1976 der Liebe wegen nach Ludwigswinkel. Das Tischlerhandwerk hatte er im elterlichen Betrieb gelernt. Nach der Meisterprüfung arbeitete er bei Spielgeräte Seibel in Hinterweidenthal, bis er sich 1989 mit einer eigenen Schreinerei in Fischbach auf eigene Beine wagte. Die Räume waren gemietet. Zu Beginn arbeitete er mit einem Lehrling, später mit einem Gesellen. Im Jahr 2004 ist er dann nach der Konversion des US Depots in das neue Gewerbegebiet umgezogen und hat hier nochmal richtig investiert. „Den Kredit habe ich damals bei der Bank in Fischbach bekommen, das würde heute nicht mehr gehen“, erzählt er lachend. Der Bankleiter sei jede Woche bei ihm vorbeigekommen und habe sich erkundigt: „Klappt’s, Bu?“ Und es hat geklappt. Zwischenzeitlich hatte er sechs Leute angestellt. Heute lässt er es ruhiger angehen, arbeitet nur noch mit seinem langjährigen Gesellen Helmut Breitsch. Die beiden sind ein Team und man merkt ihnen den Spaß an der Arbeit mit Massivholz an. Auch heute noch, nach so vielen Jahren, bekommen die beiden glänzende Augen, wenn etwa eine nach Kundenwunsch selbst entworfene Küche zum ersten Mal im Betrieb aufgebaut wird. Eines seiner größten Projekte war der Innenausbau des Stiftungssitzes der Daniel-Theysohn-Stiftung in Ludwigswinkel. „Da haben wir alles gemacht, das war echt ein Highlight“, erinnert sich Andreas zurück. Er liebt die Abwechslung an seinem Beruf. Der Kundenkreis erstreckt sich bis zu 100 Kilometer über das Dahner Tal hinaus. „Da läuft viel über Mundpropaganda“, sagt Andreas. „Wenn die Kunden zufrieden sind, empfehlen sie dich auch weiter“. Ob Innenausbau vom Boden bis zur Decke, Möbelstücke, Einbauküchen von der Planung bis zur Montage, Treppen, Fenster und Haustüren: Alles wird auf Maß gefertigt. „Das unterscheidet uns von Industrie- und Massenware, dass wir handwerklich eine hohe Qualität liefern und erstklassige Materialien verwenden“, sagt der Tischler. Darin sieht er auch das Erfolgs- und Überlebensrezept des Betriebs – und in der Tatsache, dass der Kunde alles aus einer Hand beziehen könne. Ans Aufhören denkt Andreas noch nicht. Es mache Spaß, sagt er, und ein paar Jahre will er schon noch machen. Allerdings hält er bereits die Augen offen nach einem Nachfolger. „Jetzt wäre der optimale Zeitpunkt für jemanden, hier einzusteigen. Der Betrieb ist gesund und gut eingeführt und wir beide würden noch ein paar Jahre mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen“, sagt der Unternehmer. Das wäre ihm noch eine Herzensangelegenheit, wenn er die Tischlerei in gute Hände übergeben könnte.

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