Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Aldi sucht neuen Standort in Waldfischbach-Burgalben

Seit der benachbarte Discounter Lidl (früheres Gebäude hinten rechts) ins Ortszentrum umgezogen ist, hat der Standort im Gewerbe
Seit der benachbarte Discounter Lidl (früheres Gebäude hinten rechts) ins Ortszentrum umgezogen ist, hat der Standort im Gewerbegebiet Schorbach für Aldi an Attraktivität verloren.

Der Discounter Aldi sucht einen neuen Standort in Waldfischbach-Burgalben und intensiviert die Gespräche mit der Ortsgemeinde.

Aldi möchte unbedingt am Standort Waldfischbach-Burgalben festhalten, ist aber mit dem bisherigen Standort nicht mehr zufrieden“, sagte Ortsbürgermeister Michael Oestreicher (BWB) am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Ein Gespräch mit Unternehmensvertretern steht an.

Aldi betreibt einen Markt im Gewerbegebiet Schorbach. Spätestens seit klar war, dass Konkurrent Lidl im Ortszentrum neu bauen wird und damit dem Trend der Branche folgt, die sich von der Peripherie zurück in die Zentren bewegt, war Thema, dass auch Aldi den bisherigen Standort im Gewerbegebiet verlassen würde. Auch wenn es offiziell von Unternehmensseite so nie bekundet wurde.

Es wurden bereits mehrere Möglichkeiten geprüft, zuletzt unter anderem die Idee, dass Aldi das Gebäude des örtlichen Bauhofs/Werke übernimmt und dort – am Ortsausgang Richtung Kaiserslautern – neu baut. Von dieser Idee, erklärte Oestreicher, habe Aldi zwischenzeitlich Abstand genommen. Deshalb die Gespräche über einen neuen Standort.

Einzelhandelskonzept setzt Grenzen

Eine Ansiedlung im Ortskern, in der Nähe des 2018 eröffneten Lidl-Marktes und dem benachbarten Wasgau-Markt, wäre derzeit schwierig aufgrund des Einzelhandelskonzeptes. Ende 2017 hatte die Gemeinde auch die Weichen gestellt für die künftige Planung im Bereich der Hauptstraße – von den dort ansässigen Handelsunternehmen bis hin zum Kreisel – und beschlossen, dass die kleinteilige Struktur für Gewerbe und Wohnen im Grundsatz erhalten bleiben soll. Diese umfasst den Bereich zwischen Hauptstraße und Moosalbe. Die gegenüberliegende Seite, auf der sich unter anderem die Tankstelle befindet, wird von diesen Planungen nicht umfasst. Was nun an den Standorten möglich ist, wird wohl im Gespräch mit Aldi sondiert werden.

Neue Pläne fürs frühere Hotel Martin

Auch in eine zweite, seit langem schwelende Frage der Ortsentwicklung kommt möglicherweise wieder Bewegung: Es gibt eine Investorengruppe, die bereits ein Ingenieurbüro beauftragt hat und Pläne verfolgt, um das frühere Hotel Martin mit neuem Leben zu füllen. Es gebe ein Konzept, hieß es. Wie das aussehe, soll dem Rat in der kommenden Sitzung erläutert werden, kündigte Oestreicher an.

Das frühere Hotelgebäude ist seit Jahren ein Schandfleck in der Ortsmitte. Nach dem Verkauf durch die damalige Geno-Bank an eine private Investorin, die dort Wohneinheiten errichten wollte, endete diese Geschichte mit einem großen Betrugsfall und Haftstrafen für die Beteiligten. In den folgenden Jahren stand das Hotelgebäude, dessen Anblick sich jährlich verschlechterte, immer wieder im Fokus. Pläne einer lokalen Investorin, die das Gebäude ersteigert hatte, um dort betreutes Wohnen anzubieten, kamen nicht zum Tragen. Wieder standen Versteigerungstermine an. Bei der letzten Versteigerungsansetzung fand sich zwar kein Bieter, aber im Nachgang war das Gebäude dann an einen privaten Investor verkauft worden.

Über die Jahre verkommen: das frühere Hotel Martin.  ARCHIVFoto: RACKOW
Über die Jahre verkommen: das frühere Hotel Martin. ARCHIV
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