Rheinpfalz Abtanzen bis in den Morgen

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Die dumpfen Bässe sind sozusagen die Wegweiser. Partytime im Rittergarten. Wenn die Tür sich öffnet, strömt ein Schwall elektronischer Musik aus dem Gewölbekeller. Draußen warten die Leute schon ungeduldig auf den Einlass, zwei Türsteher schauen sich die Wartenden prüfend an. Dann winken sie sie durch. „Ohral“ kann beginnen. Die musikalische Bandbreite reicht bei „Ohral-Partys“ von Deep House, einer etwas gemäßigteren und melodischeren Musik, bis zu Technoid, einer recht basslastigen Art des Techno. Wie sich die Musik an einem Abend entwickelt, hänge auch mit der Interaktion zwischen DJ und Publikum zusammen, sagt Veranstalter Hardy Heller. Eine „gute Zeit und Spaß mit Gleichgesinnten“ will er seinen Gästen bieten und die Housefans genießen das Abtanzen bis in die frühen Morgenstunden. Im Laufe der Jahre hat „Ohral“ sich ein Netzwerk von bekannten DJs aufgebaut. Zu Gast waren unter anderem schon Monika Kruse, Chris Liebing und DJ Karotte, die wohl zu den renommiertesten Techno-DJs Deutschlands zählen. Daneben legen Stamm-Djs, sogenannte Residents, beispielsweise Maxi König oder Marius Heil, auf. Insgesamt gibt es derzeit etwa zehn bis zwölf „Residents“, pro Veranstaltung legen zwischen drei und vier DJs auf. „Einige unserer Stamm-DJs sind uns mehr oder weniger zugelaufen“, sagt Heller. Seit 2011 ist „Ohral“ im Rittergarten „zu Hause“. Zwischen Oktober und Mai finden die Partys einmal pro Monat statt. Kürzere Abstände zwischen den Veranstaltungen lehnt Heller ab. Weniger sei mehr, findet er. „Wir könnten ziemlich Gas geben, aber dann würden die Leute die Partys nicht mehr so annehmen“, sagt Heller. Deshalb wird auch im Sommer mit einem reduzierten Programm gearbeitet. Seit rund zwölf Jahren hat es sich bewährt „Ohral“-Events in den Monaten Juni bis September an den Böhl-Iggelheimer Weiher zu verlegen. Techno-Party unter freiem Himmel. „Ohral“ hat Potenzial, sagt Heller. „Wir haben ältere Gäste, die uns schon seit vielen Jahren treu sind. Und wir sind gesegnet mit jungem und coolem Nachwuchs“, so Heller. Die jüngeren Gäste seien gut integriert und engagierten sich auch für ihre Belange. Heller und sein Team setzen bei der jüngeren Generation auf Facebook und die „Ohral“-Homepage. 3.000 Klicks verzeichnet die Seite pro Monat. Mittlerweile ist „Ohral“ schon fast 20 Jahre alt. Heller und eine Gruppe von rund fünf Leuten hatten die Reihe ins Leben gerufen, zu Beginn wurde im Keller des Meininger Verlagshauses gefeiert. 1994 steckten die Musikrichtungen House und Techno noch in den Kinderschuhen. Für Neustadt und Umgebung war diese Art von Party absolutes Neuland. Paul van Dyk, ein Freund Hellers und populärer Techno-DJ, hat damals in Neustadt aufgelegt. „Inzwischen begeistert er das Publikum im Central Park in New York“, erzählt Heller. Die erste Party war ein Erfolg. Es folgten noch weitere Veranstaltungen im Verlagshaus, bevor „Ohral“ auch im Pfälzer Wald die Leute zum Tanzen animierte. „Schon damals war uns bewusst, dass es im Sommer nichts Schöneres gibt, als unter freiem Himmel zu tanzen“, so Heller. Deshalb wurden Partys auf der Totenkopfhütte, im Erdbeertal und in Appenthal veranstaltet. Auch heute bestehe noch Interesse an Locations im Wald. Es sei aber bedingt durch strenge Naturschutzvorgaben schwierig geworden. Unter dem Motto „The boys are back in town“ ist Ohral 2008 zurückgekehrt nach Neustadt, damals noch ins Madison, nachdem sich zuvor ein gutes Jahr lang kein Veranstaltungsort gefunden hatte. In dieser Zeit gab es „Ohral“-Partys in Mannheim, Frankfurt und anderen Städten. Jetzt steht der 20. Geburtstag an. Wie er gefeiert wird, ist noch unklar. „Unlust ist nicht in Sicht“, sagt Heller.

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