Eisenberg „Absolut kein Problem mit Nachwuchs“

Die freiwillige Feuerwehr Kerzenheim hat am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür ihre Fahrzeuge präsentiert. Interessierte konnten sich über die verschiedenen Aufgaben der Wehr informieren. Bei der Veranstaltung zu Gast waren die Werksfeuerwehr der BASF mit einem Löschfahrzeug und die Freiwillige Feuerwehr Göllheim mit ihrer Drehleiter. Die Kinder begeisterten sich vor allem für die Wasserspiele und ein präpariertes Unfallauto, an dem Wehrleute die Arbeitsweise mit der Rettungsschere und dem Spreizer erklärten.
Das riesige Löschfahrzeug der BASF wird in erster Linie für die Bekämpfung von Tanklagerbränden genutzt. „Sich die Technik des Fahrzeugs einmal anzuschauen, ist sehr interessant“, meinte Kerzenheims Wehrführer Andreas Brauer. Das rein maschinell gesteuerte Strahlrohr habe eine Wurfweite von 150 Metern. 20.000 Liter Wasser schössen pro Minute hindurch. „In der Verbandsgemeinde können wir solche Wassermengen gar nicht aus dem Wassernetz zie-hen“, erklärte er, weshalb es nur für industrielle Nutzung geeignet sei. Bei den jüngsten Besuchern war vor allem Mut gefragt. Die Couragiertesten versuchten, den Himmel zu berühren. Mit der Göllheimer Drehleiter ging es für die Kinder und deren Begleiter viele Meter hoch hinaus, mit einem fantastischen Ausblick auf die Umgebung. Neben der Hüpfburg erfreuten sich die Kleinen bei der Hitze besonders an den Wasserspielen. Während einige sich noch darauf konzentrierten, die Kegel mit dem Wasserstrahl umzuwerfen, spritzten andere lieber ihre Spielkameraden nass. Für technisch interessierte Kinder gab es in diesem Jahr etwas ganz Neues: „Wir haben einen Unfallwagen ausgestellt und mit Werkzeugen drapiert, um die verschiedenen Arbeitsweisen zu demonstrieren“, erzählte der Wehrführer. Den Kindern wurde genau gezeigt, wie Spreizer und Rettungsschere zum Einsatz kommen, um zum Beispiel eine verletzte Person aus dem Auto zu befreien. Für das leibliche Wohl war mit Brutzelfleich, Steak, Pommes frites und einem großen Kuchenbuffet gesorgt. „Wir haben absolut kein Nach-wuchsproblem“, freute sich Brauer. Die Bambini-Gruppe sei momentan mit 13 Kindern voll belegt. „Zwei Kinder sind schon in die Jugendfeuerwehr gewechselt“, sagte er. Diese sei für Kinder ab zehn Jahren. Auch die Jugendfeuerwehr verfügt über genügend begeisterte Floriansjünger. „Insgesamt sind es 18 Kinder und Jugendliche, die sich engagieren.“ Bei den Aktiven habe die Kerzen-heimer Wehr ebenfalls einen guten Stand. 33 Feuerwehrmänner und –frauen sind im aktiven Dienst. „Mit der Ausrückzeit und -stärke bin ich super zufrieden“, meinte Andreas Brauer. Die Feuerwehren kämpfen ge-nerell immer mehr mit dem Prob-lem, dass tagsüber bei einem Einsatz nicht mehr genug Kameraden da sind. Viele Feuerwehrmitglieder arbeiten auswärts oder im Schichtdienst, sodass diese bei einer Alarmierung im Ort nicht zur Verfügung stehen. In Kerzenheim sei dies jedoch noch überhaupt kein Problem, betont Brauer. (jnl)