Rheinpfalz Ab Juli kann jeder gratis in der City surfen

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Selfies vom Messe-Treiben auf dem Kochschen Markt und Ausflugs-Eindrücke vom Eiscafé-Besuch oder Fotos vom Marktplatz rasch verschicken – das ist in der Kuseler Innenstadt künftig rasch und kostenlos möglich, auch für all jene, die nicht mit dem Smartphone ohnehin ständig online sind: Noch in der ersten vollen Juli-Woche wird „westpfalz- wireless“ starten. Künftig kann dann jeder an bestimmten Plätzen in der Kuseler City surfen. Für eine Stunde gratis, gerne auch länger zu recht günstigen Konditionen.

Mit knapp zehn Monaten Verspätung soll nun die Kreisstadt Bürgern, Besuchern, Arbeitnehmern WLan bieten. „Freies WLan in den Städten der Westpfalz“ ist der Titel eines Projekts, das die Zukunftsregion Westpfalz angestoßen und zu einem guten Teil mitfinanziert hat. Kusel ist die vierte westpfälzische Kommune, die im Zuge des Projekts mit Hotspots ausgestattet wird. In Kaiserslautern ist der Startschuss dazu bereits im vergangenen September gefallen. Mittlerweile ist auch Pirmasens vernetzt. Und in diesen Tagen ist als dritte Stadt Ramstein-Miesenbach hinzugekommen. Die war wegen des Rheinland-Pfalz-Tags vorgezogen worden. Die Verantwortlichen hatten alles daran gesetzt, dass zum Landesfest ein Drahtlos-Netzwerk in Ramstein steht. Das habe einiges an Mühe gekostet, das Kuseler Vorhaben allerdings nur leicht verzögert, erläutert Guido Hartmann, Geschäftsführer der Gesellschaft K-net Telekommunikation in Kaiserslautern. K-net ist eine Tochterfirma der Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) und betreut das Projekt Westpfalz-WLan. Hartmann hatte das ambitionierte Vorhaben damals dem Kuseler Stadtrat präsentiert, gemeinsam mit Hans-Günther Clev, dem Geschäftsführer der Zukunftsinitiative Westpfalz. Die hat die sogenannte Hardware zur Verfügung gestellt, also die zur Datenverteilung notwendigen Geräte bezahlt. Diese Kästen werden in Kusel über die Innenstadt verstreut montiert. Zunächst fünf oder sechs, weitere sollen dann in nächster Zeit folgen, das Netz soll Stück für Stück erweitert werden, wie Kusels Stadtwerke-Chef Friedrich Beck informiert. Auch Geschäftsleute und Gastronomen können sich einklinken, ihren Kunden und Gästen die Teilhabe eröffnen. Die Stadtwerke sind Partner bei der Verwirklichung des Vorhabens. Eines hat allerdings nicht geklappt: Das in Kusels Untergrund liegende Leitungsnetz, das die Stadtwerke in die Planung mit einbezogen haben, hat sich als nicht geeignet erwiesen. „Da mussten wir uns halt ins vorhandene Netz eines kommerziellen Anbieters einmieten“, erläutert Guido Hartmann auf Anfrage. Der K-Net-Geschäftsführer betont allerdings, dass damit keine unerwünschten Nebeneffekte verbunden seien. Denn an das Netz werden hohe Anforderungen gestellt. Firewall und Filter sollen die künftigen vor unerwünschten Attacken aller Art schützen. Sicherheit werde in dem öffentlichen Netz groß geschrieben. Dies unterscheide das Westpfalz-Netz von einigen anderen öffentlichen WLan-Angeboten. Mit im Boot sitzen bei dem Projekt neben K-Net und Zukunftsregion die Firma Pfalzconnect, Stadtwerke Kusel und die Stadt. Dass es nun endlich losgeht, das freut Stadtbürgermeisterin Ulrike Nagel. „Wir basteln derzeit an unserem Auftritt“, sagte Nagel mit Hinweis darauf, dass sich die Stadt Nutzern von außerhalb möglichst attraktiv präsentieren wolle. Hartmann bezifferte die Kosten für die Vernetzung Kusels auf insgesamt rund 20.000 Euro. Darin enthalten sind als wesentlicher Posten die Geräte, die ja vom Verein Zukunftsregion spendiert worden sind. Dieser Zusammenschluss von Unternehmen, Institutionen und Kommunen war im Frühjahr 2012 in Zweibrücken gegründet worden, der Landkreis Kusel wurde rasch Mitglied. Selbst erklärtes Ziel des Vereins ist, Impulse für die Strukturentwicklung der Westpfalz zu geben und konkrete Projekte zu fördern; speziell solche, die eine gesellschaftliche Gruppe alleine nicht schultern könne. Dazu gehört nun also auch die Hilfe beim Aufbau des WLan-Netzes, das kostenlosen Internet-Zugang mit allen mobilen Endgeräten in der Kreisstadt ermöglicht. Dies funktioniert nach Aussage der Betreiber mit „High Speed“. Allerdings kann die Transferrate je nach Standort variieren. Zunächst ist das Kuseler Netz auch nicht allzu flott: Es bewegt sich in der Größenordnung einer 16.000er Rate, die Datendurchsatzrate aber wird sich in absehbarer Zeit steigern. So ist beispielsweise geplant, im Zuge der Fußgängerzonen-Sanierung Glasfaserkabel zu verlegen.

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