Fußball
Das „Kollektivversagen“ des FK Pirmasens am Main
Mit einer Abwehrleistung wie in den ersten 45 Minuten von Eddersheim hat der FK Pirmasens nichts in der Regionalliga verloren. Drei Gegentore kassierte der Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bis zum Halbzeitpfiff, am Ende stand eine 1:4-Niederlage. „Es hätte auch 8:3 ausgehen können. Wir hatten auch schon in der Oberliga immer wieder Probleme in der Defensive“, sprach FKP-Stürmer Dennis Krob nach dem Abpfiff des Aufstiegsspiels zur Regionalliga Klartext.
Andererseits spielten sich auch die Pirmasenser vor 1214 Zuschauern etliche gute bis beste Torchancen heraus, vergaben diese aber entweder kläglich wie Luka Dimitrijevic in der siebten Minute nach perfekter Vorlage des ansonsten blassen Marc Ehrhart oder scheiterten serienweise am überragenden Torhüter des Hessenliga-Zweiten FC Eddersheim, Felix Koob oder hatten Pech wie Yannick Grieß bei seinem Kopfball an die Latte. Nur Rechtsverteidiger Manuel Grünnagel traf in der achten Minute zum 1:0.
Durchgeflutscht
Es war schon ärgerlich, dass in der 14. Spielminute eine flache, eigentlich nicht gut geschossene Ecke von Patrick Schorr durchflutschte, Maximilian Thomasberger so im Torraum an den Ball kam und zum 1:1 ausglich. Unverständlich, dass Thomasberger nach einer Freistoß-Hereingabe völlig ungestört das 2:1 (27.) machen konnte. „Naiv, unnötig“, wie Kapitän Yannik Grieß anmerkte, das Foul von FKP-Linksverteidiger Eliakim Kukanda an Simon Lüders im Strafraum; Ex-Profi Patrick Schorr verwandelte den berechtigten Elfmeter zum 3:1 (35.) für Eddersheim.
„Es war ein Kollektivversagen. Wir bekommen viel zu einfache Gegentore“, sagte FKP-Torhüter Benjamin Reitz, der in der zweiten Hälfte auch beim 4:1 von Niklas Kraus machtlos war. „Wir haben da komplett den Faden verloren. Das kenne ich so von meiner Mannschaft nicht. Ich hätte in der Pause auch acht oder neun Mann auswechseln können“, sagte Trainer Daniel Paulus, der in der Pause Manuel Grünnagel, Eliakim Kukanda und Thomas Selensky rausnahm. Auch Reitz rätselte, wieso seine Vorderleute nach starken ersten 20 Minuten so schwach spielten: „Wir waren nicht nervös, wir waren top vorbereitet.“
Kleine Chance bleibt
Der FKP muss nun am Mittwoch (Anstoß: 19 Uhr) auf der Husterhöhe im dritten und letzten Spiel der Aufstiegsrunde gegen den VfR Mannheim schon mit mindestens drei Toren Differenz gewinnen, um doch noch den Sprung in die Regionalliga zu packen. Kapitän Grieß hat das große Ziel trotz der deprimierenden Partie am Mainufer noch nicht aus den Augen verloren: „Wir sind die heimstärkste Mannschaft der Oberliga, wir glauben an unsere Chance. Wir müssen uns das Momentum erarbeiten. Der VfR Mannheim ist nicht die Übermannschaft.“