Fußball
Die katastrophale Abwehrleistung des FK Pirmasens
Was war denn da los? Mit 1:4 (1:3) hat der FK Pirmasens am Sonntag eine Partie verloren, in der er zunächst einem souveränen Sieg entgegenzusteuern schien. Nach dem Abpfiff des ersten Pirmasenser Aufstiegsspiels zur Fußball-Regionalliga beim FC Eddersheim hatte kaum jemand eine Erklärung für die katastrophale Abwehrleistung.
„Wir sahen draußen und haben nach 15, 20 Minuten gedacht: Wie viele Tore machen wir heute noch?“, erzählte später FKP-Stürmer Dennis Krob, der erst mit Beginn der zweiten Hälfte auf den Rasen durfte. Seine Mannschaft hinterließ zunächst einen hervorragenden Eindruck, erspielte sich bis zur elften Minute drei hundertprozentige Torchancen. Eine davon nutzte Rechtsverteidiger Manuel Grünnagel nach Zuspiel von Luka Dimitrijevic.
Wieder ein Standard
Das 1:1 von Maximilian Thomasberger nach einer flachen, eigentlich schlecht getretenen Ecke von Patrick Schorr war zwar sehr ärgerlich, aber der Vizemeister der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar wirkte da noch unbeeindruckt. Kapitän Yannick Grieß und Nico Wiltz zwangen wenig später FCE-Keeper Felix Koob zu zwei Glanztaten.
Dann wieder ein Standard, wieder ein Tor für den Zweiten der Hessenliga. Thomasberger stand nach einem Freistoß von Schorr und Zuspiel von Nils Fischer völlig frei – 2:1. Und dann beging Eliakim Kukanda ein völlig überflüssiges Foul im Strafraum an Simon Lüders. Ex-Profi Schorr verwandelte im letzten Spiel seiner Karriere zum 3:1. „Wir müssen 2:0 führen. Was sich nach dem 1:1 abgespielt hat, war desaströs. Wir haben ja kaum noch einen Zweikampf gewonnen“, sagte Abwehrchef Grieß, der nach seinem Muskelfaserriss gerade erst wieder einsatzfähig geworden war.
Drei Wechsel in der Pause
FKP-Trainer Daniel Paulus wechselte in der Pause dreimal. Die beiden Außenverteidiger Grünnagel und Kukanda sowie der zentrale Mittelfeldmann Thomas Selensky mussten raus, Dennis Krob, Silas Gutmann und Miguel Deho kamen rein. Paulus stellte auf Dreierkette um.
Es blieb vor 1214 Zuschauern am Main-Ufer ein verrücktes, wildes Spiel mit ungemein vielen Torchancen auf beiden Seiten, weil auch die Eddersheimer wegen der 1:4-Niederlage in ihrem ersten Aufstiegsspiel beim VfR Mannheim mindestens mit drei Toren Differenz gewinnen mussten. Käpt’n Grieß hätte „die Klub“ auf ein Tor heranbringen können, doch seinen platzierten Freistoß parierte der überragende Koob (52.), und sein Kopfball landete an der Latte (71.). Nur Eddersheims Niklas Kraus traf noch einmal.
VfR Mannheim fast durch
Dieses 4:1 bringt den VfR Mannheim in eine komfortable Situation. Der Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg kann sich nun im letzten Spiel der Dreierrunde am Mittwoch (19 Uhr) in Pirmasens sogar eine Niederlage mit zwei Toren Differenz erlauben. Eddersheim muss nun hoffen, dass der FKP mit drei Toren Differenz gewinnt. Der FKP muss mindestens vier Tore schießen. Sollte der kuriose Fall eintreten, dass es auch auf der Husterhöhe einen 4:1-Heimsieg gibt, müsste das Los entscheiden, wer den letzten freien Platz in der Regionalliga Südwest 2026/27 einnimmt.