Rheinpfalz 50 Beschäftigte klagen gegen Entlassung
Speyer. Die Zukunft der ehemaligen Mitarbeiter des Zweibrücker Krankenhauses war gestern Thema bei der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. Zum Auftakt des Treffens in Speyer wandte sich außerdem der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann an die Synodalen.
Während bei der Landessynode vor einem Jahr noch durchaus heftig über den angeschlagenen Landesverein für Innere Mission diskutiert wurde, lief die Debatte gestern deutlich ruhiger ab. Mittlerweile hat der diakonische Träger seine Klinik in der Westpfalz geschlossen und plant eine Fusion mit den Diakonissen Speyer-Mannheim (wir berichteten). Der Pfarrer des Zweibrücker Stadtteils Ernstweiler, Reinhard Scheller, fand dennoch deutliche Worte. Mit Blick auf die Schließung der Klinik sagte er: „Was da gelaufen ist, hat die Kirchenaustrittszahlen in die Höhe schnellen lassen.“ Der Frankenthaler Synodale Stephan Westerkamp erklärte zur Abwicklung des defizitären Krankenhauses: „Das hätte eine Heuschrecke nicht besser machen können.“ Die weiteren Wortbeiträge beschäftigten sich hauptsächlich mit der Situation der ehemaligen Angestellten. Ein Vertreter des Landesvereins berichtete, dass 170 Menschen gekündigt wurde. Bei 140 davon laufe der Arbeitsvertrag jedoch noch bis Ende März. Was dann mit ihnen geschehe, sei offen. Der Landesverein, die Diakonissen und andere Arbeitgeber hätten rund 200 Stellen zur Verfügung gestellt – es liege an den Mitarbeitern, ob sie diese annähmen oder nicht. Außerdem wurde gestern bekannt, dass sich 50 Beschäftigte mit Kündigungsschutzklagen gegen ihre Entlassung gewehrt haben. Gestern Vormittag sprach Bischof Wiesemann vor dem protestantischen Kirchenparlament. Er bezeichnete die Ökumene als Verpflichtung, „alles zu tun, damit wir unseren Glauben in einer sichtbar geeinten Kirche bezeugen“. Mit Blick auf das Jubiläum 500 Jahre Reformation 2017 betonte der Bischof: Die evangelische Kirche habe eine Erinnerungskultur geschaffen, in der sich das gewachsene ökumenische Miteinander der vergangenen Jahrzehnte widerspiegele. Die evangelische Kirche habe sich mit „ehrlicher Nüchternheit“ im Laufe der Reformationsdekade auch den dunklen Seiten der Reformation gestellt, sagte Wiesemann. Dies habe ihn tief beeindruckt. Zugleich verwies Wiesemann auf die Perspektive der Buße und Versöhnung: Die Reformation sei nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Versagen und Schuld habe es auf beiden Seiten gegeben. |gana