Rheinpfalz 44 Jahre in der Fasnacht aktiv

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Auch in der Fasnacht stehen besondere Auszeichnungen für besondere Leistungen, zumal wenn sie ehrenamtlich erbracht wurden. Die Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine hat deshalb am Samstag im historischen Rathaus in Speyer an 24 Fasnachter den „Goldenen Löwen mit Brillant“ verliehen. Die Geehrten kamen aus 19 Vereinen in den Bezirken Mittel- und Nordbaden, Vorderpfalz und Westpfalz, darunter waren auch Karl H. F. Schütz vom Carneval-Verein Pirmasens und Paul Reichert vom Karnevalverein Waldfischbach.

Sie alle haben sich schon den „Goldenen Löwen“, das Wappentier der Fasnacht in der ehemaligen Kurpfalz, verdient, der für 22 Jahre Aktivität in der Fasnacht verliehen wird. Vereinsvorsitzende und Präsidenten sowie ihre Stellvertreter erhalten die Auszeichnung bereits nach elf Jahren. Für die allermeisten närrischen Akteure ist aber danach ihr Engagement für dieses schöne Brauchtum keinesfalls zu Ende. Viele sind noch nach Jahren mit Freude dabei, je nachdem wie „jung“ sie bei der Verleihung waren. Dass aber jemand noch genau 22 weitere Jahre seinem Hobby treubleibt, ist eher eine Ausnahme. Für diese besonderen Fälle hat die Vereinigung vor zehn Jahren eine zweite Stufe ihres so begehrten Verdienstordens geschaffen: den „Goldenen Löwen mit Brillant“. Schon die Zahl von bisher nur 296 Ehrungen bei fast 400 verbandsangehörigen Vereinen und rund 7000 „Löwenträgern“ in 60 Jahren verdeutlicht die Besonderheit der Auszeichnung. Das betonte auch Jürgen Lesmeister, der Präsident der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnelvalsvereine, der bei der Feierstunde in Speyer jeden einzelnen der Geehrten mit einer kurzen Laudatio bedachte und ihr Wirken für die Fasnacht als vorbildlich bezeichnete. Karl H. F. Schütz vom 1. Carneval-Verein Pirmasens, heute als Präsident der „närrische Motor“ des Vereins, kam schon früh, sozusagen aus Familientradition, zur Fasnacht. Sein Vater war viele Jahre Vizepräsident und so wurde der Junior 1970 als junger Grenadier und, wie er selbst sagt, „Kulissenschieber“ beim CVP aktiv. Noch durch Vereinsgründer Karl Kamper wurde er 1976 in den Elferrat berufen, war ab 1984 Vorstandsmitglied und von 1992 an zwei Jahre Vizepräsident. Seit 1994 trägt er als Präsident die Verantwortung. In dieser Zeit hat er nicht nur die Grenadiergarde als Obrist zur Steubenparade nach New York geführt, sondern auch den ganzen Verein zu einer Reihe von Rheinland-Pfalz-Tagen. Neue Veranstaltungen wurden von ihm ins Leben gerufen und mit dem Bau der schmucken und geräumigen CVP-Halle am Rehpfad hat der Zahnarzt eine Meisterleistung vollbracht – natürlich zusammen mit einer treuen Schar von Mitgliedern und fleißigen Helfern. Auch auf Verbandsebene ist Karl Schütz schon seit mehreren Jahren tätig. Von 2009 bis 2014 gehörte er für die Westpfalz dem Ehrenrat der Vereinigung an. Im April letzten Jahres wählten ihn dann die Vertreter der über 40 westpfälzischen Vereine zu einem ihrer beiden Mitglieder in der Ordenskommission. Paul Reichert (61) ist seit 2009 Vorsitzender beim Karnevalverein Waldfischbach, nachdem er zuvor sechs Jahre lang das Amt des Stellvertreters bekleidet hat. Der Maschinenbaumeister in Altersteilzeit kann für sich in Anspruch nehmen, der am längsten aktive Mitstreiter des Vereins zu sein. Schon 1970 hat ihn die Fasnacht begeistert, weshalb er sich zunächst als Helfer bei Dekoration und Bühnenaufbau eingebracht hat. Seit der Kampagne 1975 gehört er zum Elferrat und war bis 2002 als Beisitzer in der Vorstandschaft tätig. Paul Reichert darf als Vorsitzender auch auf familiäre Unterstützung zählen, denn seine Frau Renate ist als Schriftführerin und Komiteemitglied ebenfalls beim KVW aktiv. (uwa)

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