Rheinpfalz 24 Grad warmes Wasser lockt Badegäste an

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„Lohnt noch der Kauf einer Dauerkarte, und garantieren Sie mir passendes Wetter?“ „Auf jeden Fall! Jetzt sind Ferien, jetzt geht es hier so richtig ab!“ Das Gespräch fand am Mittwoch am Kassenhäuschen der Waschmühle in Kaiserslautern statt. Der Antwortgeber ist Ernst Heib, der Kassenmann, der bei keinem der Ankommenden ein freundliches „viel Spaß!“ vergisst. Mit rund 3000 Gästen hat er am Mittwoch bis zum Abend gerechnet. 2700 waren es am Dienstag.

Leise gurgelt die kleine blaue Welle an den Beckenrand. Schönes Geräusch. Das hat was von Meer, von Strand, von Urlaub. Dort glucksen die Wellen ähnlich, wenn sie der Wind an den Strand trägt. In der Waschmühle sorgen die Schwimmer beharrlich für Wellennachschub. Das Geräusch lässt zusammen mit den glutheißen Strahlen, die von der Sonne gen Kaiserslautern geschickt wurden, die Laune steigen. Entspannt sitzen einige der Badegäste in den Liegestühlen, kauen am Brot, lesen oder genießen den Schatten, den der mitgebrachte bunte Schirm spendet. Das Wasser bietet trotz Schwimmer, Springer und Spieler noch reichlich Platz für andere. Hat halt ein großes Becken, die gute alte Waschmühle. Ein einmaliges noch dazu. Mit einer Länge von 165 Metern und einer durchschnittlichen Breite von 45 Metern ist es immerhin das größte Einbeckenbad Europas. Der Besuch im städtischen Traditionsbad ist gut. Aber „es geht immer besser“, weiß Ernst Heib, dass ein Schwimmbadbesuch nicht mehr automatisch zur ersten Wahl vieler Menschen zählt. Gut, die magische Zahl von 10.000 Besuchern an einem einzigen Tag, die klingt da ganz anders. „Die Zahl stammt aus einer Zeit, da war ich noch nicht hier“, amüsiert sich Heib über das Stirnrunzeln der Badegäste, die gerade am Einlass Richtung Schwimmvergnügen marschieren. Nein, da will man dann auch nicht gerade dabei gewesen sein. Ist lange, sehr lange her, damals war der Spielbereich noch komplett eine Liegewiese. Auch ist es lange her, dass „die Bach“ durch die Waschmühle geflossen ist und immer für ein bisschen Gänsehaut sorgte. Das allerdings spukt noch immer so manchem Lauterer im Kopf herum. „Wir haben aktuell 24 Grad“, benennt Schwimmmeister Kevin Gleich die Wassertemperatur, die auch jeder gleich direkt am Eingang auf der großen Tafel ablesen kann. 24 und später 25 Grad, das ist schon kuschelig. „Für aktives Schwimmen bald schon zu warm“, weiß Gleich allerdings, dass es die wirklich aktiven Schwimmer aber gar nicht stört. Die kommen immer. Die waren auch in den ersten Tagen Ende Mai im Bad. Damals lag die Wassertemperatur bei 16,5 Grad. „Drei Tage später hatten wir schon 18,8 Grad“, liest Schwimmmeister Gleich aus dem großen Betriebsbuch ab. Dort wird mehrfach täglich alles Relevante notiert. So auch die Wassertemperatur. Die wird sich in den nächsten Tagen, auch wenn es der Wetterfrosch nicht ganz so gut mit den Badegästen meinen sollte, kaum merklich verändern. Sind die Nächte wieder ein wenig kühler, reinigen Gewitterschauer die Luft, dann sinkt das Badevergnügen eventuell mal um ein bis zwei Grad. Diese Woche ist das Vergnügen ganz auf der Seite derer, die in der Waschmühle ankommen, das Handtuch zur Seite werfen, ins Wasser springen und nicht mehr herauskommen, bis der Hunger ruft. Das kann dauern. Macht aber nichts, bei 24 Grad warmem Wasser und schönen Wasserspielen mit Freunden, da friert es sich nicht so schnell. Problematisch erweisen sich da nur die Kollegen, die ständig rausdrängen, um dann wie ferngesteuert mit den Smartphones durch die Gegend zu marschieren. Die Pokémon-Jäger sind selbst in der Waschmühle aktiv. Na, hoffentlich wird keiner dabei allzu nass.

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