Rheinpfalz 1:0 für die Hexen

Werden erneuert: die Fußballtore in den Bruchwiesen.
Werden erneuert: die Fußballtore in den Bruchwiesen.

Die Aktion der Hexen, die in der Nacht zum 1. Mai in den Bruchwiesen auf dem Bolzplatz provisorische Tore aufgestellt hatten, hat nun eine positive Nachwirkung: „Es kommen neue Tore“, informierte der für die Spielplätze im Ort zuständige Beigeordnete Roland Schumm (CDU).

Die neuen Tore werden aus Robinienholz sein. Ob Bauhofmitarbeiter und/oder tatkräftig anpackende junge Menschen aus Waldfischbach-Burgalben, die am Montag Bereitschaft zu helfen signalisierten, die Tore aufstellen werden, „klären wir noch“, sagte Schumm. Kleine Schritte, kleine Veränderungen und Verbesserungen, die das Leben im Ort lebenswerter machen, forderten 15 Bürger, die am Montag in die Bruchwiesen gekommen waren, um sich mit dem Beigeordneten über Spielplätze und deren Zustand auszutauschen. Nach diesem über einstündigen Gespräch hatte sich Schumm tagsdarauf mit dem Bauhof in Verbindung gesetzt. Mitarbeiter des Bauhofs schauten sich gemeinsam mit Fachleuten des Spielgeräteherstellers Seibel aus Hinterweidenthal die Verankerungen für die Tore an und kamen zur Robinien-Lösung. Dass auf öffentlichen Spielplätzen unter Sicherheitsaspekten besondere Anforderungen an Spielgeräte bestehen, war am Montagabend im Gespräch geklärt worden. Schumm hatte dazu eingeladen, nachdem Christina Bohl ihm ihren Unmut über den Zustand des Spielplatzes geschrieben hatte. „Es geht darum, direkt zu erfahren, was und wo es wehtut“, sagte Schumm zur Einladung, über die Bohl weitere Bürger informiert hatte. Für alle, das wurde schnell deutlich, ist der Zustand des Spielplatzes im Bruch nur ein typisches Beispiel für das, was aus Sicht vieler Bürger im Ort schief läuft. Da würden munter irgendwo im Ort immer wieder Bäume gepflanzt, aber um bestehende Anlagen werde sich nicht gekümmert, lautete ein Kritikpunkt. Dass im Rat nicht miteinander, sondern gegeneinander gearbeitet werde, sei ein offensichtliches Problem und ein Grund dafür, dass vieles so aussieht wie es aussieht. „Wie hier im Bruch ist der allgemeine Zustand nahezu aller Anlagen im Dorf, und das ist das, was die Leute aufregt“, sagte Anlieger Arno Bohl. „Das trifft auf Wander-, Spazier- und Radwege genau so zu“, bemängelte Jan Schumann. Was schade sei. Man sehe doch, dass die Anlage im Bruch gut frequentiert werde, dass die Leute kommen, sagte Thorsten Würtz, gleichfalls Anlieger. Das fehlende Miteinander im Rat trage auch dazu bei, dass die Menschen im Ort nicht motiviert seien, selbst anzupacken. Rainer Spang erinnerte an eine Aktion der Jugendfeuerwehr, die den Teich im Bruch gesäubert hatte. Das habe Spaß gemacht, trotz der Arbeit. Und es ließe sich auch wiederholen, sagte er. Aber nur, wenn es auch anerkannt würde, ergänzte Christina Bohl. Ehrenamtlich etwas zu leisten werde im Ort, so ihr Eindruck, nur in bestimmten Bereichen geschätzt, in vielen anderen hingegen nicht. Aus Sicht der jüngeren anwesenden Bürger werden Prioritäten falsch gesetzt. „Der Kreisel in der Ortsmitte mag ja schön sein, aber davon hat man im Endeffekt nichts. Schon gar nicht, wenn Geld und Zeit für andere Dinge fehlen, die für die Leute wichtig sind“, bemängelte Christina Bohl. Deshalb sei die Bereitschaft, ehrenamtlich anzupacken, wenn es zum Beispiel ums Aufstellen der Fußballtore ginge, grundsätzlich da. Aber es sei nicht okay, wenn dadurch die Arbeit des Bauhofs erledigt werde, weil dessen Mitarbeiter für Dinge, die den Bürgern nichts nützen, eingesetzt würden. „Das nötige Fachwissen und die Muskeln, um das hinzukriegen, hätten wir aber“, unterstrich Nils Schneider die Bereitschaft zur Anpack-Aktion. Schumm erläuterte die Problematik des nicht genehmigten Haushalts. Er verschwieg auch nicht, dass ein Punkt für die Nichtgenehmigung des Hauhalts gewesen sei, dass die Ratsmehrheit von CDU und BWB nicht der Aufforderung der Kommunalaufsicht gefolgt sei, die Grundsteuer B zu erhöhen. Die Bürger sollten finanziell nicht weiter belastet werden. „Da werden wir absehbar nicht drumherumkommen“, sagte Schumm. Was die Prioritäten bei der Mittelverteilung anbelangt, sei das vorrangig Sache der Ortsbürgermeisterin. Das Problem der fehlenden finanziellen Mittel erkannten alle an. Dann müsse anders gearbeitet werden, regte Arno Bohl an. Konzepte seien wichtig, aber deren Umsetzung dauere. Bis dahin müssten kleine Schritte gemacht werden. Zum Beispiel beim Tor vom Volleyballplatz, das, wie viele Einrichtungen im Bruch – der zum Teil Spielplatz, zum Teil Grünfläche ist –, nicht mehr richtig funktioniere. Das Problem ließe sich leicht beheben, sagte Bohl: Das unter dem Tor wuchernde Gras müsse entfernt werden. Der Bauhof sei befugt, das Tor abzuschrauben, was gut machbar sei. Dann müsse gesäubert und das Tor wieder angeschraubt werden. „Dann funktioniert das wieder einwandfrei“, nannte Bohl ein Beispiel eines kleinen, sinnvollen Schritts.

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