Rheinpfalz Übersinnliches Chaos

Diskussion zu zweit oder zu dritt? Geist Pia Freitag (Daniela Caporaso), Vermieter Heiko Sahlfeld (Volker Koch) und Nachmieterin
Diskussion zu zweit oder zu dritt? Geist Pia Freitag (Daniela Caporaso), Vermieter Heiko Sahlfeld (Volker Koch) und Nachmieterin Sabine Pahlke (Desiree Biedinger, von links).

Am Abend des ersten Weihnachtstags hat die Theatergruppe Eßweiler wieder groß aufgespielt. Die Komödie „Tote Frauen trinken nicht“ von Claudia Kumpfe überzeugte – ganz so viel los wie in den Vorjahren war aber nicht im Dorfgemeinschaftshaus. Das tat allerdings weder der Spielfreude der Darsteller noch der Stimmung im Publikum einen Abbruch.

Alles könnte so schön sein für Sabine (Desiree Biedinger): Sie hat einen neuen Job und eine tolle, geschmackvoll möblierte Wohnung in Eßweiler gefunden. Die junge Erwachsene hofft auf Eigenständigkeit, doch weit gefehlt: Weil sie aus München in die Heimat zurückkehrt, helfen ihre Mutter und Tante beim Umzug – und damit fängt der Trubel schon an. Mutter Ingrid (Marion Weißmann) kritisiert ihre Tochter in Oberfeldwebel-Manier, erinnert an seltsame Anwandlungen ihrer Tochter im Kindesalter, als diese mit Feen spielte, und nutzt jede Gelegenheit, ihre Tochter klein zu halten. Tante Heide (Nikola Urbaniak) befeuert die Kritik der Mutter zunächst und hat nur ihr „Frauenkränzchen mit Likörchen“ im Sinn. Kaum ist Sabine die beiden Frauen los geworden, geschieht etwas Seltsames: Eine Frau taucht auf und behauptet, dass Sabines Wohnung ihr gehöre und Sabine daher gefälligst verschwinden soll. Pia (Daniela Caporaso) und Sabine streiten sich auch noch, als Vermieter Heiko Sahlfeld (Volker Koch) auftaucht. Der allerdings kann Pia nicht sehen, versteht daher Sabines Aufregung nicht und befürchtet, dass sie stressbedingt nicht ganz richtig ticken könnte. Immerhin kann er berichten, dass die Vormieterin Pia zwei Monate zuvor bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen sei. Pia will und kann nicht glauben, dass sie tot sein soll, doch auch die Putzfrauen, die Sabines Mutter ungefragt in die Wohnung schickt, sehen die „Hinübergegangene“ nicht. Während Putzfrau Biggi (Sandra Gehm) schnell genervt das Handtuch wirft, wird Dunja (Beata Urbaniak) das Gefühl nicht los, dass irgendwas nicht stimmt. Mit Mutter und Tante besucht sie heimlich erneut Sabines Wohnung. Sie wollen die junge Frau dabei ertappen, wie sie mit Geistern spricht. Und vor allem Mutter Ingrid will ihre Tochter des Schwachsinns überführen. Doch Sabine und Pia haben sich mittlerweile verbündet, und Ingrid wird hochkant aus der Wohnung geworfen. Klar, an diesem wunderlichen Verhalten könne nur der Geist schuld sein, und daher müsse er halt weg. Doch selbst die Geisterjäger (Sandra Gehm und Helmut Gilcher) können keine Abhilfe schaffen. Schließlich möchte Sabine Pia ermöglichen hinüberzugehen – doch dabei taucht auch noch Pias Mutter Elisabeth (Sandra Gehm) auf und macht das Chaos perfekt. Das kurzweilige Stück, das auf ganzer Linie überzeugt, scheint nicht immer von dieser Erde zu sein und bietet so manche überraschende Wendung. Die spielfreudigen Laiendarsteller – allen voran die „unsichtbare“ Daniela Caporaso – wurden am Dienstagabend immer wieder mit Szenenapplaus und Lachern belohnt. Skurriles und Übersinnliches wurden gekonnt verpackt. Zum Gelingen des Abends war bei mancher Rolle die Maske elementar, die Rosel Koch übernommen hatte. Wenige Einsätze hatte Souffleuse Doris Gehm, während Martin Koch an der Technik schon einiges zu tun hatte. Moderiert wurde der Abend von Fabio Caporaso, das Bühnenbild bauten Volker Koch und Helmut Gilcher. Info Für die Vorstellung am Samstag, 5. Januar, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus gibt es noch Karten bei Klaus Werner unter 06304 8469 und an der Abendkasse zu je sechs Euro.

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