Rheinpfalz Über höhere Beiträge entscheidet das Präsidium

Wetter, demografischer Wandel, die grundsätzliche Finanzlage und das Verhalten mancher Club-Mitglieder sind Faktoren, die das Vereinsjahr und die Zukunft des Golfclubs (GC) Pfälzerwald in Waldfischbach-Burgalben mitbestimmen. Das verdeutlichte der Präsident des Golfclubs, Marinus Engelbarts, bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag.
Die Versammlung bescherte den Mitgliedern, die 2013 mit einer Sonderumlage von 150 Euro zur Kasse gebeten worden waren, eine Beitragserhöhung von im Schnitt zehn Prozent. Beispielsweise zahlt ein Vollmitglied (Einzelperson) jährlich 1295 Euro Beitrag, sofern keine Aufnahmegebühr entrichtet wurde. Die Beitragserhöhung hatte das Präsidium vorgesehen. Die höheren Beiträge wurden über den Wirtschaftsplan 2014 abgesegnet. Gegen den Wirtschaftsplan und damit gegen die Beitragserhöhung stimmte keines der zu diesem Zeitpunkt anwesenden 75 stimmberechtigten Mitglieder. Bei dieser Verfahrensweise, für die Engelbarts warb, weil sie Sicherheit bei der Budgetplanung biete, wird es bleiben. Stehen Beitragserhöhungen zur Disposition, wird darüber auch künftig nicht die Mitgliederversammlung beraten und entscheiden. Einem Antrag von Kassenprüfer Willi Köhler, die Satzung entsprechend zu ändern, stimmten zwar 29 Mitglieder zu, aber 22 stimmten dagegen und zehn enthielten sich. Damit war die einfache Mehrheit erreicht. Aber die reicht nicht, um eine Satzungsänderung vorzunehmen. Dazu wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten erforderlich gewesen, wie am Tag nach der Sitzung die Überprüfung des Abstimmungsergebnisses ergab. Der Golfclub schiebt 1,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten vor sich her, die sukzessive abgebaut werden. Da mache sich jede Kleinigkeit bemerkbar, komme es letztlich auf jeden Euro an, unterstrich Engelbarts. Da 2013, wie bereits 2012, ein sehr nasses Jahr war, seien vor allem die Greenfee-Einnahmen deutlich unter den erwarteten Ansätzen geblieben, so Engelbarts. Ein Grund dafür, dass, wie bei der Jahreshauptversammlung 2013 angekündigt, von den Vollmitgliedern – aktuell sind es 416 (431 im Jahr 2013) – eine Sonderumlage von 150 Euro erhoben werden musste. Insgesamt hat der Club, inklusive Jugendlichen, Firmenmitgliedern und ähnlichen Mitgliedschaften, 679 Mitglieder. Die erhobene Sonderumlage brachte 62.500 Euro in die Kasse, so dass die Verluste im Greenfee-Bereich, unerwartete Kosten für den Bau einer Brücke und das Pflanzen einiger Bäume aufgefangen wurden. Das Haushaltsjahr konnte eigentlich ausgeglichen abgeschlossen werden, erläuterte Schatzmeister Matthias Brunner – wenn, wie erwartet, im Bereich Strom eine Rückzahlung komme. In welcher Höhe, steht noch nicht fest, denn die Verbandsgemeinde-Verwaltung Waldfischbach-Burgalben hat, wie berichtet, erhebliche Abrechnungsprobleme. Diese Umlage habe fünf Mitglieder dazu bewogen auszutreten, so Engelbarts. Die restliche Fluktuation sei üblich. „Die gab es immer. Aber unser Problem ist es, neue Mitglieder zu gewinnen, weshalb sich das bemerkbar macht“, erläuterte der Präsident, der seine Ankündigung von 2013 unterstrich, dass dies das letzte Jahr seiner dann zehnjährigen Amtszeit sei. „Am Platz können wir nicht sparen“, sagte Engelbarts. Die Qualität des Platzes werde von allen Greenfee-Spielern gelobt. „Wir haben gelernt, wissen, dass es nichts bringt, mit alten Maschinen zu arbeiten“, erläuterte er. Deshalb seien entsprechende Leasingverträge, die das Risiko hoher Reparaturkosten vom Club nehmen, abgeschlossen worden. Sehr positiv sei, dass der Club eine PGA-Golfschule habe. „Damit können wir gute Spieler überzeugen, dass sie hier Unterricht nehmen.“ All das spreche für den Club und trotzdem gelte: „Unsere Außendarstellung muss besser werden.“ Engelbarts, oft ein Freund klarer Worte, merkte an, dass der Slogan des Clubs „einfach sympathisch“ laute. Aber in der Realität „sind wir nicht immer sympathisch“, nahm er kein Blatt vor den Mund. So würde er sich wünschen, dass manche Mitglieder ihre Pflichten genau so gut kennen wie ihre Rechte, auf denen sie beharren. Den Club unterstützen, das fange mit Kleinigkeiten an; mal ein paar Bälle im clubeigenen Pro-Shop kaufen oder im Golf-Restaurant essen. „Das kommt Ihrem Club zugute“, sagte Engelbarts. An der Führung des Restaurants gab es einige Kritik. Zurecht, merkte Engelbarts an, aber es sei nicht einfach, Betreiber zu finden, das habe die Vergangenheit gezeigt und verdeutliche der Blick auf andere Golfclubs. Die Probleme seien erkannt, jetzt sei die Lösung gefunden. Die sieht so aus, dass sich der Präsident nun mit um die Geschäftsbelange des Restaurants kümmert, so dass sich das Team – im Servicebereich gab es noch eine Änderung – auf das konzentriere, was es könne: gut kochen. Es sei in jedem Club üblich, dass es mal Ärger gebe, „aber bitte tragen Sie den nicht nach außen. Das regelt man intern“, appellierte Engelbarts an die Mitglieder. Die Außendarstellung sei wichtig im Kampf um die Golfer, der härter werde. Wenn im Einzugsgebiet des Clubs statt aktuell 521.000 Menschen in 16 Jahren nur noch 420.000 Menschen leben werden, „hat das erheblichen Einfluss“. Kopperationen mit Nachbarclubs, um Synergieeffekte zu nutzen, hält er für dringend geboten. Es gebe immer Gespräche, und die Hoffnung gebe er nie auf. Mit den Golfclubs Donnersberg, Nahetal und Rheinhessen wurde vereinbart, dass die Mitglieder der vier Clubs im andren Club zum halben Greenfee spielen können. Auf keinen Fall werde der GC Pfälzerwald zu „so drastischen Mitteln“ greifen wie der benachbarte Erste Golfclub Westpfalz in Rieschweiler, der jetzt einen kostenlosen Platzreifekurs anbiete. Über 140 Anmeldungen lägen vor. „Das ist nicht der Weg, den wir gehen wollen“, sagte Engelbarts und bekam Unterstützung von den Mitgliedern. Sportlich konnten Jugendwartin Elke Jünger und Sportwart Walter Daniel viel Positives berichten. Was den Platz anbelangt, störten sich einige Mitglieder daran, dass dafür im Haushaltsplan 2014 aus finanziellen Gründen kein Euro eingesetzt sei. Sie schlugen vor, dass regelmäßig Arbeitseinsätze stattfinden sollen und Mitglieder, die sich nicht daran beteiligen, einen zweckgebundenen Ausgleich zahlen. Das fand Zustimmung.